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Geeste bekommt wieder einen Nahversorger: Erster Spatenstich für Wohn- und Geschäftshaus mit CBox erfolgt

Wohn- und Geschäftshaus mit acht Wohnungen und modernem Einkaufskonzept geplant

GEESTE. Nach Jahren der Planung ist am Montagmorgen ein bedeutendes Projekt für die Zukunft des Ortsteils Geeste offiziell gestartet. Um 8.30 Uhr erfolgte der erste Spatenstich für ein neues Wohn- und Geschäftshaus im Ortskern. In dem Gebäude sollen künftig acht Wohnungen sowie eine moderne CBox der Bünting-Unternehmensgruppe entstehen. Das Nahversorgungskonzept soll eine Lücke schließen, die die Bürgerinnen und Bürger seit vielen Jahren beschäftigt.

Mit dem symbolischen Spatenstich wurde der offizielle Startschuss für das Projekt gegeben. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen nach aktueller Planung im August 2026 beginnen. Die Bauzeit wird derzeit auf rund 16 Monate geschätzt, kann sich jedoch je nach Witterungsverlauf noch verändern. Läuft alles nach Plan, könnte das Gebäude Ende 2027 fertiggestellt werden.

Ein Projekt mit langer Vorgeschichte

Die Pläne für einen neuen Nahversorger kommen nicht überraschend. Bereits seit mehreren Jahren beschäftigt die Gemeinde Geeste die Frage, wie die Versorgung im Ortskern langfristig gesichert werden kann. Nach Angaben von Bürgermeister Helmut Höke reicht die Geschichte des Projektes sogar deutlich weiter zurück.

Der letzte klassische Nahversorger im Ortsteil Geeste schloss bereits vor mehr als zehn Jahren seine Türen. Seitdem mussten viele Einwohner für kleinere Einkäufe auf andere Ortsteile oder benachbarte Orte ausweichen. Die Schaffung eines neuen Angebots galt deshalb über Jahre hinweg als eines der wichtigsten Entwicklungsziele für den Ortskern.

Bereits 2024 wurden erste konkrete Planungen für ein Wohn- und Geschäftshaus mit integriertem Nahversorger öffentlich vorgestellt. In den folgenden Monaten wurden Gespräche mit Investoren, Politik, Verwaltung und der Bünting-Unternehmensgruppe intensiviert, um eine wirtschaftlich tragfähige Lösung für den Standort zu entwickeln.

Die nun begonnene Umsetzung markiert das vorläufige Ende eines langjährigen Entwicklungsprozesses. Über Jahre hinweg hatten Verwaltung, Politik und Projektbeteiligte nach einem passenden Konzept gesucht. Mit dem ersten Spatenstich wird diese Planung nun sichtbare Realität.

Gemeinde und Bünting ziehen an einem Strang

Nach Angaben von Matthias Adler, Leiter der Standortentwicklung Nord bei der Bünting-Unternehmensgruppe, entstand das Projekt in enger Abstimmung mit der Gemeinde Geeste. Zahlreiche Gespräche zwischen Verwaltung, Politik und Unternehmen gingen der Entscheidung voraus.

„Der Wunsch in der Bevölkerung, ortsnah einkaufen zu können, ist groß“, hatte Bürgermeister Helmut Höke bereits bei der Vorstellung des Projektes deutlich gemacht. Gleichzeitig verwies er auf die zentrale Lage des Standortes in unmittelbarer Nähe zu Kirche, Kindergarten, Schule und weiteren Einrichtungen des täglichen Lebens.

Für Bünting war entscheidend, dass das Konzept wirtschaftlich tragfähig betrieben werden kann. Nach Einschätzung des Unternehmens bietet Geeste genügend Potenzial, um den Markt langfristig erfolgreich zu betreiben. Die Gemeinde wiederum sieht in dem Projekt einen wichtigen Baustein zur Stärkung des Ortskerns und zur Verbesserung der Lebensqualität.

Was steckt hinter der CBox?

Die CBox ist kein klassischer Supermarkt und auch kein einfacher Verkaufsautomat. Vielmehr handelt es sich um ein modernes Nahversorgungskonzept, das die Vorteile eines autonomen Einkaufssystems mit persönlichem Service verbindet.

Auf rund 150 Quadratmetern Verkaufsfläche beziehungsweise etwa 200 Quadratmetern Mietfläche sollen künftig rund 2.000 Artikel angeboten werden. Das Sortiment umfasst die wichtigsten Produkte des täglichen Bedarfs. Geplant sind unter anderem frisches Obst und Gemüse, Molkereiprodukte, Getränke, Haushaltswaren sowie zahlreiche weitere Artikel für den täglichen Einkauf.

Fleischprodukte sollen als verpackte Selbstbedienungsware angeboten werden. Eine klassische Frischetheke ist nicht vorgesehen. Auch Backwaren werden erhältlich sein. Dabei setzt das Konzept auf Aufbackprodukte und nicht auf eine große Bake-off-Station wie in klassischen Supermärkten, um zusätzliche Personalkosten zu vermeiden.

Autonom einkaufen – aber nicht ganz ohne Personal

Eine Besonderheit des Geester Standortes liegt in einem Detail, das ihn von vielen anderen autonomen Märkten unterscheidet.

Während zahlreiche vergleichbare Konzepte vollständig ohne Personal betrieben werden, soll es in Geeste täglich mehrere Stunden persönliche Betreuung geben. Nach den aktuellen Planungen werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter etwa fünf Stunden pro Tag vor Ort sein.

Damit reagiert die Gemeinde bewusst auf mögliche Vorbehalte gegenüber rein automatisierten Einkaufslösungen. Gerade ältere Menschen oder Kunden, die Unterstützung benötigen, sollen weiterhin einen persönlichen Ansprechpartner vorfinden.

Diese Kombination aus moderner Technik und persönlichem Service war nach Angaben der Beteiligten eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung des Projektes.

Einkaufen von früh bis spät – auch an Sonn- und Feiertagen

Geplant sind besonders lange Öffnungszeiten. Nach derzeitigen Überlegungen soll die CBox täglich von etwa 6 bis 23 Uhr geöffnet sein. Da das Konzept weitgehend autonom funktioniert, sind auch Öffnungen an Sonn- und Feiertagen vorgesehen.

Der Zugang erfolgt über eine EC-Karte oder Kreditkarte, die gleichzeitig zur Identifikation dient. Bezahlt wird ausschließlich bargeldlos an Self-Checkout-Kassen. Eine Barzahlung ist nicht vorgesehen, da dauerhaftes Kassenpersonal nicht vorhanden sein wird.

Für die Kundinnen und Kunden bedeutet dies ein hohes Maß an Flexibilität. Gleichzeitig ermöglicht das Konzept wirtschaftliche Betriebsabläufe, die in kleineren Orten oft die Voraussetzung für einen dauerhaften Betrieb sind.

Antwort auf die Herausforderungen des ländlichen Raums

Für viele ländliche Gemeinden stellt die Sicherung der Nahversorgung eine wachsende Herausforderung dar. Klassische Supermärkte benötigen häufig größere Einzugsgebiete und höhere Umsätze, um wirtschaftlich betrieben werden zu können.

Genau hier setzt das Konzept der CBox an. Durch geringere Personal- und Betriebskosten können auch kleinere Orte versorgt werden, in denen sich ein herkömmlicher Supermarkt wirtschaftlich kaum darstellen lässt.

Nach Auffassung von Matthias Adler bietet das Konzept deshalb gerade für Gemeinden wie Geeste eine zukunftsfähige Lösung. Das Unternehmen sieht in autonomen und teilautonomen Märkten eine wichtige Ergänzung für Regionen, in denen klassische Nahversorgungsangebote zunehmend unter Druck geraten.

Mehr als nur ein Lebensmittelmarkt

Für Bürgermeister Helmut Höke geht die Bedeutung des Projekts weit über das reine Einkaufen hinaus. Mit dem neuen Wohn- und Geschäftshaus soll der Ortskern insgesamt gestärkt und belebt werden.

Neben der neuen Einkaufsmöglichkeit entstehen acht zusätzliche Wohnungen in zentraler Lage. Damit verbindet das Projekt gleich mehrere Ziele: die Sicherung der Nahversorgung, die Schaffung von Wohnraum und die weitere Entwicklung des Ortskerns.

Mit dem Spatenstich am Montagmorgen hat für das Vorhaben nun die praktische Umsetzungsphase begonnen. Für viele Einwohner des Ortsteils Geeste ist dies weit mehr als ein gewöhnliches Bauprojekt. Nach Jahren ohne Nahversorger im Ortskern entsteht ein Angebot, das kurze Wege, moderne Einkaufsmöglichkeiten und zusätzlichen Wohnraum miteinander verbindet.

Wenn die Bauarbeiten planmäßig verlaufen, könnte die CBox Ende 2027 erstmals ihre Türen für die Bevölkerung öffnen – und damit ein Kapitel abschließen, auf das viele Menschen in Geeste seit Jahren gewartet haben.