Gut angenommen – Historische Führung zur Geschichte der NS-Kriegsgefangenenlager in der Gemeinde Geeste

GEESTE. Zwei von drei Schwerpunktführungen zur Geschichte der NS-Kriegsgefangenenlager in der Gemeinde Geeste fanden bereits statt. Diese wurden sehr gut angenommen und es gab durchweg positive Rückmeldungen. Die Gruppen trafen sich am ehemaligen Lager XII in Dalum und wurden begrüßt von Martin Koers, der bereits seit mehreren Jahren als Archivar der Gemeinde Geeste und als Co-Leiter der Gedenkstätte Esterwegen tätig ist. Koers beschrieb unter anderem die wechselvolle Historie des Lagers in Dalum von 1938 bis in die Nachkriegszeit sowie der Kriegsgräberstätte in Dalum-Rull durch historisches Bildmaterial.

Erinnerungsort Lager XII

Insgesamt 15 Gefangenenlager unterhielt der nationalsozialistische Staat im Emsland und der Grafschaft Bentheim zwischen 1933 und 1945. Dazu zählten auch die Kriegsgefangenenlager des Oberkommandos der Wehrmacht XI Groß Hesepe und XII Dalum.

Während der Großteil der baulichen Reste der Lager in den umliegenden Orten in den 1950er und 1960er abgerissen wurden, blieben in Dalum die Trafostation, das Wachgebäude und einige Eingangspfeiler erhalten. In den kommenden Monaten soll dieses Ensemble zu einem „Erinnerungsort Lager XII“ hergerichtet werden, der insbesondere an die sowjetischen Kriegsgefangenen sowie die KZ-Häftlinge der Lager Dalum und Versen erinnert.

Kriegsgräberstätte wissenschaftlich untersucht

Vom ehemaligen Lager ging es per Auto oder mit dem Rad zur nahe gelegenen Kriegsgräberstätte in Dalum-Rull. Die in den Emslandlagern Umgekommenen wurden in der Regel auf hierzu eigens eingerichteten Lagerfriedhöfen bestattet, wie in diesem Falle der Kriegsgräberstätte in Dalum-Rull. Koers erklärte, wie sich der Friedhof im Laufe der letzten 80 Jahre verändert hat, und ging auch auf die „Herbstschule“ der Gedenkstätte Esterwegen ein, in der Studierende der Universität Osnabrück die Kriegsgräberstätte wissenschaftlich untersuchten.

Ein intensiver Austausch zu Fragen der Erinnerungskultur, der Rolle von Zeitzeugen und baulichen „Zeugen“ und der Bedeutung von Demokratie, Meinungsfreiheit und -vielfalt bildete jeweils den Schlusspunkt des Programms.

Gruppenführungen auf Anfrage möglich

Die nächste öffentliche Führung findet am Mittwoch, 7. September, von 14:30 Uhr bis ca. 16:00 Uhr statt. Interessierte können sich per E-Mail an archiv@geeste.de oder telefonisch unter 05937 / 69-105 melden. Führungen für Gruppen sind ebenfalls auf Anfrage zu weiteren Terminen möglich.

Treffpunkt ist am ehemaligen Lager in Dalum, Am Wasserwerk 2 (Richtung Industriegebiet). Die Führungen dauern in der Regel 90 Minuten und kosten vier Euro pro Person, Kinder bis 14 Jahre sind frei. Der Weg führt vom ehemaligen Lager Dalum bis zur Kriegsgräberstätte Dalum-Rull und endet dort. Es ist empfehlenswert, die Entfernung zwischen dem Lager und dem Friedhof (ca. 1.500 m) mit dem Fahrrad oder Auto zurückzulegen.

Am StartpunktGruppe am Startpunkt Gruppe auf der Kriegsgräberstätte. Foto: Gemeinde Geeste

Text und Foto © Gemeinde Geeste