Justizministerin Wahlmann in der JVA Meppen
Meppen. Hoher Besuch in der Justizvollzugsanstalt Meppen: Niedersachsens Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann (SPD) nahm an der diesjährigen Personalversammlung teil – und fand deutliche Worte der Anerkennung für die Arbeit der Bediensteten.
Modernisierung, Personalaufbau und neue Herausforderungen
In ihrem Grußwort blickte die Ministerin auf die kommenden Veränderungen im niedersächsischen Justizvollzug. Neben dem geplanten Neubau in Hannover stehen auch in Meppen Umbauten an, durch die zusätzliche Haftplätze entstehen sollen. Die jüngste Personalbedarfsberechnung zeige klar, dass der Vollzug in den nächsten Jahren mehr Fachkräfte brauche.
Wahlmann betonte, dass die JVA Meppen bei der Nachwuchsgewinnung landesweit positiv herausrage: „Während andere Standorte Schwierigkeiten haben, Stellen zu besetzen, gelingt das in Meppen schnell und zuverlässig.“ Gründe dafür seien ein gutes Arbeitsklima, erfolgreiche Social-Media-Arbeit und die hohe Identifikation der Mitarbeitenden mit ihrer Einrichtung.
Gleichzeitig sprach sie die zunehmenden Belastungen an – etwa durch Inhaftierte, die nach Gesetzesänderungen nicht mehr im Maßregelvollzug, sondern im Justizvollzug untergebracht werden müssen. „Diese Herausforderungen sehen wir, und wir nehmen sie ernst“, so Wahlmann.
Ein Ruf, der bis nach Frankreich reicht
Die Ministerin hob hervor, dass die JVA Meppen landesweit als Pilotanstalt gilt – etwa bei der Erprobung neuer IT-Anwendungen oder bei der Personalbedarfsberechnung.
Sogar international genieße Meppen Anerkennung: Beim Besuch des französischen Justizministers, der sich vor einigen Monaten den Modulbau in Meppen angesehen hatte, sei mehrfach positiv über die Arbeit der Bediensteten gesprochen worden.
Blick aus der Anstaltsleitung
Anstaltsleiter Per Zeller griff die Worte der Ministerin auf. Die guten Ergebnisse der JVA seien nur durch große Einsatzbereitschaft und Kompromisse möglich gewesen. Mit zusätzlichen neuen Kräften könnten diese Belastungen künftig reduziert werden.
Gewerkschaften bringen Anliegen der Beschäftigten ein
Auch die Gewerkschaften nutzten die Versammlung, um aktuelle Themen anzusprechen.
Oliver Mageney, Vorsitzender des Hauptpersonalrats und des Verbandes Niedersächsischer Strafvollzugsbediensteter, sprach über Extremismusüberprüfungen, Dienstsportzeiten und die Möglichkeit, Überstunden auszuzahlen. Daniel Vollbrecht von ver.di erläuterte die jüngste Tarifeinigung im öffentlichen Dienst – und machte deutlich, dass der Abschluss aus Sicht vieler Beschäftigter nicht ausreiche, um steigende Lebenshaltungskosten aufzufangen.
Personalrat zieht Bilanz
Der Vorsitzende des Personalrats der JVA Meppen stellte den Jahresbericht 2025 vor. Er zeigte anhand konkreter Anträge, wie das Gremium in seinen wöchentlichen Sitzungen arbeitet und wie es sich in verschiedenen Arbeitsgruppen für die Interessen der Beschäftigten einsetzt.
Text und Foto: Jens Menke
