Inselmühle öffnet Tore für Besucher

Inselmühle öffnet Tore für BesucherAusstellung thematisiert polnische Zeit in Haren (Ems) nach dem Zweiten Weltkrieg. Öffnung der Ausstellung musste aufgrund der Corona-Pandemie mehrmals verschoben werden.

Haren (Ems). Bereits seit einigen Jahren laufen bei der Stadt Haren (Ems) die Vorbereitungen für eine Ausstellung, die die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg beleuchtet, als Haren eine polnische Stadt war. Eigentlich sollte die Ausstellung namens Haren/Maczków 45/48 bereits im vergangenen Jahr öffnen, doch Corona machte der Museumsleitung einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Nun, bei anhaltend niedrigen Infektionszahlen und einer stabilen 7-Tages-Inzidenz von unter 35, sollen die Tore der sanierten Inselmühle ab Mittwoch, dem 16. Juni 2021 für Besucherinnen und Besucher öffnen. Für die Öffnung der Inselmühle gilt weiterhin ein Hygienekonzept. Es sieht vor, dass max. fünf Personen die Ausstellung gleichzeitig besichtigen können. Feste Markierungen am Boden sowie ein separater Ein- und Ausgang regeln die Laufwege der Besucherinnen und Besucher. Es gelten zudem die regulären Hygieneregeln, wie die Händedesinfektion, das Tragen einer medizinischen Maske und das Abstandsgebot. Zu Corona-Zeiten ist die Besichtigung der Inselmühle lediglich mit Terminreservierung möglich. Ab dem 16. Juni ist die Ausstellung mittwochs und donnerstags vormittags (10 – 13 Uhr) und sonntags nachmittags (14 – 17 Uhr) geöffnet.

Inselmühle öffnet Tore für Besucher - Foto: Stadt Haren (Ems)
Inselmühle öffnet Tore für Besucher – Foto: Stadt Haren (Ems)

Anmeldungen zur kostenlosen Besichtigung können entweder online unter http://www.haren.de/haren_ems_erleben/inselmuehle oder telefonisch unter 05932 – 99 76 360 bei der Museumsleiterin Frau Dr. Britta Albers vorgenommen werden.

Telefonisch ist das Museum dienstags bis freitags in der Zeit von 9 – 13 Uhr und sonntags in der Zeit von 14 – 17 Uhr erreichbar. Bei den online Anmeldungen wird das Museum den Besichtigungstermin so schnell wie möglich bestätigen oder einen anderen freien Termin abstimmen. Zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten werden die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher vor Betreten der Ausstellung erfasst – papierhaft oder über die LUCA-App.

Hintergrundinformationen:

Die Stadt Haren (Ems) war in der Zeit von 1945 bis 1948 eine polnische Stadt. Die einheimische Bevölkerung hatte ihren Heimatort während dieser drei Jahre komplett zu räumen und lebte notdürftig in Behelfsunterkünften im Umland. Die Stadt Haren wurde umbenannt in Maczków, zu Ehren des Generals der 1. Polnischen Panzerdivision, Stanislaw Maczek. Aufgrund der veränderten politischen und geografischen Lage nach Ende des Krieges konnten die polnischen Displaced Persons – ehemalige Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge sowie die Angehörigen der Polnischen Panzerdivision – nicht ohne Weiteres in ihre Heimat zurückkehren. Sie lebten als Übergangslösung vorerst in sogenannten Displaced Persons-Camps, von denen Haren/Maczków eines der größten in der Region darstellte. Etwa 5.000 Polen fanden hier eine vorübergehende Bleibe, wobei diese Zeit für sie die Chance auf einen Neuanfang nach den Schrecken des Krieges und der deutschen Besatzung bedeutete.

Die Ausstellung „Haren/Maczków 45/48“ zeigt das Leben der Polen und der Exilharener während dieser Zeit. Zu sehen ist die Ausstellung in der Inselmühle, einer restaurierten ehemaligen Kornmühle, die ebenfalls mit zum damaligen Stadtgebiet Maczkóws gehörte. Die Inselmühle wurde ursprünglich um 1805 von Freiherr von Martels erbaut. Die Familie Martels war lange Zeit in der Funktion des Rentmeisters im Amt Meppen tätig. Auf sie geht auch der Bau des Schlosses Dankern zurück. Die Mühle, die ursprünglich ebenfalls in Dankern stehen sollte, wurde aufgrund der besseren Windverhältnisse schließlich in das Gebiet der „Insel“ gesetzt, welches sich im Besitz der Martels befand. In den Folgejahren wechselten die Besitzer mehrfach. Seit dem frühen 20. Jahrhundert wurde die Windmühle durch einen zusätzlichen Motor unterstützt. Das jetzige Gebäude geht zurück auf einen Neubau nach dem Zweiten Weltkrieg und umfangreichen Restaurationsmaßnahmen ab 2015.

Text und Foto: Stadt Haren (Ems)