Erfolgreicher „Ortstermin“ im Professorenhaus – Szenische Lesung über Studentenexzesse begeisterte die Zuschauer

Lingen. „Wirklich nur ein Glas Wein?“ Die Bürgermeister der Stadt Lingen, gespielt von Michael Sänger und Heiner Schepers (Foto), wollten es ganz genau wissen. Einige Studenten hatten sich in der Nacht zuvor betrunken und in der ganzen Stadt Fensterscheiben eingeschlagen. Auch der Bürgersohn Starosky hatte mitgemacht. Er wurde ebenso verhört wie die Wirtin Gresko, die ein ganz eigenes Interesse an dem Fall hat. Sie wurden gespielt von Laurenz Bäthke und Julia Windisch. Auch Nils Hanraets hatte viel zu tun. Er spielte nicht nur den Stadtmusicus Körner und den Pedell der Hohen Schule, sondern auch die Stadtwächter Frick und Vehr – und zwar gleichzeitig. Unterstützt vom Stadtsekretär Florian Beelmann fällten die Bürgermeister schließlich das Urteil: Vier Wochen Gefängnis für Starosky und zehn Gulden Strafe für die Wirtin.

Es waren Verhörprotokolle aus dem Stadtarchiv, die im 18. Jahrhundert niedergeschrieben und am Anfang Mai im Professorenhaus auf die Bühne gebracht wurden. Stadtarchivar Mirko Crabus gab zuvor einen Einblick in das Leben in Lingen vor 250 Jahren. Zu der Veranstaltung aus der Reihe „Ortstermine“ hatten der Heimatverein, das Stadtarchiv und das TPZ eingeladen. Der Abend klang für die rund 40 Gäste gemütlich aus – natürlich bei einem Glas Wein.

Foto: Stadtarchiv Lingen
Text: Stadt Lingen