Erste Wildstörche im Tierpark sind zurück! Frühlingsboten wurden gesichtet
Eigentlich kamen sie in den letzten Jahren immer früher aus ihren Winterquartieren zurück,
so dass bereits Ende Januar die ersten Rückkehrer-Störche im Tierpark Nordhorn gesichtet
werden konnten. In diesem Jahr hat uns der Winter allerdings fest im Griff, so dass die
hübschen Schreitvögel ihre Ankunft um 14 Tage nach hinten verlegt haben. Das Problem
sind dabei nicht die vorherrschenden Temperaturen, sondern die fehlenden
Nahrungsquellen. Mit Ausnahme der Vechtehofstörchin „Oma“ zählen die Weißstörche im
Familienzoo zur Wildpopulation und werden daher nicht gefüttert. Ein guter Grund also, um
noch ein paar Tage länger in schnee- und eisfreien Regionen zu verbleiben.
Nun scheint es aber loszugehen mit dem „Run“ auf die besten Nistplätze im Nordhorner
Familienzoo. „Oma´s Partner scheint zurück, denn sie klappert bereits fleißig mit einem
Storch auf dem Dach des Vechtebauernhofes. Auch die große „Storcheneiche“ wurde von
den ersten Wildstörchen inspiziert.
„Wenn der erste Wildstorch bei uns gesehen wurde, geht es in der Regel Schlag auf Schlag
und jeden Tag kehren weitere Störche in die Grafschaft Bentheim und damit auch in den
Tierpark zurück!“ so Pressesprecherin Ina Deiting. So wird es in den kommenden Tagen
wohl viele weitere Meldungen geben, denn die Rückkehrer, die bisher noch nicht gebrütet
haben, besitzen noch keine Nestbindung und vagabundieren zunächst umher. Irgendwann
beginnen sie konkret damit um die vorhandenen Nistplätze zu kämpfen oder sich ein eigenes
neues Nest anzulegen. Die erfahrenen Altstörche kehren hingegen direkt auf ihren
angestammten Nistplatz zurück. Zwischendurch begutachten sie die vorhandenen Nester in
der näheren Umgebung und „stehlen“ dort mitunter Stöckchen zur Aufbesserung ihres
Eigenheimes. Ein inzwischen altbekanntes und mitunter spektakuläres Schauspiel, welches
im Zoo besonders im Bereich der großen „Storcheneiche“ beobachtete werden kann.
Gespannt sind nun alle Zoomitarbeiter, wie viele Störche wohl in diesem Jahr den Tierpark
Nordhorn als Brutgebiet auswählen. Während es im Jahr 2014 gerade einmal 6 Brutpaare
waren, konnte man 2025 mit 42 Paaren erstmals mehr als 40 Brutpaare im Zoo zählen. In
diesem Winter sind jedoch viele Störche in den Überwinterungsgebieten am
Vogelgrippevirus gestorben. Es bleibt also abzuwarten, wie viele der Nester wieder besetzt
werden. Der Weißstorchbetreuer der LAG Weißstorchschutz, Wilfried Jürges, wird sicherlich
in den kommenden Tagen wieder viele Stunden mit seiner Kamera im Park unterwegs sein,
um die Entwicklung zu dokumentieren.
Die Storchenentwicklung in der Grafschaft Bentheim
Anfang des 20. Jahrhunderts gab es noch ca. 4500 Brutpaare in Niedersachsen.
Der Bestand ging dann stetig zurück. In der Grafschaft Bentheim gab es ab etwa 1930 keine
Brutpaare mehr! Bis 2007 lag der Bestand in ganz Niedersachsen noch unter 500 Paare.
Seitdem hat sich der Bestand in Niedersachsen erholt, so dass im Jahr 2022 wieder 1602
Paare gezählt werden konnten.
In der Grafschaft Bentheim waren es im vergangenen Jahr 69 Nestpaare. Einen besonderen
Anteil an der guten Bestandsentwicklung in der Grafschaft Bentheim haben die Störche im
Tierpark Nordhorn mit insgesamt 42 Nestpaaren. Bei Storchenliebhabern sehr bekannt ist
die mächtige Storcheneiche, in der ein Großteil der Nester zu finden ist. Im vergangenen
Jahr lag die Anzahl in der Eiche bei 15 Nestern!
Generell versucht der Tierpark in Kooperation mit dem NABU Grafschaft Bentheim die
hübschen Schreitvögel in die Flächen außerhalb des Zoogeländes zu ziehen. Durch das
Aufstellen mehrerer Nester im Bereich der Vechteaue soll ihnen hier ein attraktiver Ort zur
Jungenaufzucht geboten werden. Durch die Beringung einzelner Jungstörche werden die
Daten komplettiert und dienen der Forschung und den Behörden als Planungsgrundlage.
Text: Tierpark Nordhorn
Foto: Franz Frieling
