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Großes Interesse aus ganz Europa: Über 400 Architekturbüros bewerben sich um Teilnahme am Architektenwettbewerb zum Neubau der Maximilian-Kolbe-Schule (MKS)

Landkreis Cloppenburg. Wenn ein Auftrag vergeben werden muss, der für den Empfänger mehrere Millionen Euro Umsatz bedeutet, dann ist der konsequente Ausschluss von Korruption nicht nur wichtig, sondern auch vorgeschrieben. Am Beispiel des Architektenwettbewerbs der Maximilian-Kolbe-Schule Löningen an der Lindener Straße, zeigt die Kreisverwaltung nun nicht nur, dass der Neubau der Förderschule Fahrt aufnimmt, sondern auch, wie das Prozedere abläuft. 

426 Architektenbüros aus ganz Europa wollen die neue Förderschule mit dem Landkreis als Träger bauen, nachdem eine europaweite Ausschreibung erfolgt ist. Diesen Teilnehmern wurden nach dem Zufallsprinzip 426 Nummern zugeordnet, die in einer Lostrommel landen. Die Liste, die die Nummern mit den Unternehmen verbindet, hält Thomas Geppart vom Büro Drees Huesmann aus Bielefeld bis nach der Ziehung unter Verschluss. 

Alles passierte im Beisein von Dorothee Münchow, Leiterin des Amtes für Hochbau und Liegenschaften beim Landkreis Cloppenburg sowie MKS-Schulleiterin Annegret Krassen und Konrektorin Marion Schwarz. Auch das Rechtsamt des Landkreises und die Kommunalaufsicht waren anwesend. Anschließend wurde die neutralste Person zur Ziehung der Nummern gesucht: Die Wahl fiel auf Schulpraktikantin Julia Wessel: Sie zog nun 17 Teilnehmer und fünf Nachrücker. Es wurde insgesamt eine Teilnehmerzahl von 20 festgelegt, davon wurden drei Bewerbergemeinschaften namentlich vorab gesetzt, 17 teilnehmende Büros  wurden durch dieses anonymisierte Losverfahren ausgewählt. „Dieses Verfahren ist auch mit der Architektenkammer abgestimmt. Sinn der Auslosung ist es, die Zahl der Teilnehmer unvoreingenommen und gerecht zu verringern, neue Impulse in das Verfahren zu bekommen und gleichzeitig auch bewährten Architekturbüros die Möglichkeit zur Teilnahme zu geben“, betont Amtsleiterin Dorothee Münchow.

Im nächsten Schritt werden die 20 teilnehmenden Architekturbüros  kontaktiert und es wird Gelegenheit gegeben, Fragen zum Projekt zu stellen, etwa zu besonderen Anforderungen, dem Grundstück oder ähnlichem. „Alle starten mit der gleichen Wissensbasis, dann können sie mit der Planungsarbeit beginnen“, erklärt Münchow. Als Anreiz werden die drei besten Entwürfe mit Preisgeldern zwischen 30.000 und 81.000 Euro belohnt. Das ist sehr gut angelegtes Geld, denn nur der Wettbewerb ermöglicht am Ende auch den wirtschaftlichsten Entwurf zu finden, schließlich geht es um eine hohe Investition in zweistelliger Millionenhöhe. Bei einer Beauftragung eines Preisträger wird das Preisgeld zudem auf das Honorar angerechnet. „Ziel dieses Verfahrens ist es, Raum für Kreativität im Planungswettbewerb zu lassen“, erklärt Thomas Geppart. „So entstehen Entwürfe mit Ideen, auf die man in der Regel sonst nicht gekommen wäre. Es entstehen 20 Lösungsansätze für diese eine ganz konkrete Aufgabenstellung. Dadurch können Vor- und Nachteile der Wettbewerbsarbeiten sehr gut abgewogen und beurteilt werden.“, ergänzt Amtsleiterin Dorothee Münchow. Das große Interesse am Wettbewerb ist für den Landkreis somit ein echter Gewinn, denn die meisten Büros investieren kreative Arbeit obwohl sie am Ende dann kein Preisgeld und Honorar bekommen werden. 

Das Auswahlverfahren ist ebenfalls gerecht und transparent gestaltet. „Alle eingereichten Umschläge, Pläne und Modelle erhalten eine sechsstellige Nummer, um den Absender zu anonymisieren. Diese Nummer wird im Vorprüfungsverfahren noch einmal mit einer vierstelligen Nummer überklebt. Erst nach Vorauswahlen und der endgültigen Auswahl wird bekannt, wer den Entwurf eingereicht und letztendlich damit gewonnen hat. „Dazu gibt es ein Ampelsystem, mit dem alle vorher ausgeschriebenen Anforderungen benotet werden, zum Beispiel nachhaltiges Bauen oder Energieeffizienz“, erklärt Münchow.

Bis zum 2. November können die ausgewählten Büros Planunterlagen einreichen, bis zum 16. November muss auch ein Modell vorliegen. Nach einer Preisgerichtssitzung werden dann anschließend im Dezember die besten Modelle und Pläne in einer Ausstellung öffentlich vorgestellt – und natürlich auch der Sieger des Architektenwettbewerbs für die Maximilian Kolbe Schule. 

Text: LK Cloppenburg