„Ich wollte noch einmal die Sonne sehen“ – Gedenkstätte zeigt Dokumentarfilm über Erna de Vries

Esterwegen. Aus Anlass des Internationalen Tags zum Gedenken an die Opfer des Holocaust zeigt die Gedenkstätte Esterwegen am Sonntag, 27. Januar, um 11 und 15 Uhr den Dokumentarfilm „Erna de Vries. Ich wollte noch einmal die Sonne sehen“. Der Film des Vereins „Zeitlupe“ basiert auf einem Interview mit der Holocaust-Überlebenden Erna de Vries aus dem Jahr 2006 und zeigt ihr Schicksal zur Zeit des Nationalsozialismus. Zur Aufführung um 15 Uhr ist Erna de Vries als Gast eingeladen.

Erna de Vries kam 1923 in Kaiserslautern als Erna Korn zur Welt und erlebte als junge deutsche Jüdin die Ausgrenzung und Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Im Sommer 1943 kam sie mit ihrer Mutter Jeanette in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Während die Mutter am 8. November 1943 von der SS ermordet wurde, überlebte Erna Korn die Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück, bis US-amerikanischen Soldaten sie 1945 befreiten.

Später lernte Erna Korn den aus dem emsländischen Lathen stammenden Josef de Vries kennen, der ebenfalls das Lager Auschwitz überlebt hatte. Sie heirateten 1947 und ließen sich in Lathen nieder. Seit 1998 erzählt Erna de Vries jungen Menschen ihre Lebensgeschichte und hält die Erinnerung an ihre Mutter wach. Für ihren Einsatz gegen das Vergessen ehrte die Gemeinde Lathen sie 2004 mit der Ehrenbürgerwürde. Im Jahr 2012 erhielt sie vom Landkreis Emsland die Emslandmedaille und 2014 das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.  

Text: Landkreis Emsland