Ausgebüxtes Stachelschwein wieder zuhause – Zweites Tier des Osnabrücker Zoos noch unterwegs

Seit Donnerstag Morgen vermissten die Tierpfleger im Zoo Osnabrück zwei Stachelschweine. Das Männchen wurde am Abend in der Nachbarschaft des Zoos mithilfe von Anwohnern und der Polizei gefunden und zurückgebracht. Das Weibchen ist noch unterwegs – der Zoo bittet um Mithilfe.

„Die Tierpfleger meldeten am Donnerstagmorgen, dass zwei der vier Stachelschweine nicht in ihrer gerade umgestalteten Anlage waren. Wir vermuteten die zwei im dichten, weitläufigen Gebüsch neben der Anlage, da wir keine entfernteren Spuren von ihnen entdecken konnten. Wir wollten ihnen einen Tag Zeit geben wieder zurück zu den anderen Tieren zu kommen“, berichtete Andreas Wulftange, zoologischer Leitung im Zoo Osnabrück. Bei den Tieren handelt es sich um den Nachwuchs aus dem Jahr 2020, die mit rund 50 Zentimetern Länge zu etwa zwei Dritteln ausgewachsen sind. „Stachelschweine sind sehr scheu. Da keine unmittelbare Gefahr von ihnen ausgeht und sie nachtaktiv sind, hofften wir, dass sie über Nacht wieder in das Gehege gehen und haben neben und im Gehege Futter ausgelegt“, erläutert Wulftange das Vorgehen. Doch die zwei Ausreißer waren anscheinend schon in der Nachbarschaft unterwegs. Am Donnerstagabend gegen halb neun meldete die Polizei ein Tier an der Iburgerstraße. Drei Zoomitarbeiter kamen sofort und gemeinsam verfolgten sie das flinke Tier durch die Gärten der Nachbarschaft. Schließlich konnte das Stachelschwein in einer Garage festgesetzt und zum Zoo zurückgebracht werden. Es ist nun in Quarantäne und scheint fit zu sein. Im Laufe des Tages wird das Stachelschwein zurück in das Gehege zur Mutter und weiteren Schwester gesetzt.

Stachelschweine sind von Natur aus friedliche Tiere. Wenn sie sich bedroht fühlen, können die Nagetiere aber ihre Stacheln aufstellen und kräftig zupiksen. Wer das noch vermisste Stachelschwein des Zoo Osnabrück sieht, sollte es darum nicht selbst einfangen, sondern sich besser sofort an den Zoo wenden (Telefon: 0541-95105-0; Archivfotos eines Stachelschweins)
Stachelschweine sind von Natur aus friedliche Tiere. Wenn sie sich bedroht fühlen, können die Nagetiere aber ihre Stacheln aufstellen und kräftig zupiksen. Wer das noch vermisste Stachelschwein des Zoo Osnabrück sieht, sollte es darum nicht selbst einfangen, sondern sich besser sofort an den Zoo wenden (Telefon: 0541-95105-0; Archivfotos eines Stachelschweins – Lisa Simon)

Mithilfe bei vermisstem Weibchen

„Das Weibchen ist noch unterwegs und sehr wahrscheinlich auch nicht mehr auf dem Zoogelände. Wir bitten unsere Nachbarn um Mithilfe. Sollten Sie das Tier sehen, rufen Sie bitte beim Zoo Osnabrück an. Grundsätzlich sind die Tiere ungefährlich, nur wenn man sie bedrängt, wehren sie sich mit ihren Stacheln. Deswegen versuchen Sie es bitte nicht selbst einzufangen“, so Wulftange. Am besten wäre es, das Tier in einem Keller oder in einer Garage festzusetzen. Wie die zwei Nagetiere entweichen konnten, wird gerade überprüft. Die Höhe der Einfriedungen hatte sich während der Umgestaltung nicht verändert, sondern war an manchen Stellen sogar erhöht worden.

Wer das noch vermisste Weibchen entdeckt, kann Hinweise telefonisch unter 0541-95105-0 an den Zoo Osnabrück geben.

Wissenswertes zu Weißschwanz-Stachelschweinen (Hystrix indica) Weißschwanz-Stachelschweine gehören zu den größten Nagetieren. Sie leben in der Türkei, dem östlichen Mittelmeerraum, Zentralasien, Indien, Nepal und der Volksrepublik China. Stachelschweine ernähren sich von Pflanzenknollen, Wurzeln, Baumrinde und Früchten. Sie erreichen eine Körperlänge von rund 60 bis 90 Zentimetern und ein Gewicht von etwa 13 bis 23 Kilogramm. Nach einer Tragzeit von 90 Tagen bringen Stachelschweine ein bis vier Jungtiere zur Welt.

Über den Zoo Osnabrück

Der Zoo Osnabrück wurde 1935 als Arbeitsgemeinschaft Heimattiergarten von Osnabrücker Bürgern gegründet und bereits 1936 als Heimattiergarten eröffnet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Heimattiergarten größtenteils zerstört, doch anschließend verfolgten die Osnabrücker weiterhin ihr Ziel, für die Stadt einen Zoo zu schaffen. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der Heimattiergarten zum Tiergarten und schließlich zum zoologischen Garten. Heute beherbergt der Zoo auf 23,5 Hektar 2.213 Tiere aus 291 Arten (Stand 31.12.2020). Neueste Erlebniswelten sind der Unterirdische Zoo (2009), die afrikanische Erlebniswelt „Takamanda“ (2010), die nordische Tierwelt „Kajanaland“ (2011) und der Affentempel „Angkor Wat“ (2012). Es folgten der Tigertempelgarten (2014) und der „Orang-Utan Dschungeltempel“ (2017) in diesem Bereich. Im Oktober 2018 neu hinzugekommen ist die nordamerikanische Tierwelt „Manitoba“ mit u.a. Hudson-Bay-Wölfen, Schwarzbären, Waldbisons, Stinktieren und Kanadischen Bibern. 2019 und 2020 wurden mit „Mapungbuwe“ die Nashornanlage und die Löwenanlage vergrößert und mit einem Höhenpfad für Besucher versehen. 2020 besuchten den Zoo Osnabrück 950.000 Besucher.

Text: Zoo Osnabrück

Foto: Zoo Osnabrück – Lisa Simon