Kein Schluck, kein Risiko – Fachveranstaltung „ZERO! Schwangerschaft und Alkoholkonsum“ -Ausstellungseröffnung

Meppen. Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen am vergangenen Mittwoch (20. Juni) an einer Fachveranstaltung zum Thema „ZERO! – Schwangerschaft und Alkoholkonsum“ mit gleichzeitiger Ausstellungseröffnung teil. Fachkräfte u. a. aus dem Gesundheitswesen, den Beratungsstellen, aus der Kinder- und Jugendhilfe, den Familienzentren und Kindergärten, der Frühförderung sowie aus den Schulen waren der Einladung des Landkreises Emsland ins Meppener Kreishaus gefolgt.

Unter dem Motto „ZERO! Kein Schluck. Kein Risiko“ eröffnete Sozialdezernentin Dr. Sigrid Kraujuttis die Veranstaltung, gefolgt vom Vortrag von Dr. Dorothee Veer vom Sozialpädiatrischen Zentrum des Krankenhauses Ludmillenstift in Meppen. Sie sprach zum Thema Entwicklung des Embryos in der Schwangerschaft und Veränderungen durch Alkoholkonsum. Darin verdeutlichte sie anschaulich die Folgen, die Alkoholkonsum während der Schwangerschaft auf das Wachstum, die Gesichtsentwicklung und vor allem die Gehirnentwicklung des Embryos hat. Veer führte aus, dass die Schäden durch Alkohol dauerhaft seien und weitreichende Konsequenzen für die gesamte Entwicklung des Kindes hätten. Darüber hinaus seien sie zu 100 Prozent vermeidbar, wenn kein Alkohol in der Schwangerschaft konsumiert werde.

In anschließenden Workshops setzten sich die Teilnehmer mit verschiedenen Aspekten dieses Themas auseinander. Unter anderem gingen sie der Frage nach, wie Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft bereits bei einem Säugling oder Kleinkind erkannt werden können und welche Ansprechpartner und Therapiemöglichkeiten es für von Fetal alcohol spectrum disorders (FASD) Betroffene gibt.

Auch die Elternarbeit kam zur Sprache. Gisela Michalowski, Diplom-Sozialpädagogin und seit 2005 Bundesvorsitzende des Vereins FASD Deutschland, berichtete praxisnah von ihren eigenen Erfahrungen, die sie als Pflegemutter in 30 Jahren gesammelt hat. Sie klärte über das Thema Beratung von Bezugspersonen von FASD-Betroffenen auf und gab dabei praktische Tipps für den Alltag.

Mit den Herausforderungen im Umgang mit schwangeren Patientinnen befassten sich Alexandra Kemper, Diplom Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin, Fachambulanz Sucht des Diakonischen Werks Emsland-Bentheim, und Gudrun Warneke, Gestalttherapeutin, Arbeitsfeld Ambulante Rehabilitation in der Fachambulanz für Suchtprävention und Rehabilitation beim Caritasverband für den Landkreis Emsland. Gemeinsam stellten sie Beratungsstrukturen dar und thematisierten die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Institutionen des Landkreises.

Die Ausstellung „ZERO!“ ist noch bis Freitag, 29. Juni, zu den Öffnungszeiten des Kreishauses, Gebäude II, (montags bis donnerstags, 9 bis 16 Uhr, freitags 9 bis 12 Uhr) zu sehen.

Text und Foto: Landkreis Emsland