Erster Spatenstich für „Spiegelbau“ – Heimatverein und Archäologie Museum künftig unter einem Dach – Arbeiten aufgenommen

Meppen. Die Planungen werden nun in die Tat umgesetzt: Landrat Reinhard Winter, Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein und Marc-André Burgdorf, Vorsitzender des Heimatvereins, nahmen den symbolischen ersten Spatenstich für den Erweiterungsbau des Emsland Archäologie Museums an der Koppelschleuse vor. Dort soll künftig auch das Stadtmuseum der Stadt Meppen, das seit 1990 seinen Sitz in der alten Arenbergischen Rentei hat, seinen Platz finden.

„Die Lösung eines gemeinsamen Standortes ist optimal, denn die Rentei ist nicht barrierefrei. Nachbesserungen sind aber wegen des Status als Denkmal schwierig“, erläutern Knurbein und Burgdorf einen der Gründe für das Projekt. Der Heimatverein als Träger des Stadtmuseums und die Stadt Meppen hatten dem Landkreis Emsland den Vorschlag unterbreitet, beide Museen am Standort Koppelschleuse zusammenzulegen. Die politischen Gremien des Landkreises Emsland stimmten dem Vorhaben im Frühjahr 2018 einstimmig zu. Der Museumsstandort in der Arenbergischen Rentei wird aufgegeben. Möglichkeiten der Nachnutzung „für dieses Stadtbild prägende Gebäude“ seien bereits ins Auge gefasst, aber noch nicht abschließend besprochen, so Knurbein.

Ebenfalls für eine Zusammenlegung sprach die begrenzte räumliche Situation des Archäologiemuseums. „Jährlich zwischen 13.000 und 15.000 Besucher, darunter etwa 9.000 Schüler, die das Museum als außerschulischen Lernstandort nutzen, besichtigen das Museum. Die räumlichen Kapazitäten zur Betreuung von Schul- und Kindergruppen sind ausgeschöpft“, erläutert Winter.

Zum symbolischen erste Spatenstich versammelten sich alle Akteure an der Baustelle am Emsland Archäologie Museum, wo der Spiegelbau entstehen wird. (Foto: Landkreis Emsland)
Zum symbolischen erste Spatenstich versammelten sich alle Akteure an der Baustelle am Emsland Archäologie Museum, wo der Spiegelbau entstehen wird. (Foto: Landkreis Emsland)

Konzipiert ist der Anbau als Spiegelung des bestehenden Gebäudes. In den kommenden Wochen und Monaten soll auf der Wiese am Emsland Archäologie Museum ein Erweiterungsbau entstehen, der die bisherige Grundfläche von jetzt 366 m² auf insgesamt 791 m² vergrößert. Im Erdgeschoss erhöht sich die Nutzfläche für die Ausstellungen von bislang 270 m² auf insgesamt 449 m². Dazu kommt eine zentrale und durch einen Glasfirst von oben belichtete Raumeinheit von 86 m², die flexibel als Vortrags- und Veranstaltungsraum bestuhlt, bei Bedarf aber auch als Ausstellungsfläche genutzt werden kann. Im Bestandsbau wurde seinerzeit als zweite Ebene eine Galerie mit 157 m² Fläche eingestellt. Diese Gestaltungsidee wird auch im Anbau realisiert und schafft hier eine Erweiterung um 210 m².

Im Erdgeschoss des Neubaus sollen neben den notwendigen Neben- und Technikräumen ein für beide Museumsträger nutzbarer Raum für Museumspädagogik und ein kleiner Besprechungsraum entstehen. Auf der Galerieebene im ersten Stock sind drei Büros und eine Bibliothek vorgesehen. Zudem soll unter dem neuen Gebäude ein Keller zur Lagerung von Museumsgut, Magazinbeständen und Ausstellungstechnik entstehen.

„Mit der Zusammenlegung von Archäologie- und Stadtmuseum erfährt das Areal an der Koppelschleuse eine weitere Aufwertung. Durch diese bauliche Maßnahme wird das kulturelle Angebot an einem Ort zentriert. Wir gestalten damit den Bereich als städtisches Naherholungsziel für die Bürgerinnen und Bürger noch attraktiver und bieten zugleich den Gästen im Emsland einen zusätzlichen touristischen Anziehungspunkt“, sagen Winter und Knurbein.

Im Mai 1996 ist das Emsland Archäologie Museum damals als Ausstellungszentrum für die Archäologie des Emslandes im Neubau eröffnet worden. Sein Betrieb wird zu jeweils gleichen Teilen vom Landkreis und der Stadt Meppen finanziert.

Die Kosten für den Erweiterungsbau belaufen sich voraussichtlich auf rund 2,3 Mio. Euro. Der Landkreis Emsland und die Stadt Meppen teilen sich die Kosten. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis April 2020 abgeschlossen werden können.

Text und Foto: Landkreis Emsland