Ausschuss einstimmig für Neubau eines Verwaltungsgebäudes

Die Betroffenheit war noch groß am Donnerstagabend im Ausschuss für Infrastruktur. Der Grund war die Nachricht vom Dienstag, dass die Stadt Papenburg aufgrund festgestellter Sanierungsanforderungen beim Brandschutz im Rathaus-Anbau von 1973 nun schneller als geplant einen neuen Verwaltungstrakt für gut 9,5 Millionen Euro bauchen muss. Bürgermeister Jan Peter Bechtluft und der Leiter der Stabsstelle Projektmanagement Hochbau, Matthias Olbrich, erläuterten ausführlich, wie die neuen Erkenntnisse zum Brandschutz ermittelt wurden. Das finale Gutachten lag der Stadt erst am 5. September vor und in den Tagen darauf hatte die Verwaltung intensiv an Lösungen für die Probleme gearbeitet. Dies stieß im Ausschuss auf große Zustimmung, die Planungen für den sofortigen Bau eines neuen großen Verwaltungstraktes wurden einstimmig verabschiedet.

Gleichwohl zeigten sich die Ausschussmitglieder erstaunt und bestürzt, dass diese Informationen nun so überraschend präsentiert wurden. Allerdings hielten sich Politik und Verwaltung nicht lange mit der Betrachtung der Vergangenheit auf und richteten den Blick nach vorne. Dass nun schnell eine Lösung für die rund 70 betroffenen Mitarbeiter gefunden werden müsse, stand bei fast allen Wortmeldungen im Ausschuss im Mittelpunkt. Die Verwaltung wird nun schnellstmöglich eine Ausschreibung für ein neues Gebäude auf den Weg bringen. Zudem werden Sofort-Maßnahmen im Rathaus-Anbau umgesetzt, um einen Betrieb noch bis Ende des Jahres sicher zu stellen.

Der Rathaus-Anbau aus dem Jahr 1973 kann nur noch bis Ende des Jahres durch die Verwaltung genutzt werden. Der Ausschuss für Infrastruktur hat nun einstimmig für einen Neubau eines Verwaltungsgebäudes gestimmt. Foto: Stadt Papenburg
Der Rathaus-Anbau aus dem Jahr 1973 kann nur noch bis Ende des Jahres durch die Verwaltung genutzt werden. Der Ausschuss für Infrastruktur hat nun einstimmig für einen Neubau eines Verwaltungsgebäudes gestimmt. Foto: Stadt Papenburg

Ebenfalls im Ausschuss wurde der aktuelle Sachstand des Straßenzustandskatasters vorgestellt. Dabei wurde deutlich, dass es bei vielen Straßen im Stadtgebiet einen Sanierungsbedarf gibt, der auf alle rund 380 Straßenkilometer mit einer Summe von rund 74 Millionen Euro beziffert wird. Dass diese Summe durch die Stadt in absehbarer Zeit nicht aufgebracht werden kann, war sowohl dem vortragenden Referenten von der Firma Lehmann und Partner wie auch den Mitgliedern im Ausschuss klar. Darum wurde vorgeschlagen, rund 1,5 Millionen Euro zur Sanierung und zur Reparatur in jedem Haushaltsjahr einzustellen. Bislang sind hier pro Jahr 500.000 Euro vorgesehen. Diese Idee fand im Ausschuss Zustimmung. Zudem wurde positiv hervorgehoben, dass nun eine objektive Bestandsaufnahme für das gesamte Stadtgebiet vorliegt. Im Zustandskataster sind dabei nicht nur die Straßenoberflächen bewertet, sondern auch der Untergrund, die Verkehrsbelastung und viele weitere Kriterien sind in einer Übersicht zusammengeführt. Zu guter Letzt sollen nun noch die Zustandsinformationen über die Kanalisation mit dem Kataster verknüpft werden. Wenn in den kommenden Monaten dann alle Informationen vorliegen, sollen konkrete Straßen benannt werden, die saniert und repariert werden sollen.

Als drittes großes Thema war auch der Aktivtreff Herbrum, der Neubau der Mehrzweckhalle für rund 2,1 Millionen Euro, ein Thema. Die aktuellen Planungen wurden dabei ebenfalls von Matthias Olbrich vorgestellt. Dabei betonte er, dass in den kommenden Wochen der Abriss der alten Halle bevorstehe und dann im Frühjahr 2020 mit dem Bau der neuen Halle begonnen werden solle. Großer Diskussionspunkt war dabei auch das Energiegutachten des Aktivtreffs Herbrum. Hier stellte Olbrich heraus, dass die Halle im KfW-Standard 55 gebaut werde.

Text und Foto: Stadt Papenburg