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Gutes Jahr für Meister Adebar

Positive Bilanz für die Brut der Weißstörche in der Grafschaft Bentheim
Die erfolgreiche Brut von Weißstörchen in der Grafschaft Bentheim ist immer noch
etwas Besonderes. Im Jahr 2007 siedelten sich erstmals Freiflieger auf der
Afrikascheune im Familienzoo im Grünen an. Die letzte Brut in der Grafschaft lag
damals immerhin über 75 Jahre zurück!
Da die Jungstörche ihre Nester nun alle verlassen haben, hat der
Weißstorchbetreuer der LAG Weißstorchschutz, Wilfried Jürges, seinen
Abschlussbericht für das Jahr 2026 vorgelegt. Allein im Tierpark Nordhorn sind
insgesamt 74 wilde Jungstörche ausgeflogen. In der großen ausladenden Eiche
zwischen Totenkopfaffengehege und Wolfsanlage haben insgesamt 13 Paare ein
Nest gebaut. 29 Jungtiere konnten in diesen Nestern erfolgreich bis zum Ausflug von
den Eltern betreut werden. In inzwischen 28 weiteren Bruten auf dem
Tierparkgelände sind weitere 45 Jungtiere erfolgreich aufgezogen worden. Die
meisten der Nester befinden sich in Bäumen. Lediglich zwei Dach-Nistplätze sind auf
dem Zoogelände zu finden. Zum einen das Nest der ersten Freiflieger auf der
Afrikascheune in der Nähe der Cafeteria und zum anderen das bekannte Nest auf
dem Vechtehof. Dieses Paar ist als einziges Paar ausgenommen von der Zählung
des Weißstorchbetreuers. „Die Störche auf dem Vechtehof werden von den
Mitarbeitern des Tierparks gefüttert“, so Wilfried Jürges. „Das Storchenweibchen
„Oma“ ist eine alte Zoostörchin, die nicht auf den Zug in den Süden geht und nicht
gelernt hat selber Futter zu suchen, weshalb sie und ihr Partner nebst Jungtieren
versorgt werden!“ ergänzt der Experte. „Oma“ schlüpfte 1999 im Tierpark Nordhorn
und wurde mit ihrem ersten Partner zusammen nach Fertigstellung des Vechtehof-
Gebäudes dort angesiedelt. Zu einer Zeit, als es noch keine Storchenpopulation im
Tierpark gab.
Die Weißstorchdame vom Vechtehof ist auch der einzige echte „Tierparkstorch“, alle
anderen Störche sind Wildstörche. Als diese werden sie nicht gefüttert, sondern
müssen sich ihre Nahrung zu 100% in den umliegenden Wiesen und Feuchtgebieten
selber suchen. Ein echtes Schauspiel ist es, wenn wie jetzt aktuell alle Jungtiere
ausgeflogen sind und große Weißstorchgruppen zum Beispiel nach der
Feldbearbeitung gemeinsam auf die Futtersuche gehen, um sich für den Zug gen
Süden ein gewisses Polster zuzulegen.
In der Grafschaft Bentheim gab es so in den letzten Tagen häufiger Sichtungen von
mehr als 50 Weißstörchen auf einem Feld. Der überwiegende Teil der Nahrung
besteht dabei aus Mäusen, Heuschrecken und anderen Insekten, die bei der
Feldarbeit aufgescheucht werden und so leichte Beute sind.
Aber natürlich gibt es auch außerhalb des Familienzoos Storchennester in der
Grafschaft Bentheim. In diesem Jahr waren es insgesamt 26 weitere Standorte, die
der Weißstorchbetreuer ausfindig machen konnte. Aus diesen Nestern sind 44
Jungstörche ausgeflogen. Damit hat sich die Population in der Grafschaft in den
letzten Jahren stabilisiert. Nennenswerte Zuwächse hat es nicht mehr gegeben.
Wegen der vielen Gefahren auf ihrer Reise in den Süden werden von den 112
Grafschafter Jungtieren auch voraussichtlich die meisten das erste Jahr nicht
überleben.
Seit Jahren bemühen sich der Tierpark Nordhorn und der NABU Grafschaft
Bentheim, dass die Weißstörche sich über die gesamte Grafschaft verteilen und nicht
nur punktuell im Tierpark nisten. Zahlreiche Nisthilfen wurden vom NABU mit
Unterstützung ehrenamtlicher Helfer in der Grafschaft errichtet. Mit Erfolg, denn rund
40% der Grafschafter Storchenpopulation nistet mittlerweile außerhalb des Tierparks
„Es freut uns sehr, dass sich die Weißstörche mittlerweile auch an vielen anderen
Standorten in der Grafschaft niederlassen, ein gutes Zeichen für die Renaturierung
und Nahrungsgrundlage in unserer Region“, so Dr. Nils Kramer, Leiter des Tierparks
Nordhorn. „Denn auch wenn die 41 Wildstorch-Nester im Zoo mit den 74
ausgeflogenen Jungstörchen ein beeindruckender Anblick sind, so wünschen wir uns
doch, dass sich die Störche mehr in der gesamten Grafschaft verteilen und es nicht
nur diese starke punktuelle Besiedelung gibt“, so Kramer weiter. „Als Tierpark haben
wir uns deshalb von Anfang an gegen eine aktive Fütterung dieser Wildstörche
entschieden! Die Natur muss selbst regeln, ob es ein gutes oder schlechtes
Storchenjahr wird. Eine künstlich gestützte Population müssen wir verhindern.“
„Dem kann der NABU, dessen Wappenvogel der Weißstorch ist, nur zustimmen,“
ergänzt Wilfried Jürges. Er hofft sehr, dass ihm auch zukünftig Privatpersonen
Storchennester in der Grafschaft melden, um diese in sein jährliches Monitoring mit
aufnehmen zu können.

Text: Tierpark Nordhorn

Foto: Wilfried Jürges