Blaulicht

Kreisbrandmeister: „Dafür sorgen, dass Sicherheit einen höheren Stellenwert hat“ – Emsländische Sicherheitsbeauftragte stellen sich auf neue Konzepte ein

Meppen. Anlässlich der Jahrestagung der Sicherheitsbeauftragte der Feuerwehren im Landkreis Emsland forderte Kreisbrandmeister Holger Dyckhoff die Verantwortlichen auf, dafür zu sorgen, dass die Sicherheit der Einsatzkräfte einen höheren Stellenwert hat. Von der Feuerwehrunfallkasse wurde eine umfassende Dokumentation nach Schadstoffeinsätzen angemahnt.

Die Ehrennadel in Bronze des Landesfeuerwehrverbandes erhielt der bisherige Fachbereichleiters „Sicherheit“ bei der Kreisfeuerwehr Emsland, Günter Maue (6. Von links) aus der Hand von Abschnittsleiter Süd Andreas Wentker (7.von links). Zu den Gratulanten gehörten von links Kreisbrandmeister Holger Dyckhoff, Maues Nachfolger Burkhard Koch, Class Schröder von der Feuerwehrunfallkasse, Fachbereichleiters Ralf Sievers, Abschnittsleiter Mitte Wolfgang Veltrup, Kreisrat Michael Steffens und der frühere Fachbereichsleiter Markus Heller. Foto: Lambert Brand
Die Ehrennadel in Bronze des Landesfeuerwehrverbandes erhielt der bisherige Fachbereichleiters „Sicherheit“ bei der Kreisfeuerwehr Emsland, Günter Maue (6. Von links) aus der Hand von Abschnittsleiter Süd Andreas Wentker (7.von links). Zu den Gratulanten gehörten von links Kreisbrandmeister Holger Dyckhoff, Maues Nachfolger Burkhard Koch, Class Schröder von der Feuerwehrunfallkasse, Fachbereichleiters Ralf Sievers, Abschnittsleiter Mitte Wolfgang Veltrup, Kreisrat Michael Steffens und der frühere Fachbereichsleiter Markus Heller. Foto: Lambert Brand

„Als der Fachbereich Sicherheit bei der Kreisfeuerwehr Emsland aufbaut wurde, war Vieles noch gar nicht im Fokus, was heute wichtig ist“, sagte Dyckhoff weiter. Die hohe Teilnehmerzahl bestätige das große Interesse, sich überörtlich den aktuellen Sicherheitsthemen zu widmen. Er freue sich, dass die beiden Fachbereichleiters Ralf Sievers und Burkhard Koch dafür sorgten, die Sicherheitsaspekte der Feuerwehrarbeit gemeinsam mit den örtliche Sicherheitsbeauftragten in die Wehren zu tragen. Das aktuell wichtigste Thema sei die Verhinderung der „Kontaminationsverschleppung“. Der für das Feuerwehrwesen im Dezernat „Sicherheit und Ordnung“ zuständige Kreisrat Michael Steffens ergänzte, dass sich die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute für andere in Gefahr begeben. Daher sei es wichtig, sie soweit wie möglich zu schützen – auch gegen „Gefahren , die man nicht sieht“. Steffens dankte allen, die sich diesem wichtigen Thema widmeten.

Die beiden Fachbereichsleiter Koch und Sievers erklärten anhand von Beispielen und Presseberichten, wie wichtig die Prävention zur Verhinderung und von Kontamination mit gefährlichen Subtanzen ist. In Brandenburg gebe es nachgewiesene Krebserkrankungen bei Feuerwehrleuten. Neben der Schutzkleidung müsse man auch Helme, Stiefel Handschuhe und die Fahrzeuge bei den notwendigen Reinigungsarbeiten im Blick habe. Claas Schröder von der Feuerwehrunfallkasse (FuK) informierte die Teilnehmer sehr ausführlich über die drohenden Gefahren und machte deutlich, unter welchen strengen Bedingungen (Notwendigkeit des „Juristischer Vollbeweises“) die FuK Leistungen für betroffene Feuerwehrleute bringt. Neben den Gefahren bei Bränden seien auch die Risiken bei Verkehrsunfällen durch die Übertragung von Hepatitis-B zu beachten. Ein Drittel der Weltbevölkerung sei von dieser Krankheit betroffen. Schröder fordert dazu auf, das Einsatzgeschehen mit Gefährdungssituationen genau und für mindestens 40 Jahre zu dokumentieren.

Auf eine große Resonanz stieß die Jahrestagung der Sicherheitsbeauftragten der emsländischen Feuerwehren im Feuerwehrhaus in Meppen. Foto: Lambert Brand
Auf eine große Resonanz stieß die Jahrestagung der Sicherheitsbeauftragten der emsländischen Feuerwehren im Feuerwehrhaus in Meppen. Foto: Lambert Brand

„Warum sind wie hier noch soweit zurück“, wurde in der Diskussionsrunde gefragt. Jeder Privatunternehmer müsse ein Mehrfaches an Prävention betreiben. Wie verschmutzte Einsatzkleidung bereits an der Einsatzstelle durch spezielle Säcke abgesondert werden kann, zeigte Burkhard Koch an verschiedenen Modelle. In Arbeitskreisen beleuchteten die Teilnehmer die „Ist-Situation“ in den Feuerwehren und Gemeinden und zeigten Lösungsmöglichkeiten auf, die den verantwortlichen Führungskräften vorgelegt werden. Es wurde aber auch deutlich, dass beim einzelnen Feuerwehrmitglied das Bewusstsein für mögliche Risiken geschärft werden muss, um selber mehr Wert auf den Eigenschutz zu legen.

Kreisrat Steffens und Kreisbrandmeister Dyckhoff verabschiedeten den bisherigen Fachbereichleiters “Sicherheit“, Günter Maue, der aus beruflichen Gründen sein Amt aufgeben musste, und dankten ihm für die jahrelange Tätigkeit. Dyckhoff hob hervor, dass der Fachbereich unter dem früheren Fachbereichsleiter Markus Heller und später durch Maue nach schwieriger Angangszeit Fahrt aufgenommen habe. Beide hätten ein gutes Netzwerk aufgebaut als Basis für die Präventionsarbeit. Michael Steffens freute sich, dass versierte Nachfolger gefunden werden konnten. Abschnittsleiter Andreas Wentker überreichte Maue als Zeichen der Anerkennung die Ehrennadel in Bronze des Landesfeuerwehrverbandes.

Bildunterschriften:

Text und Foto: Lambert Brand