Blaulicht

Glatteis auf der B213: Stillstand in der „Eiswüste“ bei Löningen

LÖNINGEN – HERZLAKE – Eine gefährliche Kombination aus extremem Winterwetter und einsetzendem Regen hat am heutigen Vormittag die Bundesstraße 213 in eine spiegelglatte Falle verwandelt. Zwischen Löningen und dem Umland kam der Verkehr vollständig zum Erliegen. Gefangenentransporter und Gefahrgut-Lkw stecken fest – die Lage vor Ort ist prekär.

Was als winterliche Witterung begann, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zum Worst-Case-Szenario für hunderte Verkehrsteilnehmer. Eine bereits bestehende, zentimeterdicke Eisschicht wurde durch einsetzenden Regen binnen Minuten mit einer spiegelglatten Glasschicht überzogen. Das Resultat: Die B213, eine der wichtigsten Verkehrsleitlinien der Region, ist unbefahrbar geworden.

Gefangenentransport und Brennstoff-Lkw im Eis gefangen

Besonders kritisch stellt sich die Situation für Fahrzeuge mit sensibler Fracht dar. Ein Gefangenentransporter, der sich auf dem Weg in Richtung Lingen befand, harrt mitten auf der Fahrbahn aus. Jeder Versuch des Fahrers, den Bus in Bewegung zu setzen, endet in einem unkontrollierten seitlichen Wegrutschen. Um die Sicherheit zu gewährleisten, sind Beamte der Polizei Emsland in den Bereich Cloppenburg ausgerückt, um die dortigen Kollegen unter anderen bei der Absicherung des festsitzenden Busses zu unterstützen.

Nur unweit entfernt bietet sich ein fast schon ironisches Bild: Drei schwere Gefahrguttransporter der Marke Aral bilden die Spitze eines kilometerlangen Rückstaus in Richtung Löningen. Während auf den Flanken der Tankwagen großflächig mit dem Slogan „Alles super“ geworben wird, herrscht vor Ort das pure Chaos. Die mit brennbaren Stoffen beladenen Lkw haben jegliche Traktion verloren und rühren sich nicht mehr vom Fleck.

Landwirt scheitert an massiven Eismassen

Ein lokaler Landwirt bewies Zivilcourage und versuchte, mit seinem Schlepper Hilfe zu leisten. Zwar gelang es ihm, zwei leichtere Lastkraftwagen ein Stück vorzuziehen, doch bei den schweren Kalibern stieß seine Maschine an ihre physikalischen Grenzen. Weder der Gefangenentransporter noch die massiven Gefahrgut-Lkw ließen sich bewegen. Auch der Versuch, die Fahrbahn mit einem Schiebeschild vom Eis zu befreien, schlug fehl: Die Eisschicht ist so fest mit dem Asphalt gefroren, dass herkömmliches Räumgerät hier wirkungslos bleibt.

Hoffnung ruht auf der Straßenmeisterei

Da die Einsatzstelle aufgrund der allgemeinen Verkehrslage bisher für reguläre Streudienste unerreichbar blieb, hat sich ein Stau gebildet, der in beide Richtungen bis zum Horizont reicht. Viele Lkw-Fahrer verloren bereits den Halt und rutschten in die angrenzenden Bankette.

Die Augen der festsitzenden Fahrer und der Einsatzkräfte richten sich nun auf die Straßenmeisterei. Benötigt werden schwere Räumfahrzeuge mit Spezialausrüstung und ein massiver Einsatz von Streumitteln, um die „Eisbahn“ B213 wieder in eine befahrbare Straße zu verwandeln. Bis dahin bleibt der Bereich eine absolute Gefahrenzone, in der Stillstand das einzige Gebot ist.

Foto: Ulf Zurlutter NWM-TV