Dritter Vogelgrippe-Ausbruch in der Grafschaft Bentheim bestätigt – Stab für außergewöhnliche Ereignisse eingerichtet
In der Grafschaft Bentheim hat sich am Freitag (21. November 2025) ein weiterer Verdachtsfall auf Vogelgrippe bestätigt. Die am Donnerstag in einem Mastbetrieb mit Putenhähnen genommenen Proben fallen laut Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg positiv aus. Für den betroffenen Betrieb in der Gemeinde Wietmarschen bedeutet dies: Die rund 25.500 gehaltenen Putenhähne werden noch im Laufe des Tages durch eine Fachfirma tierschutzgerecht getötet. Der Betrieb liegt in direkter Nähe zu einem Putenhennenbetrieb, in dem in dieser Woche ebenfalls die Vogelgrippe ausgebrochen ist. Die Restriktionszonen, die rund um den neuen Ausbruchsbetrieb eingerichtet werden, sobald der amtliche Befund des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) vorliegt, werden sich daher größtenteils mit denen rund um den benachbarten Betrieb überschneiden.
Innerhalb einer Woche sind in der Grafschaft Bentheim damit drei Ausbrüche der Vogelgrippe nachgewiesen worden. Alle bislang betroffenen Geflügelhaltungen befinden sich in der Gemeinde Wietmarschen. „Das Ausbruchsgeschehen konzentriert sich momentan auf diese Region. Wie es sich weiterentwickelt, ist jedoch nicht vorhersehbar. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass das Virus sich abschwächt – zumal der Vogelzug, mit dem sich die Vogelgrippe ausbreitet, in den kommenden Wochen anhalten wird“, erklärt Kreisveterinär Dr. Hermann Kramer. Vorsorglich hat der Landkreis am Freitag einen Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) eingerichtet. Dieser Stab beobachtet das Tierseuchengeschehen, um frühzeitig eingreifen zu können, sollte sich die Situation verschärfen.
Seit einer Woche ist auch das Tierseuchen-Logistikzentrum in Nordhorn-Klausheide in Betrieb. Dort werden die tierärztlichen Untersuchungsteams mit Material ausgerüstet und Proben entgegengenommen. Anders als bei früheren Seuchenlagen erfolgen Reinigung und Dekontamination von Ausrüstung und Fahrzeugen dieses Mal nicht am Tierseuchen-Logistikzentrum, sondern in den benachbarten Hallen der Gesellschaft für Seuchenvorsorge (GSV). In diesen Hallen kann selbst bei Frost eine Temperatur von zehn Grad Celsius gehalten werden. Das ist wichtig für die Einwirkzeit des Desinfektionsmittels: Bei niedrigeren Temperaturen würde sich die Einwirkzeit deutlich verlängern. „Bei der Durchführung der Desinfektionsarbeiten können wir glücklicherweise wieder auf die Unterstützung des THW Nordhorn zurückgreifen. Die Ehrenamtlichen betreuen jeden Tag für mehrere Stunden die Dekontaminationsanlage und reinigen bzw. desinfizieren im Schnitt bis zu zehn Fahrzeuge“, berichtet Dezernentin Dr. Elke Bertke und dankt den Mitgliedern des THW für ihren Einsatz.
Text: Landkreis Grafschaft Bentheim, Rebekka Gaebel
