Beraternetz für Wespen, Hummeln und Hornissen wieder im Einsatz
Landkreis Cloppenburg. Die warme Jahreszeit hat begonnen und viele Menschen freuen sich auf schöne Stunden im Freien. Doch mit dieser Zeit kommen auch die ungebetenen Gäste wie Wespen und Hornissen dazu. Vielen sind sie lästig, einige reagieren gar panisch auf die gelb-schwarzen Insekten: Wespen, Hummeln und Hornissen im Garten sorgen häufig für Unmut, aber die Furcht ist unbegründet, solange keine Allergie gegen Insektengift vorliegt. Meistens ist ein friedliches Nebeneinander möglich, solange sie in Ruhe gelassen werden. Darauf weist das Umweltamt der Kreisverwaltung hin.
Wespen unterliegen den allgemeinen Schutzbestimmungen des Naturschutzgesetzes. Für die bestandsgefährdeten Hornissen und Hummeln gelten besondere Schutzbestimmungen. Diese verbieten grundsätzlich, die Tiere unnötig oder mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Nester, Brut-, Wohn- und Zufluchtstätten dürfen ohne vernünftigen Grund weder beschädigt noch zerstört werden.
Von den Hornissen überwintert nur eine Königin. Die Altkönigin stirbt mit ihrem Volk etwa Ende Oktober, der alte Nestbau des Vorjahres wird im nächsten Sommer nicht wieder benutzt. Auch bei den Wespen überwintert nur die Königin.
Aus Gründen des Arterhalts sollte überlegen, ob ein Zusammenleben mit den Tieren für einen Sommer nicht möglich ist. Befindet sich ein Nest in unmittelbarer Hausnähe oder an häufig begangenen Stellen von Hof und Garten, lässt sich bei Beachtung einfacher Regeln sowie mit kleinen Hilfsmitteln die kurze Zeit bis zum Sterben des Wespen – oder Hornissenvolkes bis etwa Ende Oktober problemlos überstehen.
Folgendes wird empfohlen:
Im Abstand von 2-3 m vom Nest heftige Bewegungen und Bodenerschütterungen (z. B. beim Rasenmähen) vermeiden und hier die Flugbahn nicht verstellen
Kleinkinder durch niedrige Absperrungen vom Nestbereich fernhalten.
Nicht mit Gegenständen in möglichen Einfluglöchern stochern und keine Wasserschläuche auf Nester richten
Tiere im Nestbereich nicht anatmen
Im Nestbereich nicht barfuss laufen
Nicht aus Dosen trinken
Essensreste wegräumen und Nahrungsmittel abdecken.
Eine Ablenkfütterung kann sinnvoll sein. Am besten dafür eignen sich überreife Weintrauben.
Keinesfalls Insektenvernichtungsmittel einsetzen.
Fenster und Balkontüren mit handelsüblichen Fliegengittern oder Netzen absichern, damit keine Tiere in die Wohnräume gelangen können
Rollläden oder Jalousien den Sommer über nicht benutzen, falls die Tiere im Rollladenkasten ihr Nest gebaut haben. Im Winter kann der Kasten dann gesäubert und neu abgedichtet werden.
Bei Nestern in bedrohlicher Lage hat der Landkreis Cloppenburg ein Netz ehrenamtlicher Hornissenbetreuer, die um Hilfe gebeten werden können. Sie beraten die Bürger sowohl telefonisch als auch vor Ort und können, wenn keine Alternativen bestehen, ein Nest an eine geeignete Stelle umsiedeln. Dies geht allerdings in der Regel nur, wenn das Nest von außen frei zugänglich ist und gut erreichbar ist.
Im Landkreis Cloppenburg stehen aktuell sieben engagierte Betreuerinnen und Betreuer für Fragen zum Umgang mit Hornissen, Hummeln und Wespen den Bürgern mit Rat und Tat gegen ein geringes Entgelt zur Seite. Sie setzen sich in ihrer Freizeit für den praktischen Artenschutz ein und helfen durch eine gezielte Beratung oder, sofern erforderlich, fachgerechte Umsiedlung.
• Rene Borgwardt, Barßel, Tel. 04489/5002, Mobil 0170/2404396
• Doris Bremersmann, Lähden (für Löningen), Tel. 05432/5986668, Mobil 0160/5608107
• Georg Diekmann, Quakenbrück (für Essen), Tel. 05431/6000
• Karl-Heinz Diekmann, Garrel-Varrelbusch, Tel. 04471/84685
• Frank Stammermann, Friesoythe, Tel. 0173/2025692
• Hans Wilms, Saterland-Ramsloh, Tel. 04498/1751
• Norbert Zobel, Löningen, Tel. 05432/4202
Landkreis bittet um Mithilfe zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich zunehmend in Deutschland aus. Das wichtigste Erkennungsmerkmal: Die invasive Art ist überwiegend schwarz gefärbt mit auffällig gelben Beinen und mit bis zu 2,5 Zentimetern etwas kleiner als die heimische Art.
Für Menschen ist sie nicht gefährlicher als heimische Hornissen – ihr Stich ist nur bei Allergien bedenklich. Anders sieht es für Bienen aus: Die Hornissen jagen gezielt Honig- und Wildbienen und gefährden langfristig die Bestäubungsleistung.
Wer ein Nest der Asiatischen Hornisse auf seinem Grundstück entdeckt, sollte keinesfalls selbst handeln, sondern stattdessen die Untere Naturschutzbehörde informieren. Diese veranlasst die fachgerechte Artbestimmung. Die Entfernung eines Nests der Asiatischen Hornisse übernehmen ausschließlich geschulte Fachleute. Verdachtsfälle können auch über die Meldeplattform des Landes (AHlert-Nord) gemeldet werden, um die Ausbreitung wissenschaftlich zu dokumentieren. Hinweise nimmt die Kreisverwaltung unter 04471/15-259 entgegen.
Hinweis für Interessierte: Der Landkreis Cloppenburg ist stets auf der Suche nach weite-ren engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die sich als Hornissenbetreuer für den Schutz von Hummeln, Wespen und Hornissen einsetzen möchten und den Bürgern Hilfestellung bieten. Sollten Sie Interesse an dieser Tätigkeit haben, melden Sie sich gern unter 04471-15-259 oder a.muenchow@lkclp.de.
Text: LK Cloppenburg
