Fördermittel für „Dorfregion“ Nordhorn-Neuenhaus bewilligt – Grafschafter Kommunen kooperieren bei der Dorfentwicklung

Nordhorn.Das Land Niedersachsen bewilligt die Fördermittel für ein gemeinsames Dorfentwicklungsprojekt der Stadt Neuenhaus, der Gemeinde Lage und der Stadt Nordhorn. Das hat die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast am heutigen Montag, den 17. Dezember 2018 auf dem Niedersächsischen Tag der Landentwicklung angekündigt. Es ist das erste Mal, dass sich Kommunen in der Grafschaft Bentheim für die Dorfentwicklung zusammengeschlossen haben.

Die Förderung betrifft die sogenannte „Dorfregion Nordhorn-Neuenhaus“ in der Mitte der Grafschaft Bentheim. Das Antragsgebiet besteht aus den nördlichen Nordhorner Ortslagen Hohenkörben, Bimolten und Bookholt, aus der Stadt Neuenhaus inklusive Veldhausen, Grasdorf und Hilten sowie der Gemeinde Lage. Auch der Bereich rund um das Kloster Frenswegen ist Teil des Antragsgebiets. Über einen Zeitraum von zehn Jahren will das Land hier die Dorfentwicklung besonders fördern.

„Wir freuen uns außerordentlich, dass wir dieses spannende und wichtige Projekt gemeinsam durchführen können“, so Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling. Mit seinen Amtskollegen Paul Mokry aus Neuenhaus, Hindrik Bosch aus Lage sowie dem Neuenhauser Stadtdirektor Günter Oldekamp tauschte er sich über die positiven Nachrichten aus dem Ministerium aus. „Metmekaar an Dinkel und Vechte“, das soll laut Oldekamp das plattdeutsch angehauchte Motto für die Zusammenarbeit sein.

Sowohl in Nordhorn als auch in der Samtgemeinde Neuenhaus wurden in der Vergangenheit sehr positive Erfahrungen mit der Dorfentwicklung gemacht. So zum Beispiel in Brandlecht und Hestrup oder in Osterwald. Ein Lieblingsbeispiel von Berling ist das noch laufende Programm in Klausheide: „Auf dem neu entstandenen Dorfplatz findet viel Gutes statt und es gibt insgesamt viel neuen Schwung im Dorfleben.“ Berling hofft auf ähnlich positive Effekte in der neuen Förderregion: „Bimolten, Bookholt und Hohenkörben warten schon lange auf diese Gelder. Die Menschen dort haben viele gute Ideen“, so der Bürgermeister.

Das Ziel von Dorfentwicklungsprojekten ist es, die Strukturen und die Attraktivität ländlicher Regionen zu bewahren und diese gleichzeitig zukunftssicher zu machen. Potentiale sollen gestärkt und Schwächen überwunden werden. Um das zu erreichen, werden sowohl private als auch öffentliche Maßnahmen gefördert. Privatleute können Fördermittel von bis zu 30 Prozent erhalten, beispielsweise für die Sanierung eines dorfbildprägenden Gebäudes. Öffentliche Maßnahmen, wie zum Beispiel die Optimierung von Verkehrswegen oder die Schaffung von Naherholungsflächen, fördert das Land mit bis zu 75 Prozent.

Der Dorferneuerungsplan mit den Maßnahmen wird von den Bewohnerinnen und Bewohnern der jeweiligen Region selbst entwickelt. Dazu werden Arbeitskreise gebildet, die sich regelmäßig treffen und dabei von der Verwaltung begleitet werden. Vereine, Initiativen und engagierte Einzelpersonen sollen sich dort einbringen. Im Mai hat in Neuenhaus bereits eine erste Akteursbeteiligung stattgefunden. Dort wurden gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern aus dem gesamten Antragsgebiet erste Zielvorgaben für die Antragsstellung erarbeitet.

Am 10. Januar 2019 will ein Vertreter des Landwirtschaftsministeriums in Neuenhaus offiziell die Fördermittelzusage überreichen. Anschließend wollen die Verwaltungen der Stadt Nordhorn und der Samtgemeinde Neuenhaus zeitnah in die Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern einsteigen. „Wir betreten mit dieser Kooperation natürlich Neuland aber wir sind uns sicher, dass wir gemeinsam einen guten Weg für eine erfolgreiche Dorfentwicklung finden werden“, sind sich alle Beteiligten sicher.

Laut Landwirtschaftsministerium sind ab dem 1. Januar 2019 275 Dorfentwicklungsverfahren mit insgesamt 833 Dörfern in Niedersachsen im Dorfentwicklungsprogramm. Darunter sind 19 neue Aufnahmen, eine davon die Dorfregion Nordhorn-Neuenhaus. Insgesamt waren 41 Anträge bei den Ämtern für regionale Landesentwicklung eingegangen.

Text und Foto: Stadt Nordhorn