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Brand legt geheimes Drogenversteck in Haren offen

Nach Hallenbrand in Haren entdeckt Polizei offenbar riesige Cannabis-Plantage – Ermittler tagelang im Einsatz

Haren. Was am frühen Samstagmorgen zunächst wie ein gewöhnlicher Gebäudebrand im emsländischen Haren aussah, entwickelte sich nur wenige Stunden später zu einem spektakulären Kriminalfall. Während Feuerwehrleute eine brennende Halle löschten, machten sie einen Fund, der den gesamten Einsatz in eine völlig neue Richtung lenkte: Im Inneren des Gebäudes befand sich nach ersten Erkenntnissen eine professionelle Cannabis-Plantage. Obwohl die Pflanzen offenbar bereits abgeerntet worden waren, deutet vieles darauf hin, dass die Anlage von erheblichem Ausmaß gewesen sein soll.

Dichter Rauch steigt über Haren auf

Am Samstag, 4. Juli 2026, gegen 6.13 Uhr, bemerkte ein vorbeifahrender Verkehrsteilnehmer dichten Rauch über einem landwirtschaftlichen Anwesen an der Straße Hinterm Busch in Haren. Er alarmierte umgehend die Feuerwehr.

Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, stand der Innenbereich einer vermieteten Halle bereits in Flammen. Das Feuer hatte sich innerhalb kurzer Zeit ausgebreitet und fraß sich aufgrund der enormen Hitze bis in den Dachstuhl vor. Weithin sichtbarer Rauch zog über das Gelände und machte schon aus großer Entfernung deutlich, dass es sich um einen größeren Brand handelte.

Mit einem größeren Aufgebot begann die Feuerwehr sofort mit den Löscharbeiten. Über eine Drehleiter wurde der Dachbereich bekämpft, während mehrere Trupps gleichzeitig im Innen- und Außenangriff gegen die Flammen vorgingen. Die Löschwasserversorgung konnte glücklicherweise problemlos über einen Hydranten sichergestellt werden, der sich unmittelbar vor dem Gebäude befand.

Durch das schnelle Eingreifen gelang es den Einsatzkräften, den Brand unter Kontrolle zu bringen und ein Übergreifen auf weitere Gebäudeteile zu verhindern. Menschen kamen bei dem Feuer nicht zu Schaden. Der entstandene Sachschaden wird nach bisherigen Schätzungen auf rund 150.000 Euro beziffert.

Unerwarteter Fund während der Löscharbeiten

Noch während die Feuerwehr das Gebäude löschte, stießen Einsatzkräfte im Inneren der Halle auf Hinweise, die sofort die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich zogen. Schnell verdichteten sich die Anzeichen, dass die Halle nicht nur als Lager oder Werkstatt genutzt worden war.

Nach ersten Erkenntnissen befand sich dort eine professionelle Cannabis-Plantage. Die eigentlichen Pflanzen waren offenbar bereits abgeerntet worden, dennoch fanden die Einsatzkräfte zahlreiche Hinweise auf den Betrieb einer größeren Aufzuchtanlage. Der Brandort wurde daraufhin unmittelbar beschlagnahmt und an die Kriminalpolizei übergeben.

Von diesem Zeitpunkt an wandelte sich der Feuerwehreinsatz zu einem umfangreichen kriminalpolizeilichen Ermittlungsverfahren.

Polizei tagelang am Einsatzort

Während für die Feuerwehr der Einsatz beendet war, begann für die Ermittler die eigentliche Arbeit. Über mehrere Tage hinweg blieb das Gelände weiträumig abgesperrt.

Zwischen Montag, 6. Juli, und Freitag, 10. Juli, waren nahezu täglich Polizeikräfte auf dem Gelände im Einsatz. Kriminaltechniker dokumentierten den Brandort, sicherten Spuren und trugen zahlreiche Gegenstände aus der Halle. Immer wieder wurden Beweismittel aus dem Gebäude gebracht und verladen.

Besonders auffällig war der Einsatz schwerer Polizeifahrzeuge. Zeitweise fuhren zwei große Lastwagen der Polizei auf das Gelände, um umfangreiches Material abzutransportieren. Der logistische Aufwand lässt erkennen, welches Ausmaß die Ermittlungen inzwischen angenommen haben.

Plantage soll außergewöhnliche Dimensionen gehabt haben

Nach Informationen soll die in der Halle entdeckte Cannabis-Plantage von außergewöhnlicher Größe gewesen sein. Die Anlage soll mindestens die Dimensionen der erst vor wenigen Wochen entdeckten Plantage in Fresenburg erreicht haben – möglicherweise ging sie sogar darüber hinaus.

Eine offizielle Bestätigung zur tatsächlichen Größe liegt derzeit zwar noch nicht vor. Sollte sich diese Einschätzung jedoch bewahrheiten, würde es sich um einen der größten Funde einer Cannabis-Aufzuchtanlage im Emsland in den vergangenen Monaten handeln.

Viele Fragen sind noch offen

Bislang ist unklar, ob der Brand möglicherweise mit der Plantage in Zusammenhang steht oder ob das Feuer unabhängig davon ausgebrochen ist. Ebenso wird untersucht, wer die Halle angemietet hatte, wie lange die Anlage bereits betrieben wurde und ob weitere Personen an dem illegalen Anbau beteiligt waren.

Die Kriminalpolizei arbeitet derzeit mit Hochdruck an der Auswertung der zahlreichen gesicherten Spuren und Beweismittel. Auch die Ursache des Feuers ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Fest steht bereits jetzt: Aus einem vermeintlich gewöhnlichen Hallenbrand entwickelte sich innerhalb weniger Stunden ein umfangreicher Kriminalfall. Wo zunächst lediglich Flammen bekämpft wurden, stießen Feuerwehr und Polizei offenbar auf ein verborgenes Drogenversteck, das die Ermittler noch lange beschäftigen dürfte.

Foto: NWM-TV, Torsten Albrecht