Aschendorf verabschiedet Friedhelm Führs als Ortsbürgermeister

Es war der dritte Tagesordnungspunkt der Ortsratssitzung am Donnerstagabend als Friedhelm Führs zu einem Ausflug in die Historie ansetzte. Der Ortsbürgermeister blickte zurück auf die Entwicklung Aschendorfs in den vergangenen 30 Jahren und auf die Tätigkeit des Ortsrates. „Seit 1991 haben sich Michael Goldmann (FDP) und ich die Aufgabe des Ortsbürgermeisters sozusagen geteilt. In dieser Zeit ist wirklich viel passiert“, so Führs. Als herausragende Ereignisse nannte er die Klage des Ortsrates gegen die Gemeindegebietsreform, die 1991 sogar vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt wurde, den Ausbau des Ortskerns in den 90er Jahren und die Wiedereröffnung von Gut Altenkamp.

Ralf Diedrichs (links) als zweiter stellvertretender Ortsbürgermeister, Marion Terhalle (Mitte) als Ortsbürgermeisterin und Petra Behnes (rechts) als erste stellvertretende Ortsbürgermeisterin bilden nun das neue Führungsteam des Ortsrates. Sie verabschiedeten den langjährigen Ortsbürgermeister Friedhelm Führs (zweiter von rechts). Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft gratulierte den Aschendorfer Repräsentanten. Foto: Stadt Papenburg
Ralf Diedrichs (links) als zweiter stellvertretender Ortsbürgermeister, Marion Terhalle (Mitte) als Ortsbürgermeisterin und Petra Behnes (rechts) als erste stellvertretende Ortsbürgermeisterin bilden nun das neue Führungsteam des Ortsrates. Sie verabschiedeten den langjährigen Ortsbürgermeister Friedhelm Führs (zweiter von rechts). Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft gratulierte den Aschendorfer Repräsentanten. Foto: Stadt Papenburg

Doch auch Geschehnisse aus der jüngeren Vergangenheit ließ Führs Revue passieren: So sei er stolz auf die Hilfsbereitschaft des Ortes bei der Einrichtung der Flüchtlingsunterkunft in den ADO-Hallen 2015 gewesen oder er skizzierte, wie sich das traditionelle Aufstellen des Maibaums mittlerweile zu einem Volksfest in Aschendorf entwickelt habe. „Das alles sind tolle Entwicklungen, die für eine gewachsene Struktur in Aschendorf stehen. Und wichtigster Bestandteil dieser Strukturen war und ist der Ortsrat.“ Der Ausflug in die Vergangenheit des Ortsbürgermeisters hatte einen Grund: Im Anschluss an seine Erklärung legte Führs sein Amt als Ortsbürgermeister nieder. „Das habe ich zu Beginn der Legislaturperiode angekündigt. Nach der Hälfte werde ich den Staffelstab übergeben.“

Für seine Worte und die Erklärung erhielt Führs lang anhaltenden Applaus, und auch in den anschließenden Wortmeldungen aus dem Ortsrat wurde deutlich, dass sich der scheidende Ortsbürgermeister viel Anerkennung erworben hat. Bürgermeister Jan Peter Bechtluft nannte Führs ein kommunalpolitisches Schwergewicht und einen echten ehrenamtlichen Leistungsträger. „Darum bin ich auch froh, dass wir Dich und Deinen Einsatz nur in Teilen verlieren. Als Mitglied des Ortsrates, des Stadtrates und als Ratsvorsitzender bleibst Du uns ja erhalten.“ Gerade durch seine ausgleichende Art habe Führs es verstanden, den Gegensatz zwischen der ehemaligen Kreisstadt Aschendorf und der Stadt Papenburg abzumildern. „Mittlerweile sind Aschendorf und Papenburg wirklich zusammengewachsen. Das ist auch Dein Verdienst.“

Im Anschluss an die Amtsabgabe von Führs wurde dann mit Marion Terhalle (FDP) die erste Frau an die Spitze des Ortsrates gewählt. Sie wurde mit 14 Ja-Stimmen, 2 Enthaltungen und 1 Gegenstimme zur neuen Ortsbürgermeisterin gewählt. Terhalle war zuvor die erste Stellvertreterin von Führs gewesen. Als neue erste Stellvertreterin wurde die bisherige zweite Stellvertreterin, Petra Behnes (CDU) mit allen Stimmen der 17 anwesenden Ortratsmitglieder gewählt. Zu guter Letzt wurde dann Ralf Diedrichs (SPD) als neuer zweiter Stellvertreter gewählt. Er erhielt 11 Ja-Stimmen, 5 Gegenstimmen und es gab 1 Enthaltung bei seiner Wahl. Terhalle dankte nach der Wahl den Ortsratsmitgliedern für das eindeutige Votum und versprach sich intensiv für die Belange des Ortes einzusetzen, so wie es ihre Vorgänger auch getan habe. Friedhelm Führs, der sich zur Wahl wieder in die Reihen des Ortsrates gesetzt hatte, dankte sie für das „bestellte Feld“, welches sie nun übernehmen dürfe. Die aktuelle Wahlperiode dauert noch bis 2021.

Text und Foto: Stadt Papenburg