Knappe legt mit Re-Edition seines Top 5 Albums nach

Nach der Top 5 Platzierung seines im August veröffentlichten Albums Knappe lehnt sich Alexander Knappe keinesfalls zurück und sonnt sich in dem gerade erlebten Erfolg, sondern legt mit den Re-Edition Songs direkt vier neue Lieder nach und zwei Orchester Versionen live aus Bukarest noch gleich mit obendrauf. Denn zum Satt-sein hat der 36-Jährige einfach schon zu oft erlebt, dass es im Leben immer darum geht weiterzumachen, egal was kommt. Schon eine Woche vor Veröffentlichung seines Albums entstanden in Frankfurt am Main zwei Lieder, die nun unter den besagten Re-Edition Songs zu finden sind. Eines davon ist „Bis zum allerletzten Tag“, das genau diese Lebenseinstellung widerspiegelt: Nie aufgeben, oben bleiben und sich immer wieder aufrappeln.

Nach vorne geht es für Knappe in großen, bedeutsamen Schritten nicht nur in der Kariere, sondern auch persönlich. Bei den Orchester Aufnahmen zu dem Song Immer nur wir zwei machte er in Bukarest seiner Freundin einen Heiratsantrag. Ein intimer Grundton, der auch in der zweiten Orchesterversion weitergeführt wird: „Vor 3 Jahren ist mein bester Freund gestorben, „Alles gut“ ist eine Hommage an ihn. Einfach weil ich immer das Gefühl hatte für ihn muss etwas bleiben in dieser Welt. Deshalb habe ich für ihn diesen Song geschrieben,“ erzählt der Sänger und Songwriter.

Die Singleauskopplung der Re-Edition trägt den Titel Denn eigentlich ist alles… und thematisiert das pessimistische Denken hier zu Lande, von dem Knappe sagt: „Ich finde wir denken in Deutschland irgendwie oft uns fehlt was, aber eigentlich geht es uns doch gut“. In diesen negativen und pessimistischen Momenten, die Alex Knappe natürlich auch von sich selbst kennt, hat er gelernt runterzufahren, die Perspektive zu wechseln, von außen auf die Position zu schauen um zu merken, dass eigentlich doch alles gut ist.

Die gewohnte Mischung aus eingängiger Popmusik, gepaart mit selbstreflektierter Lebenserfahrung, Tiefgang und dem Mut nach vorne zu schauen, prägt die Re-Edition genauso wie Knappes erst vor kurzem erschienenes Album. Dass der 36-Jährige aber auch anders kann zeigt Zucker ein Lied über seine ausgeprägte Kaffeeleidenschaft. Hilfsmittel um wach und am Ball zu bleiben braucht der Musiker aber allen Anschein nach nicht wirklich.

Sein kreativer Output sowie seine positive nach vorne blickende Lebenshaltung ist beeindruckend und beispielhaft – Erfolgssatt jedoch wird Knappe dabei noch lange nicht.

Über Knappe

Biografie:

Bisher niemals reibungslos

Alexander Knappes Vita ist ebenso vielschichtig und widersprüchlich wie er selbst. Hat Ecken und Kanten, Brüche und Irrwege, die den 36-Jährigen hörbar geprägt haben. Schon früh hat sich Knappe dem künstlichen Aufbau zu everybody´s next Popstar und dem damit verbundenen, schnelllebigen Kurzzeitruhm verweigert. Ist lieber seinem Bauchgefühl gefolgt, statt lukrativen Köderangeboten windiger Geschäftemacher. Auch, wenn´s im ersten Moment vielleicht weh tat. Geschadet hat es ihm nicht. Ganz im Gegenteil. „Niemand kann einem sagen, welcher der beste Weg im Leben ist“, so Knappe weiter. „Manche Wege dauern länger, andere sind kürzer und vielleicht steiniger. Fehler gehören dazu. Wobei ich auch gar nicht von Fehlern, sondern von wichtigen Erfahrungen sprechen möchte. Wo es keine Herausforderungen und Risiken gibt, kann man auch nichts dazulernen; sich nicht weiterentwickeln.“ Entschlossenheit und Ehrlichkeit, die man seiner Musik deutlich anhört.

Wege aus dem Plattenbau

Ein Weg, der im Alter von erst 12 Jahren begann. In einer trostlosen Plattenbausiedlung in Cottbus, in der Knappe als Scheidungskind bei seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder aufwuchs. Damals bewunderte der Teenie den Capo, den Vorsänger bei Fussballspielen seines Vereins Energie Cottbus. Jeden Samstagnachmittag im Stadion ist er tief beeindruckt, welche Kräfte sich im Block durch die gemeinsamen Fangesänge mobilisieren lassen; „eigentlich nichts anderes als ein Gospelchor in amerikanischen Kirchen“. Doch Alexander ist auch selbst ein As im Sport. Zuerst als Leichtathlet, wenig später steht ihm eine aussichtsreiche Fussballerlaufbahn bei seinem Heimatverein offen – und noch mehr. Mit 13 wird er nach Berlin auf die Sportschule zum Training für die Jugendnationalmannschaft geschickt (wo er einen gewissen Marteria kennenlernt, der später ebenfalls auf einem anderen Spielfeld von sich Reden machen sollte). Mit 18 dann plötzlich der Super-Gau, vor dem sich jeder Sportler fürchtet: Kreuzbandriss. Das Ende. Doch fast im gleichen Augenblick öffnet sich eine andere Tür. Wie so oft in seinem Leben.

Frisch aus dem Krankenhaus nimmt Alexander im Jahr 2010 auf dem Weg zu seiner Großmutter in Cottbus spontan an einem Radiocasting teil und wird von einem Produzenten zum Casting bei „X Factor“ eingeladen. Anfänglich euphorisch über seine Teilnahme, später nicht mehr so richtig überzeugt, täuscht er eine Verletzung vor – und fliegt auf! Unfreiwillig liefert er dem VOX-Format den Skandal, auf den man gewartet hat. Nach seinem Rauswurf erhält er unzählige Anrufe diverser Manager und Produzenten. Er entscheidet sich für Kai-Oliver Krug, unter dessen Aufsicht er erstmalig eigene Songs schreibt. Sein Debütalbum „Zweimal bis unendlich“ erscheint im Sommer 2012 und chartet auf Platz 21 der deutschen Longplay-Hitparade. Nach Auftritten mit dem Philharmonischen Staatstheater Cottbus erscheint im Herbst 2014 der Nachfolger „Die Zweite“, der zwei Jahre später das Livealbum „Musik an. Welt aus“ folgt. Im Frühjahr 2018 erschien Alexander Knappes bisher letztes Album „Ohne Chaos keine Lieder“, das auf Platz 6 der deutschen Charts schießt und das Knappe einen gefeierten Slot im Vorprogramm von A-Ha beschert.


Ohne Chaos keine Lieder“

Eine weitere künstlerische Philosophie, die sich wie ein roter Faden durch Knappes Tun zieht. Obwohl alle Songs Momentaufnahmen seiner Emotionen und Erlebnisse repräsentieren, so könnte doch kein Titel besser den Freigeist des langjährigen Wahl-Berliners einfangen. Eine erklärte Kämpfernatur, die mit jeder Herausforderung zu neuen Höchstleistungen aufläuft. „In meinen Augen muss der Anspruch eines jeden Künstlers sein, etwas verändern zu wollen. Vielleicht sogar die ganze Welt. Selbst wenn es bedeutet, damit manchmal auf die Fresse zu fliegen“, fährt Knappe fort. „Als Fussballer trainiert man die ganze Woche und hat dann samstags ein Spiel. Entweder man gewinnt, oder man verliert. Aber man fängt montags wieder wieder neu an und bekommt eine neue Chance. Gerade am Anfang meiner Karriere habe ich gelernt, mit Niederlagen umzugehen. Besonders in diesen Momenten merke ich, was ich will und was in mir steckt.“

Eine unbändige Power, mit der Knappe seine Hörer mitreisst. „Ich bin mein eigener Psychologe. Meine Songs sind nie pures Entertainment, sondern transportieren immer eine Botschaft, die mir am Herzen liegt. Oft geht es in meinen Texten auch um persönliche Schwächen und darum, ein besserer Mensch zu sein. Man sagt mir nach, das Chaos extra zu provozieren, damit es wieder Stoff für neue Songs gibt. Das könnte vielleicht stimmen. Mein Fluch und Segen ist es, nie anzuhalten, sondern immer das nächste Abenteuer zu suchen. Ein wenig rastlos und auf positive Art naiv.“

Selbstbetiteltes Album „Knappe“

Und das nächste Abenteuer steht nun mit dem selbstbetitelten Album „Knappe“ an, welches Alex von seiner authentischsten Seite zeigt und sich zwischen emotionaler Aufrichtigkeit und mitreisender Positivität platziert.


So ruft er bei „Früher oder später“ in turbulenten Zeiten mit mutmachenden Worten zur Gelassenheit auf: „Denn Früher oder später, kommt alles mit der Zeit, wenn du bei dir bleibst… Das Leben macht doch eh was es will.“ Zeilen, die ermutigen auf sich zu schauen, sich bei all der Aufregung nicht selbst zu verlieren und darauf zu vertrauen, dass es weitergehen und gut werden wird. Knappe spricht dabei aus Erfahrung: „Wenn man, so wie ich die letzten Jahre, immer um jeden Zentimeter kämpft, lernt man irgendwann, dass es gewisse Dinge im Leben gibt, die kannst du nicht beeinflussen“. Eine Weisheit, die der 36-Jährige durch ein ereignisreiches Leben und dem Vertrauen in diesem immer das Gute zu finden erlernt hat.

„Tschau“ hingegen steht dafür im Vollsprint, mit einem vorfreudigen Lächeln im Gesicht, unter strahlend blauem Himmel und in hohem Bogen ins Mittelmeer springen.

Es ist ein Abschied nehmen von „der guten alten Zeit“. Einer Zeit, die viel Positives und Vertrautes hatte, in der man sich wohlgefühlt hat, bei der aber auch irgendwie jeder Tag eine nahezu perfekte Kopie des Vortages war. Aber auch über diese Metaebene hinaus, die Single spricht jedem Reiseromantiker, Weltenbummler und Abenteurer aus dem Herzen, in dem das Fernweh momentan allgegenwärtig ist. Mit tatsächlichen Fanfaren und Trompeten untermalt, besingt der 36-jährige Berliner den Start in eine neue, veränderte Gegenwart. „Denn ab jetzt wird alles anders, es ist nichts mehr wie es war.“ – eine Aussage, die schon seit über einem Jahr für beinahe die gesamte Weltbevölkerung zutreffend ist. Die darauf folgende Phrase „das ist erst der Anfang“ wirkt im Fall von Alexander Knappes nicht bedrohlich sondern Hoffnung gebend.

https://www.youtube.com/c/Songpoeten/videos



Und mit „Mama“ präsentiert uns Knappe seinen wohl ehrlichsten Song überhaupt, denn in er herzergreifenden Ballade, gesungen mit gefühlvoller Kopfstimmen Passagen, geht es um die wichtigste Person im Leben eines jeden Menschen und das ganz besondere Verhältnis, welches Knappe mit seiner Mutter verbindet. Die emotionale Bindung zu seiner Mutter verlor Knappe im Alter von 13 Jahren als er auf die Hertha Akademie kam. Gesprochen hat der mittlerweile 36-Jährige mit ihr seither nicht mehr. „Ich hatte eine familiär sehr bewegte Vergangenheit, schlage mich seit ich 13 bin eigentlich selbst durchs Leben. Mit dem Song möchte ich meiner Mama aber die Hand reichen.“ erklärt der Berliner Sänger. In Zeilen wie „Mama wir wissen beide ich lieb dich leise, anders als es andere tun“ wird deutlich, dass trotz aller Schwierigkeiten Liebe vorhanden ist. Eine Liebe, die sich aber anders äußert, als sie das in Familien, wo die Welt in Ordnung zu sein scheint, tut. Und gleichzeitig schwingt die Hoffnung mit vielleicht eines Tages über die Dinge reden zu können. 6 Jahre lang hat er dafür nicht die richtigen Worte gefunden. Jetzt, in einer Zeit in der er selbst kurz davor steht eine Familie zu gründen, ist für Alexander Knappe der Tag gekommen diese schwierige und intime Sache zu thematisieren.

„Knappe“ ist eine emotionale Achterbahnfahrt gepaart mit tollen Melodien und einer ausgereiften Produktion, welches beim hören niemanden kalt lässt.