Grafschafter Impfzentrum: Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Die Vorgabe des Landes ist „sportlich“: am 15. Dezember sollen die 60 Impfzentren in Niedersachsen einsatzbereit sein. Für das speziell beim Landkreis eingerichtete Organisationsteam um Sascha Lehky, Chris Pubanz und Jens Kelmer werden die folgenden nicht einmal zwei Wochen eine große Herausforderung. Das ausgewählte Gebäude, die ehemalige Erfo-Nähwerkstatt an der Nordhorner Paulstraße, muss – sobald es grünes Licht vom Land gibt – im „Höllentempo“ hergerichtet werden. Die planerischen Vorbereitungen laufen unabhängig davon bereits. Schon 2015, während der großen Zuwanderung von Flüchtlingen, habe man unmöglich Erscheinendes möglich machen können. „Darum denke ich, dass wir pünktlich am Start sind“, zeigt sich Landrat Uwe Fietzek zuversichtlich. „Wir haben gute Leute, die mächtig Fahrt aufnehmen können und klaren Kurs halten.“

Zugute kommt dabei, dass man bereits bei der Prüfung möglicher Objekte im Auswahlverfahren „seine Hausaufgaben“ gemacht habe: nicht nur Maße wurden genommen, sondern auch der mögliche Aufbau der Impfstrecken und die Anordnung der einzelnen notwendigen Bereiche konzipiert. Lehky und Pubanz waren im Katastrophenschutzstab des Landkreises während der Pandemie bereits mit vielen Beschaffungs- und Logistikaufgaben betraut. Kelmer mit seiner Abteilung Innerer Service und Liegenschaften verfügt über große Erfahrungen in den Bereichen Errichtung von Gebäuden und Ausstattung – egal ob Schulbauten oder Kreis- und Kommunalarchiv oder die Umwandlung einer Sporthalle in eine Flüchtlingsunterkunft. Tatkräftige Unterstützung kommt zudem von den Hilfsorganisationen.

Es geht beileibe aber nicht nur um die Herrichtung des Gebäudes und das Vorhalten von Verbrauchs- und Schutzmaterial. Ebenso wichtig ist die Organisation des Betriebes an sich. Die einzelnen Abläufe müssen durchgespielt und festgezurrt, das Personal rekrutiert und mit seinen Aufgaben vertraut gemacht, der Einsatz des mobilen Impfteams besprochen werden. Nach derzeitigem Stand wird das ärztliche Personal durch das Land rekrutiert und „bereitgestellt“, die Landkreise müssen das darüber hinaus notwendige Personal für das Impfzentrum organisieren. Die Terminkoordination für Impfungen (online und telefonisch) soll ebenfalls über das Land abgewickelt werden. Auch das ist eine „sportliche“ Aufgabe. Für den Fall der Fälle gilt es, einen Plan B zu entwickeln.

Noch ist nicht klar, wann genau der erste Impfstoff in die Grafschaft kommt und welcher das sein wird. Landessozialministerin Carola Reimann geht davon aus, dass die Impfzentren vielleicht frühestens noch im Dezember, vermutlich aber erst im neuen Jahr starten können. „Das hängt natürlich vom Termin der Zulassung ab. Man kann wohl davon ausgehen, dass wir mit den mobilen Impfteams loslegen. Noch liegen die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission und des Robert-Koch-Instituts nicht vor. Aber sehr wahrscheinlich werden zuerst das Funktionspersonal in den Kliniken und Pflegeeinrichtungen sowie die Risikogruppen in den Pflegeeinrichtungen geimpft“, erläutert Landrat Fietzek. „Bis dahin haben wir aber noch mehr als alle Hände voll zu tun. Man darf nicht vergessen, dass ein nicht unerheblicher Teil des Personal der Kreisverwaltung bereits seit neun Monaten unter einer extremen Arbeitsbelastung steht.“

Text: Landkreis Grafschaft Bentheim