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Cloppenburg ernennt Aloys Kläne zum Ehrenbürger

Ehrung für einen „Menschen mit Herz und Haltung“: Cloppenburg ernennt Aloys Kläne zum Ehrenbürger

Die Stadt Cloppenburg hat Aloys Kläne für sein herausragendes bürgerschaftliches Engagement und sein jahrzehntelanges Wirken für die Menschen in Cloppenburg und der Region zum Ehrenbürger ernannt. Die Ratsmitglieder hatten die Verleihung der Ehrenbürgerwürde in ihrer Sitzung im März 2026 einstimmig beschlossen.

Im Rahmen einer Feierstunde mit geladenen Gästen im Ratssaal überreichte Bürgermeister Neidhard Varnhorn die Ernennungsurkunde an Aloys Kläne. In seiner Laudatio würdigte er Kläne als einen Menschen, der „Maßstäbe gesetzt hat – menschlich, gesellschaftlich und sozial“ und der mit der Kleebaum Stiftung gemeinsam mit seiner 2022 verstorbenen Frau Carola „im wahrsten Sinne des Wortes Glück gestiftet“ habe – für unzählige Menschen in Cloppenburg und in der Region.

Die Ehrenbürgerwürde ist die höchste und zugleich seltenste Auszeichnung, die die Stadt Cloppenburg zu vergeben hat. In den vergangenen 100 Jahren wurde sie bisher nur neun Mal verliehen, zuletzt vor fast 25 Jahren „Es ist eine besondere Würdigung für besondere Menschen“, betonte der Bürgermeister: „Für Menschen, die weit über das normale Maß hinaus Verantwortung übernommen haben und unsere Stadt nachhaltig geprägt haben. Du gehörst ganz ohne Zweifel dazu.“

Die Stadt ehre heute nicht nur ein beeindruckendes Lebenswerk, sondern eine humanistisch-christliche Haltung, die heute vielleicht wertvoller sei denn je: Jeder Mensch – gleich welcher Herkunft oder Lebenssituation – ist wertvoll, niemand darf allein gelassen und dass eine Stadtgemeinschaft ist nur dann stark, wenn alle füreinander einstehen. „Du lebst diese Haltung, du hast sie mit der Kleebaum Stiftung sichtbar gemacht und tief in unserer Stadt verwurzelt“, betonte Varnhorn: „Dein Wirken hat Cloppenburg menschlicher, wärmer und reicher gemacht – und es wird das auch in Zukunft tun.“ Denn das Engagement des Geehrten gehe weit über finanzielle Unterstützung hinaus: „Du bist Gestalter, Ideengeber und Mutmacher“ – bis heute und auch weiterhin.

Rund vier Jahrzehnte war der heute 86-jährige Aloys Kläne für die Großbäckerei Wendeln in Garrel tätig gewesen. Nach dem Verkauf des inzwischen zum Marktführer gewachsenen Unternehmens und seiner eigenen Geschäftsanteile im Jahr 2000 entschied sich das Ehepaar Kläne, sein „Glück zu teilen“ und stellte einen erheblichen Teil seines Vermögens in den Dienst des Gemeinwohls. So entstand 2015 die Kleebaum Stiftung, die viele Projekte in Cloppenburg und der Region fördert und nicht selten erst möglich macht – von sozialer Unterstützung über Bildung bis hin zur Stärkung von Ehrenamt und gesellschaftlichem Miteinander. Aloys Kläne ist Initiator, Gründer und bis heute Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung.

Herzensprojekt war und ist „wanderlicht“. Das stationäre Hospiz an der Resthauser Straße wurde 2019 eröffnet – ein Haus, das schwerstkranken und sterbenden Menschen eine Atmosphäre von Geborgenheit und Frieden schenkt. Dank der finanziellen Grundlage durch die Kleebaum Stiftung und der großen Unterstützung aus der Bevölkerung ist ein Ort entstanden, an dem „Menschlichkeit spürbar ist „, so der Bürgermeister: „Ein Vermächtnis, das vielen Familien Trost und Halt gibt – und ein ganz konkreter Ausdruck deiner Überzeugung, dass jedes Leben, bis zuletzt, Würde verdient.

Wie sehr Aloys Kläne nicht nur Stifter, sondern vor allem als Persönlichkeit geschätzt wird, machte die Rede von Dr. Aloys Klaus deutlich. Der Vorstand der Kleebaum Stiftung und langjährige Freund beschrieb den Geehrten als „Menschen mit Herz und Haltung“ – als jemanden, der im Hintergrund wirke und gerade dadurch viel bewege.

Die wahren Werte eines Menschen erkenne man nicht daran, was er beruflich erreicht habe oder besitze – und auch nicht an Titeln, Orden oder Auszeichnungen. „Wahre Größe geht anders“, so Dr. Klaus, man finde sie eher in leisen, unspektakulären Momente, in denen man den Kern eines Menschen erkenne: Verantwortungsgefühl, Maß und Mitte, die Bereitschaft zu teilen – und zwar nicht nur Geld, sondern auch Zeit, Aufmerksamkeit und Mut. So erinnerte
Dr. Klaus an die ersten Begegnungen mit Aloys Kläne und an den Moment, in dem – fast beiläufig – ein später entscheidender Satz fiel: „Wenn ihr mal etwas Größeres vorhabt, gebt einfach Bescheid.“ Aus dieser spontanen Geste heraus sei später die Idee zum Hospiz „wanderlicht“ erwachsen. „Du hast damals vertraut, als andere noch zögerten. Du hast Möglichkeiten gesehen, wo andere zweifelten. Du hast ein Projekt begonnen, wo andere mutlos waren. Auch dafür ehren wir dich heute“, so Dr. Klaus. Der neue Ehrenbürger sei „unspektakulär groß“ – groß in seiner Menschlichkeit, groß in dem, was er tue und bewirke, und groß, weil er kein Aufheben darum mache.

Herzliche Glückwünsche der Familie Wendeln und des WEGA Family Office in Garrel überbrachte Dr. Bodo Coldewey, WEGA-Geschäftsführer und langjähriger Weggefährte des Geehrten. Seit dem Bewerbungsgespräch mit Firmenchef Paul Wendeln 1961 habe Kläne die Firma Wendeln „vom kleinen Start-up bis zum Marktführer“ mit aufgebaut. Seit 25 Jahren ist er außerdem bei der WEGA aktiv, die im Jahr 2000 nach dem Verkauf der Großbäckerei Wendeln gegründet wurde.

Man habe in all den Jahren viel auf die Beine gestellt, betonte Coldewey – auch dank Klänes „Ambitioniertheit, seiner Klarheit im Denken und in der Kommunikation und vor allem durch seine Bereitschaft, hart zu arbeiten“. Zugleich sei aus der geschäftlichen Zusammenarbeit eine vertrauensvolle, menschlich geprägte Verbindung geworden, die bis heute trage.

 „Ich habe jetzt so viel Wertschätzendes gehört, das war schon heftig“, zeigte sich der neue Ehrenbürger Aloys Kläne in seiner Dankesrede sehr bewegt. Er nehme die Auszeichnung mit „Respekt, Freude und Demut“ an – wohl wissend, dass „große Dinge nur gemeinsam entstehen“, so auch Kleebaum und das Hospiz wanderlicht. Mit seiner verstorbenen Frau Carola habe er eine finanzielle Grundlage geschaffen. „Dass daraus so viel Gutes entstehen konnte, ist das Wirken vieler Menschen“, denen er herzlich dankte.

Er ermunterte auch andere Menschen ihr Glück zu teilen und das am besten nicht erst posthum: Er sei froh, dass seine Frau Carola und er entschieden hatten, statt eines testamentarischen Vermächtnisses ihre Stiftung doch schon zu Lebzeiten zu gründen. So konnten sie das Entstehen ihres Herzensprojektes wanderlicht selbst miterleben: „Da war ein Geschenk.“

Foto: Stadt Cloppenburg

Foto: @Stadt Cloppenburg/Westerkamp