Eichenprozessionsspinner – von wegen „Gefahr gebannt“ – Auswirkungen eines Spazierganges am Speicherbecken

Geeste. „Die Gefahr ist gebannt, die Eichenprozessionsspinner verpuppen sich und die, in der Dämmerung aktiven Schmetterlinge oder Falter, fliegen!“So oder ähnlich hieß es irgendwo letztens in unserer Umgebung. Aber ist das wirklich so?

Vor gut zwei Wochen sind wir abends noch am Speicherbecken Rad gefahren, ein abendliches Ritual. Nach und nach kam es aber immer mehr zu einer „Pustelbildung“ an den Armen, besonders in den Ellenbeugen und auch im Nacken. Anfangs dachten wir uns noch „Naja, die Mücken und so!“, aber irgendwann sahen wir immer mehr Leute mit den Symptomen. Nach und nach verdichteten sich die Hinweise, dass die kleinen Haare der Eichenprozessionsspinner dafür verantwortlich sind. Diese sind ja auch am Speicherbecken an vielen Eichen, die mit einem „Warnband“ versehen sind, zu sehen.

Folglich haben wir unsere abendlichen Radtouren eingestellt und wie ein Wunder, wurde alles besser. Nun sind viele Eichenprozessionsspinner verpuppt und die ersten Falter haben die Nester verlassen, um für nächstes Jahr Eier zu legen. Also müsste ja nun fast alles vorbei sein. Jedenfalls für dieses Jahr.

Eichenprozessionsspinner - von wegen "Gefahr gebannt" - Auswirkungen eines Spazierganges am Speicherbecken
Eichenprozessionsspinner. Foto: NordNews.de

Doch weit gefehlt. Am Montagabend waren wir am Speicherbecken und standen in der Nähe eines ehemaligen Nestes und unterhielten uns. Hinter dem ehemaligen Nest, war noch ein weiteres Nest, welches wie ein „Sack“ herunter hängt. Und zudem wehte ein lauer Wind…….jeder hat die Windböen gestern mit bekommen.

Unter der Dusche dachte man dann noch, dass alles okay ist. Auch die Nacht war relativ ruhig. Doch die kleinen, fliegenden Haare aus den Nestern brauchen etwas um zu wirken. Somit gab es nach und nach immer weitere Hautausschläge im Hals- und Nackenbereich. Zudem kleine Pusteln im Gesicht und leicht brennende Augen. Ja genau, die sogenannte „Raupendermatitis“ hat uns erreicht.

Also, was machen? Ruhe bewahren? Abwarten? Aushalten? Erst einmal ja. Aber dennoch haben wir uns mal ein wenig bei den umliegenden Hautärzten erkundigt.

Eichenprozessionsspinner - von wegen "Gefahr gebannt" - Auswirkungen eines Spazierganges am Speicherbecken
Auswirkungen der Eichenprozessionsspinner

In vielen Hautarztpraxen geht alles ganz unkompliziert. Nach dem Anruf und der Schilderung der Symptome bekommt man ein nettes: „Kommen Sie doch bitte vorbei, wir haben eine extra Creme bereits angerührt, die können Sie mit nehmen – aber vergessen Sie Ihre Krankenversichertenkarte nicht!“ Diese Creme soll dann die Beschwerden lindern, den Juckreiz und die leichten Schmerzen lindern. Ja genau, im Gegensatz zu normalen Mückenstichen, schmerzen die Pusteln die die Haare des Eichenprozessionsspinners hervorrufen leicht. Noch ein Merkmal, um Mückenstiche von den Pusteln des Eichenprozessionsspinners abzugrenzen.

Aber langt nur ein normales herumstehen an einer befallenen Eiche? Ja! Es geht sogar noch weiter. Wie man uns berichtet hat, sind einige Patienten bei Ärzten gewesen, die den Ausschlag hauptsächlich am Hals hatten, kreisrund, wie eine Linie. Diese Patienten sind vorher schwimmen gewesen. Die Haare der Raupe sollen zwar durch das Wasser neutralisiert werden, sammeln sich aber anscheinend auch auf der Oberfläche und führen somit zu allergischen Reaktionen.

Man sollte also im Moment wirklich vorsichtig sein, wo man spazieren geht, wo man schwimmen geht und was man draußen bei Wind wo macht. Wir werden unsere abendlichen Besuche am Speicherbecken im Moment nicht durchführen, da wirklich noch viele Eichen befallen und auch gekennzeichnet sind. Auch bleibt die Abkühlung im Wasser erst mal aus.

Für alle, die Erfahrungen mit den Eichenprozessionsspinnern gemacht haben, Bilder haben, die veröffentlicht werden dürfen oder auch Geschichten selber, wie wir erlebt haben, dürfen uns gerne schreiben:

Redaktion@NordNews.de

Wir wünschen allen, die „befallen“ sind gute Besserung. Und alle, die regelmäßig unterwegs sind bitten wir, aufzupassen und das Thema Eichenprozessionsspinner nicht auf die leichte Schulter zu nehmen!