Gedenkstätte Esterwegen leistet gute Aufklärungsarbeit – Landrat Winter bewertet als Vorstandsvorsitzender Rolle der Stiftung

Meppen. „Der Landkreis Emsland hat mit der Errichtung der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen 2008 und der Eröffnung der Gedenkstätte Esterwegen 2011 mehr als deutlich gemacht, wie wichtig ihm die Vermittlung der Geschichte des Nationalsozialismus ist, speziell die Geschichte der Emslandlager. Denn Einrichtung und Unterhaltung von Gedenkstätten ist primär Ländersache. Dass sich aber der Landkreis Emsland diesem dunklen Kapitel seiner Geschichte widmet, wurde bundesweit anerkennend zur Kenntnis genommen“, betont Landrat Reinhard Winter, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen.

„Mit der Gedenkstätte Esterwegen hat der Landkreis Emsland bzw. die von ihm errichtete und getragene Stiftung Gedenkstätte Esterwegen einen europäischen Gedenkort geschaffen, der nicht nur an die 15 Emslandlager und ihre Opfer erinnert, sondern der ein generelles Zeichen setzt gegen Diktatur, Gewaltpolitik und Terror, gegen Nationalismus und Rassismus – einen Ort, der zum Engagement für Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie auffordert“, so Winter weiter.

Von Anfang an hat der Landkreis Emsland – auch öffentlich – den Wunsch geäußert, möglichst viele insbesondere junge Menschen an diese Themen heranzuführen. Für die emsländischen Schulen heißt das, dass jeder Schüler, jede Schülerin im Laufe seiner/ihrer Schulzeit (mindestens) einmal in der Gedenkstätte gewesen sein sollte. Dieser Wunsch sei gelungen, betont Winter.

Seit der Eröffnung der Gedenkstätte Esterwegen Ende Oktober 2011 haben rund44.700 Jugendliche/Schüler in über 2.000 Schulklassen/Jugendgruppen die Gedenkstätte besucht. Dabei ist die Zahl der Jugendgruppen/Schulklassen in diesem Zeitraum kontinuierlich gestiegen. 2017 waren es 407 solcher Gruppen; gegenüber 2016 mit 369 Gruppen ist das nochmals ein deutliches Plus. Auch die absolute Zahl von Jugendlichen und Schülern ist in diesem Zeitraum gestiegen: Von gut 8.000 im Jahr 2016 auf fast 8.700 in 2017. Gerade die emsländischen Gymnasien und Oberschulen sind mit den entsprechenden Jahrgängen grundsätzlich in jedem Jahr vertreten.

Insgesamt fanden allein 2017 über 460 in der Regel mehrstündige Führungen statt. Dabei haben die begleitenden Pädagogen rund 1.440 Zeitstunden lang gesprochen – rund 3 Stunden je Führung. An jedem Schultag sind während der Öffnungszeiten der Gedenkstätte durchschnittlich drei Schulklassen in der Gedenkstätte gewesen. Auch daran wird deutlich, dass die Gedenkstätte Esterwegen personell gut ausgestattet ist. Schon im zweiten Jahr konnte die Gedenkstätte 2017 Finanzmittel für Honorarkräfte einwerben, so dass Führungen zu allen verfügbaren Terminen durchgeführt werden konnten.

Auch die Kostenfrage für einen Gedenkstättenfahrt ist geregelt: Die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten gewährt Zuschüsse zu den Fahrten. Darüber sind die Schulen informiert. Im vergangenen Jahr ist die für Gedenkstättenfahrten zur Verfügung stehende Summe beträchtlich erhöht worden. Antragsformulare sind auf der Internetseite der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten aber auch bei der Gedenkstätte Esterwegen hinterlegt. „Von dieser Förderung haben Schulen in signifikanter Höhe Gebrauch gemacht. Darüber hinaus haben die Schulen – zumindest im Emsland – eigene Budgets, die ihnen solche Exkursionen ermöglichen“, betont Winter.

Und er ergänzt: „Es besteht Konsens, dass ein Gedenkstättenbesuch nicht von der finanziellen Situation einzelner abhängen darf. Allein deshalb hat die Stiftung Gedenkstätte Esterwegen von Anfang einen Gedenkstättenbesuch kostenfrei gestellt. Lediglich die Inanspruchnahme von Dienstleistungen wie Führungen löst Kosten aus“.

Text: Landkreis Emsland