Karen Sander – Bald stirbst auch du

Karen Sander – „Bald stirbst auch du“ ist ein Taschenbuch aus dem Rowohlt Verlag. Ein Thriller, ein Krimi, ein Roman, ein Buch, welches es in sich hat und uns über lange Zeit, kurzfristig gefesselt hat.

In Liverpool hat die Psychologin, die Profilerin Liz Montario einige ausgewählte junge Polizistinnen und Polizisten um sich versammelt. Ziel ist es, einige der sogenannten „Cold Cases“ aufzuarbeiten. Die Kursteilnehmer konnten sich im Vorfeld einige Fälle selber heraussuchen. Damit konnten sie schon anfangen zu lernen, was „Cold Cases“ überhaupt sind. Abgeschlossene Fälle, die entweder nicht aufgeklärt wurden oder so aufgeklärt wurden, dass es keinerlei Zweifel an der Schuld des verurteilten Täters gibt.

Zoe Fischer, eine der Nachwuchsermittler, hat zwei Fälle ausgemacht, die anscheinend mit dem Serienmörder Jeremy Dunn, der als „Schächter“ bezeichnet wird, in Zusammenhang gebracht werden könnten. Doch Zoe hat Zweifel, dass der bereits inhaftierte Täter der wirkliche Serienkiller ist.

Wechseln wir nach Düsseldorf. Der dortige Ermittler Georg Stadler, ein Kollege von Liz Montario, hat es mit einem Mord zu tun. Recherchen ergeben, dass es Ähnlichkeiten gibt. Die Vorgehensweise ähneln oder gleichen dem Vorgehen, die „der Schächter“, der aber verurteilt im Gefängnis sitzt, jeweils inszeniert hat.

Wechseln wir nach Burton, Grafschaft Cheshire in England. Hier wohnt die Ermittlerin Liz Montario, die eines abends ein „Geschenk“ vor ihrer Tür liegen hat, welches ihr noch das Blut in den Adern gefrieren lassen wird.

Karen Sander - Bald stirbst auch du
Karen Sander – Bald stirbst auch du

Bald stirbst auch du – Karen Sander – wir haben es gelesen

Karen Sander schafft das, was wenige schaffen. Durch das perfekte Setzen von Cliffhanger in einzelnen, meist kurzen Kapiteln, kann man das Buch nur schwer aus der Hand legen. Die Handlung springt leider am Anfang recht oft zwischen den Orten. Aber gerade dieses ist im Laufe des Buches kein Problem mehr.

Das Buch ist in sich schlüssig und sehr spannend beschrieben. Die Details, die Sander hervorhebt, gerade auch an den Tatorten, sind schön „verpackt“. Von den Personen her merkt man erst recht spät im Buch, dass es vorherige Teile des Ermittlergespann geben muss. Somit ist aber gewährleistet, dass dieser Teil eigenständig und auch für den „Neuen Leser“ zu lesen ist.

Aber leider haben wir einen einzigen Kritikpunkt. Manchmal scheint es so zu sein, dass die Handlung etwas „an den Haaren“ herbeigezogen ist oder dann Dinge, die enorm wichtig zu sein scheinen, mitmal unwichtig und als „Fehlinterpretation“ der handelnden Personen gedeutet werden.

Aber dennoch, es ist und bleibt eines der Bücher, die wir wärmstens weiter empfehlen. Man kann diese knapp 400 Seiten nur schwer aus der Hand legen und wenn man es abends liest, wird man merken, dass Stunden vergehen, ehe man bemerkt, dass sie vergangen sind.

Ein „Daumen hoch“ und wir freuen uns dennoch auf den nächsten Teil, falls es einen geben wird.

 

Text: Marco Schlösser