Explosion bei Party: Großübung fordert Feuerwehr und Rettungsdienst in Meppen-Feldkamp
Realitätsnahe MANV-Übung mit 18 Verletzten testet Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte
MEPPEN. Eine Explosion während einer Party, dichter Rauch im Gebäude und zahlreiche Verletzte: Was wie ein schweres Unglück klingt, war am Montagabend Teil einer groß angelegten Übung im Meppener Ortsteil Feldkamp. Feuerwehr, Rettungsdienst und weitere Hilfsorganisationen probten gemeinsam den Ernstfall eines sogenannten Massenanfalls von Verletzten (MANV).
Insgesamt wurden 18 verletzte Personen in einem Wohnhaus angenommen. Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren und das MANV-Konzept des Landkreises Emsland auf Praxistauglichkeit zu überprüfen.
Explosion eines Gasofens als Ausgangslage
Das Szenario sah vor, dass während einer Feier mit mehreren jungen Menschen ein Gasofen explodierte. Durch die Explosion wurden zahlreiche Personen im Gebäude verletzt. Die Feuerwehr musste die Betroffenen zunächst aus dem Gebäude retten und anschließend an die Kräfte des Rettungsdienstes übergeben.
„Wir haben heute eine Großübung zum Massenanfall von Verletzten durchgeführt. Das Szenario war die Explosion eines Gasofens während einer Party. Insgesamt wurden 18 Verletzte im Gebäude angenommen“, erläuterte Jens Menke, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Meppen.
Geübt wurden dabei die standardisierten Abläufe nach dem Leitfaden des Landkreises Emsland. Dazu gehörten die Rettung der Verletzten, die Übergabe an den Rettungsdienst, die medizinische Erstversorgung, die Triage zur Einstufung der Verletzungsschwere sowie die Vorbereitung auf einen möglichen Krankenhaustransport.
Der eigentliche Transport in Kliniken wurde jedoch nicht durchgeführt. Stattdessen endete die Übung kurz vor dem simulierten Abtransport, um Ressourcen zu schonen.
Aufwendige Verletzungsdarstellung sorgt für Authentizität
Besonderen Wert legten die Organisatoren auf eine möglichst realistische Darstellung der Lage. Spezielle Schminkteams sorgten dafür, dass die Verletzungen der Darsteller täuschend echt wirkten.
Dadurch wurden die Einsatzkräfte zusätzlich gefordert, da die Situation optisch einem realen Schadensereignis sehr nahekam. Ergänzt wurde dies durch verschiedene Rollenspielelemente.
So verließ beispielsweise eine verletzte Person wiederholt die eingerichtete Sammelstelle und lief zurück zur Einsatzstelle. Die Rettungskräfte mussten die Person mehrfach zurückführen und betreuen – ein Verhalten, das auch bei realen Einsatzlagen auftreten kann.
Rauch, Nebel und Explosionseffekte
Für zusätzliche Realitätsnähe sorgten verschiedene Spezialeffekte. Ein Feuerwehrkamerad mit entsprechender Fachkenntnis setzte pyrotechnische Effekte ein, um die Explosion darzustellen.
Zudem wurde dichter schwarzer Rauch aus dem Keller erzeugt. Ergänzend kamen Nebeleffekte zum Einsatz, die deutlich über die Wirkung gewöhnlicher Nebelmaschinen hinausgingen.
Die Einsatzkräfte mussten sich dadurch unter erschwerten Sichtbedingungen orientieren und arbeiten, was den Übungswert zusätzlich erhöhte.
Feuerwehr und DRK arbeiten Hand in Hand
An der Übung beteiligt waren die Freiwillige Feuerwehr Meppen, der DRK-Rettungsdienst sowie die DRK-Bereitschaften aus Meppen, Haren und Herzlake. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte außerdem durch den Leitenden Notarzt sowie den Organisationsleiter Rettungsdienst.
Im Bereich einer eingerichteten Verletzten-Sammelstelle wurden zwei Zelte aufgebaut. Dort erfolgte die Sichtung und Versorgung der Patienten durch die Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes.
Die Verletzten wurden entsprechend ihrer Verletzungsschwere eingestuft, medizinisch versorgt und für den simulierten Weitertransport vorbereitet.
Schaulustige wollten Übungsobjekt betreten
Wie bei realen Einsatzlagen kam es auch während der Übung zu Situationen mit Schaulustigen. Nach Angaben der Organisatoren versuchte eine Gruppe von Zuschauern sogar, das Übungsobjekt zu betreten.
Die Personen konnten jedoch durch die Einsatzkräfte von der Einsatzstelle verwiesen werden. Auch dieser Umstand zeigte, mit welchen zusätzlichen Herausforderungen Einsatzkräfte im Alltag häufig konfrontiert werden.
Anwohner wurden frühzeitig eingebunden
Positiv fiel die Resonanz aus der Nachbarschaft aus. Bereits im Vorfeld waren Anwohner durch Flyer über die geplante Übung informiert worden.
Diese frühzeitige Kommunikation zahlte sich nach Einschätzung der Verantwortlichen aus. Die Anwohner zeigten großes Verständnis für die Maßnahmen und unterstützten die Durchführung der Übung. Teilweise wurden sie sogar situativ in das Szenario eingebunden, was den Realitätsgrad weiter erhöhte.
Die Feuerwehr sieht darin einen wichtigen Baustein für zukünftige Übungen und Einsätze. Eine offene Kommunikation mit dem Umfeld trage wesentlich zur Akzeptanz bei und helfe dabei, Störungen oder Missverständnisse zu vermeiden.
Positive Bilanz mit Blick auf weitere Optimierungen
Nach Abschluss der Übung zogen die Verantwortlichen ein positives Fazit. Die angenommene MANV-Lage konnte erfolgreich abgearbeitet werden, und die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen funktionierte insgesamt gut.
„Das System funktioniert“, sagte Jens Menke. Gleichzeitig gebe es bei allen beteiligten Organisationen einzelne Stellschrauben, die im Rahmen der Nachbereitung analysiert und weiter verbessert werden sollen.
Trotz dieser Optimierungsmöglichkeiten sieht sich die Feuerwehr gemeinsam mit ihren Partnern gut auf entsprechende Einsatzlagen vorbereitet.
Die Großübung in Feldkamp habe gezeigt, dass die Konzepte des Landkreises Emsland greifen und die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst und Hilfsorganisationen im Ernstfall funktioniert.









Fotos: NordNews.de
