2000 Liter Diesel gelangen in Kanalisation – Feuerwehreinsatz in Lingen nach technischem Defekt
Lingen. Am Mittwochnachmittag ist es in Lingen zu einem umfangreichen Feuerwehreinsatz gekommen, nachdem Dieselkraftstoff in die Regenwasserkanalisation gelangt war. Betroffen war unter anderem der Bereich zwischen der Wilhelmsstraße und der Pestalozzistraße.
Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Aljoscha Otten wurde die Feuerwehr um 14.23 Uhr zunächst mit dem Einsatzstichwort zur Sicherung von Gewässern alarmiert. „Im Einsatzverlauf zeigte sich dann, dass dort Kraftstoff in den Regenabwasserkanal eingedrungen ist. Dieser hat Gase gebildet“, erklärte Otten. Daraufhin sei die Alarmstufe erhöht worden.
Großeinsatz mit mehreren Kräften
Rund 35 Einsatzkräfte waren mit etwa fünf Fahrzeugen im Einsatz. Hauptaufgabe war es, das weitere Ausbreiten des Diesels zu verhindern. Dazu wurden unter anderem Ölsperren gesetzt. „Unser Ziel ist es, durch die Spülarbeiten und die Aufnahme den Übergang in den Dortmund-Ems-Kanal zu verhindern“, so Otten.
Parallel dazu wurden umfangreiche Messungen durchgeführt. „Aktuell finden überall Messarbeiten statt. Zum jetzigen Zeitpunkt besteht keine Gefahr für die Bevölkerung“, betonte der Feuerwehrsprecher. Unterstützt wird die Feuerwehr durch Fachfirmen sowie in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Lingen und den Stadtwerken.
Die genaue Menge des ausgetretenen Kraftstoffs konnte die Feuerwehr zunächst nicht bestätigen.
Ursache liegt im Krankenhaus
Wie sich später herausstellte, liegt die Ursache für den Vorfall im Bereich des Bonifatius-Hospitals in Lingen. Dort kam es bei einem routinemäßigen Test eines Notstromsystems zu einer technischen Störung.
Carsten Plagge, technischer Leiter des Krankenhauses, schilderte den Ablauf: „Nach diesem Test ist es üblich, dass wir den Tagestank wieder mit Diesel befüllen. Dabei hat die Nachfüllautomatik nicht so funktioniert, wie wir es gewohnt waren.“
Durch die Fehlfunktion kam es zu einer Überfüllung des Tanks. „Über den Notüberlauf ist dann Heizöl auf das Dach des Krankenhauses gelangt und über die Gullis in das Oberflächennetz der Wilhelmsstraße gelaufen“, so Plagge weiter.
Rund 2000 Liter Diesel ausgetreten
Nach ersten Schätzungen seien etwa 2000 Liter Diesel ausgetreten. Trotz der Menge habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden. „Es ging zu keinem Zeitpunkt Gefahr für unsere Patienten, unsere Mitarbeiter und die Bevölkerung aus“, stellte Plagge klar.
Auch der Krankenhausbetrieb sei nicht beeinträchtigt gewesen. „Ich glaube, es hat niemand gemerkt“, sagte er.
Dank an Einsatzkräfte
Plagge bedankte sich ausdrücklich bei allen Beteiligten: „Ich möchte mich ganz herzlich für die Hilfe der Einsatzkräfte bedanken. Auch die Absprache mit der unteren Wasserbehörde hat exzellent funktioniert.“
Wie lange der Einsatz noch andauert, ist derzeit unklar. Die Maßnahmen zur Reinigung und Sicherung der Kanalisation dauern weiterhin an.
