Informationen zu „Berliner Bären-Stein“ gesucht

Nordhorn. Unscheinbar steht an der Denekamper Straße nahe der Einmündung der Berliner Straße ein sogenannter „Berliner Bären-Stein“. Doch hinter diesem kleinen Mahnmal könnte sich eine besondere Geschichte verbergen. Deshalb bittet die Stadtverwaltung um Informationen aus der Bevölkerung.

Wer hat Kenntnisse zur Geschichte dieses Mahnmals? Wer weiß insbesondere, wann der „Berliner Bären-Stein“ an der Denekamper Straße aufgestellt worden ist? Die Stadt Nordhorn möchte ermitteln, ob der Stein ein Kulturdenkmal nach dem Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz darstellt. Anfragen bei verschiedenen Behörden und Archiven zur Geschichte des Nordhorner Meilensteins waren bisher ergebnislos; es ließen sich hierzu keine Akten auffinden.

Informationen zu ähnlichen Steinen in anderen Städten gibt es hingegen. Insbesondere in der Zeit nach dem Aufstand in der ehemaligen DDR am 17. Juni 1953 sowie nach dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 wurden die „Berliner Bären-Steine“ an verschiedenen Stellen in der Bundesrepublik Deutschland aufgestellt, um die Verbundenheit mit Berlin zum Ausdruck zu bringen und um auf die eigentliche Hauptstadt des geteilten Deutschlands hinzuweisen. Den ersten dieser Meilensteine hatte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss am 12. Januar 1954 an der Autobahn Köln-Frankfurt eingeweiht. Noch bis in die 1980er Jahre wurden die „Berliner Bären-Steine“ nicht nur im gesamten Bundesgebiet, sondern auch auf Liegenschaften deutscher Botschaften oder Kultureinrichtungen im Ausland errichtet. Nach der Wende hatte sich das Anliegen der Berliner Meilensteine erübrigt.

Die Meilensteine zeigen in der Regel einen aufrechten Bären über der Zielangabe „Berlin“ mit darunter stehender Entfernungsangabe in Kilometern. Diese bezogen sich auf den ehemaligen Berliner Dönhoffplatz, wo ursprünglich der preußische „Null-Meilenstein“ von 1730 stand.

Im Vergleich zu anderen Exemplaren zeichnet den Nordhorner Meilenstein aber eine Besonderheit aus. Von Denekamp aus kommend kann man auf der Südseite des Steines den Berliner Bären sowie die Entfernungsangabe nach Berlin von 540 Kilometern erkennen. Auf der gegenüberliegenden Seite ist zusätzlich das Stadtwappen von Amsterdam zu sehen sowie die Distanz nach Amsterdam von 185 Kilometern angegeben.

Ähnliche Mahnmale sind selten. In Berlin-Steglitz steht seit 1958 ein „Bären-Stein“ mit der Entfernungsangabe Berlin-Zürich von 863 km. Der Stein war nach der Inschrift auf der Rückseite von der Stadt Zürich gestiftet worden. In Siegen gibt es seit 1974 eine „Berliner Bären-Skulptur“ mit dem Wappen von Siegen auf der einen und mit dem Wappen von Spandau auf der anderen Seite des Sockels. Die Skulptur war ein Dankeschön von Spandau zur 750 Jahrfeier der Stadt Siegen, welche 1951 eine Patenschaft mit dem Berliner Stadtbezirk Spandau übernommen hatte. Diese beiden Beispiele lassen die Vermutung zu, dass der „Berliner Bären-Stein“ in Nordhorn möglicherweise eine Spende der Stadt Amsterdam war.

Um die Recherchen zum Nordhorner Meilenstein fortführen zu können, werden weitere Hinweise zu seiner Geschichte benötigt. Hinweise nimmt Dr. Christoph Uricher von der Stadt Nordhorn unter Telefon 05921/878-203 oder per E-Mail an christoph.uricher@nordhorn.de entgegen.

Um die Recherchen zum Nordhorner Meilenstein fortführen zu können, werden weitere Hinweise zu seiner Geschichte benötigt. Hinweise nimmt Dr. Christoph Uricher von der Stadt Nordhorn unter Telefon 05921/878-203 oder per E-Mail an christoph.uricher@nordhorn.de entgegen.

Text und Foto: Stadt Nordhorn