Brand in Recyclingbetrieb in Lingen – massive Rauchentwicklung über dem Betriebsgelände
Lingen. In einem Recyclingbetrieb an der Schillerstraße in Lingen ist am Freitagmittag ein Feuer ausgebrochen. Gegen 12:25 Uhr wurden die Einsatzkräfte unter dem Stichwort „F3X Gewerbe“ alarmiert. Bereits aus größerer Entfernung war eine massive dunkle Rauchwolke über dem Betriebsgelände zu sehen. Dichter Rauch drang aus dem Bereich einer Halle, während die Feuerwehr mit zahlreichen Einsatzkräften die Brandbekämpfung aufnahm.
Wie Jens Menke als Pressesprecher der Kreisfeuerwehr heute im Auftrag der Feuerwehr Lingen vor Ort erklärte, brannten zwei Boxen, in denen Material gelagert wurde. „Dort ist es zu einem Feuer von zwei Boxen gekommen, wo Material drin war, Papier und gewerblicher Abfall. Diese beiden Boxen haben Feuer gefangen“, schilderte Menke die Situation.
Nach Angaben der Feuerwehr funktionierten die ersten Maßnahmen des Unternehmens reibungslos. Die Mitarbeiter wurden aus dem Gefahrenbereich gebracht, die Feuerwehr alarmiert und beim Eintreffen entsprechend eingewiesen. „Interne Maßnahmen der Firma, Evakuierung, Alarmierung, Feuerwehr, Einweisung der Feuerwehr etc. haben wunderbar funktioniert, sodass die Feuerwehren zügig auch hier eingreifen konnten“, sagte Menke.
Die Löscharbeiten dauerten am Freitagnachmittag weiter an. Auch rund zweieinhalb Stunden nach der Alarmierung war noch Rauch aus dem Gebäude zu erkennen. Über die genaue Situation im Inneren der Halle konnte die Feuerwehr zu diesem Zeitpunkt noch keine abschließende Einschätzung geben. „Es ist noch Rauch zu erkennen in dem Gebäude. Wie es genau im Gebäude aussieht, kann ich Ihnen derzeit nicht sagen“, so Menke.
Parallel zur Brandbekämpfung wurden Messungen durchgeführt. Aufgrund der starken Rauchentwicklung waren außerdem Warnmeldungen über die entsprechenden Warn-Apps ausgelöst worden. Die Bevölkerung in der Umgebung wurde damit auf die Rauchentwicklung aufmerksam gemacht und zum Schließen von Fenstern und Türen aufgefordert. Menke erklärte: „Die Rauchsäule war von Weitem sichtbar, und in der Nähe wurden Fenster und Türen geschlossen. Deswegen werden solche Alarmierungen schnell über die Warn-Apps herausgegeben.“
Zum Einsatz kam ein umfangreiches Kräfteaufgebot. Neben der Feuerwehr Lingen waren auch die Feuerwehren aus Brögbern, Baccum, Bramsche und Holthausen beteiligt. Insgesamt waren nach Angaben der Feuerwehr rund 64 Einsatzkräfte mit 14 Fahrzeugen vor Ort.
Die Einsatzkräfte mussten bei den sommerlich hohen Temperaturen unter besonders belastenden Bedingungen arbeiten. Vor allem die Atemschutzgeräteträger waren durch die Hitze und ihre persönliche Schutzausrüstung stark gefordert. Unterstützt wurden sie deshalb durch das Deutsche Rote Kreuz, das unter anderem eine Versorgungskomponente sowie eine Einheit zur Erholung der Atemschutzgeräteträger bereitstellte.
„Die Hitze, die wir derzeit haben, ist daher auch sehr kräftezehrend für die Einsatzkräfte, weil sie natürlich in der persönlichen Schutzausrüstung arbeiten müssen“, erklärte Menke. Zwar gebe es bei bestimmten Tätigkeiten Möglichkeiten zur kurzfristigen Entlastung, grundsätzlich müsse die komplette Schutzkleidung jedoch getragen werden. „Wir müssen für sehr viele Getränke sorgen, damit der Flüssigkeitshaushalt im Körper auch gehalten wird“, so der Feuerwehrsprecher.
Während der Löscharbeiten blieb die Rauchentwicklung weiterhin sichtbar. Die Einsatzkräfte gingen dabei unter anderem über eine Drehleiter gegen den Brand vor. Gleichzeitig liefen die Messungen weiter, um mögliche Gefahren durch die Rauchgase beurteilen zu können.
Zur Zahl möglicher Verletzter, zum genauen Schadensausmaß und zur Brandursache lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor. Auch die genaue Lage innerhalb der betroffenen Halle konnte während des laufenden Einsatzes noch nicht abschließend beurteilt werden.
Die Feuerwehr nutzte den Einsatz zugleich, um die Bevölkerung auf die Bedeutung von Warn-Apps hinzuweisen. „Aus Sicht der Feuerwehr kann gesagt werden, dass die Warn-Apps auch auf den Handys installiert werden sollten. Das ist eine gute Idee für jeden Bürger, damit Informationen auch schnell gegeben werden können“, sagte Jens Menke.
Bei einer starken Rauchentwicklung sollten Anwohner die Warnungen ernst nehmen und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen. Dazu gehört insbesondere, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch Klimaanlagen sollten nach Möglichkeit ausgeschaltet werden, wenn dadurch Außenluft angesaugt werden könnte. „Ob man sich selbst als Bürger schützen kann, indem Klimaanlagen ausgeschaltet und Fenster geschlossen werden, ist ebenfalls wichtig“, betonte Menke.
Die Feuerwehr war am Freitagnachmittag weiterhin mit einem größeren Kräfteaufgebot an der Einsatzstelle gebunden. Die Brandbekämpfung und die begleitenden Messungen dauerten an.
