Emslandmuseum Schloss Clemenswerth in neuen Händen – Heimatbund übergibt Trägerschaft an Landkreis – Vertragsunterzeichnung

Sögel. Die bereits im vergangenen Herbst aufgenommenen Gespräche münden nun in der Vertragsunterzeichnung: Landrat Marc-André Burgdorf und Hermann Bröring, Vorstandsvorsitzender des Emsländischen Heimatbundes, besiegelten vertraglich, dass das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth in Sögel vom Emsländischen Heimatbund in die Trägerschaft des Landkreises Emsland übergeht.

„Das Emslandmuseum feiert im Jahre 2022 sein 50-jähriges Jubiläum. Das ist jetzt der geeignete Augenblick, um das Museum in die Hände des Landkreises Emsland zu geben“, sagt Burgdorf. Und Bröring hebt hervor: „Beim Blick in die Geschichte dieses Museums ist festzuhalten, dass es Anfang der 70er Jahre eine unbedingt richtige Entscheidung der damals drei emsländischen Landkreise war, dem Emsländischen Heimatbund als einem gemeinsamen Dach in der Kultur- und Heimatpflege die Trägerschaft für dieses Museum anzutragen“.

Unter dem ersten Museumsdirektor Eckhard Wagner geschah der Aufbau des Emslandmuseums, der zur vom damaligen Landkreis Aschendorf-Hümmling erworbenen Schlossanlage Clemenswerth gehörte. Über das Museum sollte kulturelles, aktives Leben auf die Schlossanlage gebracht werden. „Dies ist zweifelsohne gelungen. Dafür spricht unter anderem der Aufbau der Ausstellungsreihe ,Forum Form Clemenswerth`, die in der Anfangszeit weit über die Grenzen des Emslandes Beachtung gefunden hat und Vorbild für zahlreiche vergleichbare Ausstellungskonzepte anderer Einrichtungen war“, sagt Bröring. Ähnliches gelte für die Auseinandersetzung mit dem Baudenkmal Clemenswerth, der Geschichte der Wittelsbacher um Clemens August und später der Arenberger des Niederstiftes Münster, aber auch zum Teil der bürgerlichen Gesellschaft in der Region.

Zeitweise war im Emslandmuseum Schloss Clemenswerth auch das Archäologiemuseum untergebracht. „Von Anfang an hat der Landkreis Aschendorf-Hümmling und später sein Rechtnachfolger, der Landkreis Emsland, das Museum personell, beispielsweise durch die Finanzierung von Museumspersonal, insbesondere des Museumsdirektors, sichergestellt. Mittlerweile sind aber wohl alle, die mit der Entwicklung dieses Hauses enger vertraut sind, der Auffassung, dass eine derartige Trägerschaft eines Heimatbundes durch die geänderte Museumskonzeption des Landkreises Emsland aus der Zeit gefallen scheint“, betont Burgdorf. Schloss Clemenswerth sei nicht mehr das zentrale Heimatmuseum, als das es in den 1970er Jahren angedacht war. „Es ist ein weitausstrahlendes Haus, sowohl für das Zeitalter des Barocks, als auch für die moderne Kunst“, so Burgdorf.

Das Museumskonzept des Landkreises Emsland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten mit der Übernahme der Trägerschaften für das Moormuseum in Geeste und seinem Schwerpunkt der Emslanderschließung, dem Emslandmuseum in Lingen mit dem Fokus auf die Geschichte der Grafschaft Lingen und dem Archäologiemuseum in Meppen mit dem Schwerpunkt der Archäologiegeschichte der Region weiterentwickelt.

Zudem werde zu Recht die Frage gestellt, ob getrennte Trägerschaften für das Baudenkmal Clemenswerth, das in den Händen des Eigentümers Landkreis Emsland liegt, und für das Museum – dessen wichtigstes Exponat wiederum das Jagdschloss mit dem umliegenden Park ist – durch den Emsländischen Heimatbund noch zeitgemäß und zielführend seien, erläutert Burgdorf weiter. „Für Entscheidungsprozesse ist es zweckmäßiger, wenn Konzeption und deren Umsetzungen, ob für die Anlage oder das Museum, in einer Hand liegen“, betont der Landrat.

Die Trägerschaft ist zum 1. Juli 2021 mit Zustimmung der Gremien des Landkreises Emslandes an den Landkreis Emsland übergegangen. Entscheidend war, dass auch die Mitgliederversammlung des Heimatbundes der Übergabe des Museums mit dem gesamten Inventar und Personal an den Landkreis Emsland zugestimmt hat.

Text und Foto: Landkreis Emsland