Fahrradakku explodiert beim Laden – Drei Verletzte nach Wohnungsbrand in Meppen
Explosion während des Ladevorgangs löst Feuerwehreinsatz aus
Ein explodierter Fahrradakku hat am Mittwochabend einen Feuerwehr- und Rettungseinsatz in einem Mehrfamilienhaus in Meppen ausgelöst. Drei Bewohner wurden verletzt, nachdem sich der Akku während des Ladevorgangs entzündet hatte. Dank des schnellen Handelns der Bewohner und eines ausgelösten Rauchmelders konnte eine Ausbreitung des Feuers verhindert werden.
Gegen 20:20 Uhr wurden Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei zu dem Gebäude alarmiert. Aufgrund der ersten Notrufe musste zunächst davon ausgegangen werden, dass sich noch Personen in der Wohnung befanden. Diese Meldung bestätigte sich beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte glücklicherweise nicht.
„Wir wurden um 20.20 Uhr zu einem Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus mit dem Stichwort F3Y alarmiert. Das steht für Feuerwehr Stufe 3, das ‚Y‘ bedeutet Menschenleben in Gefahr. Nach der ersten Meldung sollte sich noch mindestens eine Person in der Wohnung befinden. Vor Ort stellte sich glücklicherweise heraus, dass sich keine Personen mehr in der Wohnung aufhielten“, berichtet Jens Menke, Pressesprecher der Feuerwehr Meppen.
Drei Bewohner vorsorglich ins Krankenhaus gebracht
Die drei Bewohner konnten die Wohnung eigenständig verlassen. Sie wurden durch den Rettungsdienst medizinisch untersucht und anschließend zur weiteren Kontrolle in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Feuerwehr übernahm die Brandbekämpfung und kontrollierte die betroffene Wohnung auf weitere Glutnester.
„Die drei Personen, die sich in der Wohnung aufgehalten haben, wurden von uns an den Rettungsdienst übergeben und zur weiteren Kontrolle in die naheliegenden Krankenhäuser gebracht“, sagt Jens Menke.
Rauchmelder und besonnenes Verhalten verhindern Schlimmeres
Eine entscheidende Rolle spielte der installierte Rauchmelder. Er alarmierte unmittelbar nach der Explosion nicht nur die Bewohner der betroffenen Wohnung, sondern auch die Nachbarn. Dadurch konnte das Mehrfamilienhaus rechtzeitig geräumt werden.
Anstatt selbst Löschversuche zu unternehmen, brachten die Bewohner den beschädigten Akku ins Freie. Dadurch blieb das Feuer auf den unmittelbaren Bereich begrenzt.
„Nachdem der Akku explodiert war, ging natürlich auch sofort der Rauchmelder an. Somit wurden alle anderen Nachbarn gleich informiert und konnten schnell das Gebäude verlassen. Gelöscht wurde selbstständig nicht durch die Anwohner, aber der Akku wurde nach draußen befördert, sodass in der Wohnung nichts Weiteres passieren konnte“, erklärt Jens Menke.
Gefahr geht weit über die Flammen hinaus
Brände von Lithium-Ionen-Akkus unterscheiden sich erheblich von herkömmlichen Bränden. Neben der enormen Hitze entstehen dabei gesundheitsschädliche Brandgase. Außerdem können Kunststoff- und Metallteile explosionsartig umhergeschleudert werden.
„Als wir hier ankamen, konnte man es schon riechen, dass es sich um einen Elektrobrand handelt. Diese Gase, die bei solchen Bränden entstehen, sind nicht ganz ungefährlich. Dazu können Kunststoffteile herumfliegen und teilweise Batteriesäuren austreten, wenn auch nur in kleinen Mengen“, erläutert Jens Menke.
Feuerwehr appelliert zum sicheren Umgang mit Fahrradakkus
Der Einsatz zeigt nach Einschätzung der Feuerwehr, wie schnell ein scheinbar alltäglicher Ladevorgang zu einer gefährlichen Situation werden kann. Gerade deshalb raten die Einsatzkräfte dazu, Akkus möglichst nicht in Wohnräumen zu laden.
„Einen Akku bitte nicht in der Wohnung laden. Dafür nimmt man entweder einen Fahrradschuppen oder vielleicht einen Bereich im Keller, wo das sicher erfolgen kann“, empfiehlt Jens Menke.
Feuerwehr gibt wichtige Sicherheitshinweise
Die Feuerwehr empfiehlt:
Fahrradakkus möglichst nicht in Wohnräumen laden.
Ausschließlich Original-Ladegeräte verwenden.
Akkus während des Ladevorgangs nicht unbeaufsichtigt lassen.
Beschädigte oder aufgeblähte Akkus nicht weiter benutzen.
Akkus möglichst in gut belüfteten Bereichen wie Fahrradschuppen oder Kellerräumen laden.
Im Einsatz waren die Freiwillige Feuerwehr Meppen, drei Rettungswagen sowie zwei Streifenwagen der Polizei. Die genaue Ursache für die Explosion des Akkus ist derzeit Gegenstand weiterer Ermittlungen.
