Eli vertont, was nach einer Beziehung übrig bleibt

Wer ELIs Stimme nur für wenige Sekunden hört, der versteht, dass sich hier niemand verbiegt oder radiotaugliche Songs um ihrer Radiotauglichkeit willen macht. Hier singt jemand, weil er singen muss. Weil er nicht anders kann. Genau diese Dringlichkeit bescherte dem in Köln geborene und mittlerweile in Berlin lebende Multiinstrumentalist bereits 2018 mit seiner ersten Single „Change Your Mind“ einen beeindruckenden Erfolg. Der Song hielt sich 20 Wochen in den deutschen Singlecharts und sammelte bis heute mehr als 50 Millionen Streams nur auf Spotify.

Ein Erfolg, an den der 21-jährige mit seiner jetzt erscheinenden „Our Beautiful Mess“-EP anknüpfen dürfte. Die fünf Songs sind allesamt nach dem Ende der letzten Beziehung entstanden und leben von einer ganz besonderen Ehrlichkeit und Emotionalität. Das beste Beispiel: „Gone“, eine Art Momentaufnahme des emotionalen Zustands von ELI kurz nach seiner Trennung. Ganz ähnlich „Tears In The Morning“-irgendwo zwischen organischem Singer-Songwriting, rhythmischen R&B und Hip-Hop ist der Song eine Gratwanderung zwischen Freude und Verrücktheit und der Versuch, zu verstehen, weshalb man sich auseinandergelebt hat.

Different“ berichtet von einer Beziehung, die daran scheitert, dass die Unterschiede der Partner einfach nicht miteinander vereinbar sind. Ganz ähnlich „Build Me A Bridge“, ein Song über das Ende einer Beziehung und den Moment, in dem man glaubt, endlich über den anderen hinweg zu sein –auch, wenn man insgeheim weiß, dass man immer noch nicht ohne ihn kann. Und dann ist da noch „Don’t Wake Me Up“: Eine melancholische Melange aus ruhigen Akustikgitarren, sphärische Synthies, verspielten Drums und dem Wunsch, dass der andere manchmal vielleicht auch noch von längst vergangenen Tagen in Zweisamkeit träumt.

„Ich habe meine komplette innere Welt, die zu dem Zeitpunkt der Trennung in mir war, in diese EP gepackt“, erzählt ELI. „Ich war hin und hergerissen zwischen Wut, Trauer, Akzeptanz und Liebe und genau diese innere Geschichte versuche ich hier zu erzählen. Ich will ein Zeichen setzen, dass es okay ist, über seine Gefühle zu sprechen und das fühlen, egal in welcher Hinsicht, etwas ist, was uns zu den Menschen macht, die wir sind. Es hat mich viel Überwindung gekostet, diese Welt mit euch zu teilen, aber es fühlt sich einfach nur richtig an und ich hoffe, dass ihr, in der EP einen sicheren Hafen findet.“