Illegales Feuer? Brand in abgelegenem Vegetationsgebiet hätte schlimme Folgen haben können
Illegales Feuer? Brand in abgelegenem Vegetationsgebiet hätte schlimme Folgen haben können – Jagdpächter entdeckt Rauchentwicklung und alarmiert Feuerwehr
Geeste-Groß Hesepe. Ein zunächst unscheinbares Feuer in einem abgelegenen Vegetationsgebiet zwischen Groß Hesepe und Twist hätte am Montagabend (27. Juli) deutlich dramatischere Folgen haben können. Gegen 22 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Groß Hesepe alarmiert, nachdem ein Jagdpächter während einer Kontrollfahrt eine Rauchentwicklung bemerkt hatte.
Die Einsatzstelle lag rund zwei Kilometer von der nächsten Hauptstraße entfernt und war ausschließlich über unbefestigte Sand-, Wald- und Wirtschaftswege erreichbar. Ohne die Hilfe des Meldenden wäre die Brandstelle nur schwer zu finden gewesen.
Jagdpächter weist Einsatzkräfte den Weg
Nachdem der Jagdpächter den Notruf gewählt hatte, führte er die Feuerwehr direkt bis zur Einsatzstelle. Dort brannten auf einer Fläche von rund zehn Quadratmetern Unterholz sowie bereits der darunterliegende Moorboden.
„Der Jagdpächter hat den Rauch zufällig entdeckt und genau richtig gehandelt. Er hat uns nicht nur alarmiert, sondern uns auch direkt bis zur Brandstelle geführt. Gerade in einem so weitläufigen und abgelegenen Gebiet ist das ein entscheidender Zeitvorteil“, sagt Ortsbrandmeister Daniel Wester.
Moorboden macht Brand besonders gefährlich
Obwohl die Brandfläche zunächst vergleichsweise klein erschien, ging von ihr ein erhebliches Gefahrenpotenzial aus. Glut kann sich in Moor- und Humusböden über lange Zeit unterirdisch ausbreiten und an anderer Stelle wieder an die Oberfläche treten. In Verbindung mit der anhaltenden Trockenheit besteht dadurch ein erhöhtes Risiko für größere Vegetationsbrände.
Die Feuerwehr rückte mit drei Fahrzeugen und 19 Einsatzkräften aus und begann unmittelbar nach dem Eintreffen mit den Löscharbeiten.
Spezielles Netzmittel kommt zum Einsatz
Um auch versteckte Glutnester im Boden zuverlässig zu erreichen, setzten die Einsatzkräfte ein sogenanntes Netzmittel ein. Dieses wird dem Löschwasser beigemischt und sorgt dafür, dass es deutlich tiefer in den trockenen Boden eindringen kann.
„Normales Wasser perlt auf trockenem Moorboden häufig einfach ab. Das Netzmittel reduziert die Oberflächenspannung, sodass das Wasser tief in den Boden eindringen und auch versteckte Glutnester erreichen kann. Nur so lässt sich ein Moorbrand wirklich nachhaltig löschen“, erläutert Wester.
Nach kurzer Zeit war das Feuer vollständig gelöscht. Anschließend kontrollierten die Einsatzkräfte den betroffenen Bereich sorgfältig, um ein erneutes Aufflammen auszuschließen.
Brandursache gibt Rätsel auf
Wie das Feuer entstanden ist, ist derzeit noch unklar. Nach ersten Einschätzungen könnte ein unerlaubtes Lagerfeuer oder auch eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe Auslöser des Brandes gewesen sein. Die genaue Ursache ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.
Für die Feuerwehr zeigt der Einsatz erneut, wie schnell sich selbst kleine Feuer bei der derzeitigen Trockenheit zu einer gefährlichen Lage entwickeln können.
„Wer in der Natur Rauch oder Feuer bemerkt, sollte sofort den Notruf wählen und nicht erst abwarten. Gerade jetzt reichen schon kleinste Brandstellen aus, damit sich ein Feuer unkontrolliert über Vegetationsflächen ausbreitet“, appelliert Daniel Wester.



