Kreisfeuerwehrverband führt Workshop für Zug- und Gruppenführer durch – „Ständige Fortbildung unumgänglich“

Sögel Nach dem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr führte der Kreisfeuerwehrverband Aschendorf-Hümmling wieder einen Workshop für die Zug- und Gruppenführer in den freiwilligen Feuerwehr durch. Schwerpunkte waren dieses Mal die Themen“ Wasserrettung, Überdruckbelüftung, Unterstützung bei Großeinsätzen und die Notfalltüröffnung.

Verbandsvorsitzender Gerd Köbbe zeigte sich erfreut, dass sich mehr als 30 Führungskräfte bereiterklärt hatten, einen Samstag für die Erweiterung und Auffrischung des Wissen zu opfern. Auch Kreisbrandmeister Holger Dyckhoff lobte, dass der Kreisfeuerwehrverband neben der üblichen Ausbildung aktuelle Themen beleuchte und auf so große Resonanz stoße. Ständige Fortbildung sei angesichts der steigenden Anforderungen an die Feuerwehrarbeit unumgänglich.

Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbandes wurde der Workshop unter anderem ins Leben gerufen, um „die mittlere Führungsebene“ der Feuerwehr, die im Ernstfall durchaus auch mal die Aufgabe des Einsatzleiters übernehmen muss, über aktuelle Entwicklungen im rechtlichen und technischen Bereich zu informieren.

Wie die örtliche Einsatzleitung bei Großschadenslagen unterstützt werden kann und die Ausstattung des Einsatzleitwagen, erklärten Martin Klaas (links) und Mathias Klahsen von der Gruppe Technische EInsatzleitung/Information und Kommunikation.  Foto: Kreisfeuerwehrverband
Wie die örtliche Einsatzleitung bei Großschadenslagen unterstützt werden kann und die Ausstattung des Einsatzleitwagen, erklärten Martin Klaas (links) und Mathias Klahsen von der Gruppe Technische EInsatzleitung/Information und Kommunikation. Foto: Kreisfeuerwehrverband

Beim ersten Thema der Veranstaltung ging es um die Frage, welche Aufgaben kommen auf die Feuerwehren zu, wenn das Alarmstichwort „Person im Wasser“ lautet. Angesichts mehrerer auch tödlicher Wasserunfälle in der letzten Zeit habe dieses Thema eine hohe Aktualität. Kreisbrandmeister Holger Dyckhoff, der sich als Lehrtaucher mit dem Thema in den letzten Jahren beschäftigte, vermittelte den anwesenden Feuerwehrleuten anhand einer Scheckliste zahlreichen Tipps und Hinweise für den Ernstfall. Wenn auch die örtliche Feuerwehr nicht selber im Wasser aktiv werden könne, sei es dennoch wichtig, vorbereitende Maßnahmen zu treffen, bis die Feuerwehr- und DLRG-Tauchergruppen unter anderem aus Papenburg eintreffen. Hierzu gehöre, die genau Markierung der Unglückstelle und die Aufnahme von Zeugenaussagen. Auch die Betreuung von Angehörigen und Zeugen sei wichtig.

Der stellvertretende Verbandsvorsitzende Hans-Bernd Ahlers (Feuerwehr Dersum) stellte die Möglichkeiten der technischen Ventilation bei Brandeinsätzen vor. Hierbei ging es vornehmlich um die Frage, wie Hochleistungslüfter einsetzt werden können, um betroffene Gebäude rauchfrei zu stellen. Nicht nur der richtige Platzierung der Lüfter, sondern auch die Notwendigkeit, sinnvolle Ausgangsöffnungen zu schaffen und zu sichern seien wichtig, um mögliche Gefahren zu minimieren. „Richtig eingesetzt, sei ein Lüfter eine wertvolle Unterstützung.

„Wir unterstützen den Einsatzleiter bei Großschadenslagen und stehen mit unseren vielfältigen Information, Kommunikations- und Organisationsmöglichkeiten zur Verfügung, betonte der stellvertretende Leiter der TEL/IuK- Einheit (Technische Einsatzleitung/Information und Kommunikation) Emsland Nord, Mathias Klahsen (Werlte). Dafür stunden 35 Fachkräfte und der Einsatzleitwagen ELW 2 des Landkreises zur Verfügung. Martin Klaas (Börger) stellte die Gruppe vor und ergänzte, dass die Aufgaben der Gruppe stabsmässig organsiert seien. Beide betonten, dass dem örtlichen Einsatzleiter „nichts weggenommen werde“ und nur einvernehmlich gearbeitet werde.

Wie Türöffnungen im Notfall durchgeführt werden können, zeigten Manuela Spiekermann und Markus Heller (links und rechts von der Demo-Tür) den Teilnehmern des Workshops des Kreisfeuerwehrverbandes. Die Teilnehmer konnte auch selbst Hand anlegen. Fotos: Kreisfeuerwehrverband
Wie Türöffnungen im Notfall durchgeführt werden können, zeigten Manuela Spiekermann und Markus Heller (links und rechts von der Demo-Tür) den Teilnehmern des Workshops des Kreisfeuerwehrverbandes. Die Teilnehmer konnte auch selbst Hand anlegen. Fotos: Kreisfeuerwehrverband

Ein Thema, dass immer mehr in den Aufgabenbereich der Feuerwehren rückt, ist die Notfalltüröffnung, wenn sich bewegungsunfähige Personen hinter verschlossenen Türen befinden oder ein Suizid vermutet wird. Markus Heller (Sögel) wies zunächst auf die rechtlichen Grundlagen des Einsatzes hin und betonte, das eine gründliche Erkundung anderer Möglichkeiten vor der gewaltsamen Türöffnung stehen müsse. Auch der Eigenschutz sei besonders wichtig, wenn man nicht sicher wisse, was die Helfer hinter der Tür erwarte. Im Übrigen sei bei einer Türöffnung immer die Privatsphäre zu beachten. Manuela Spiekermann (Meppen) erklärte den Aufbau von Türschlössern stellte in einer Präsentation die Zugangsmöglichkeiten und technischen Hilfsmittel vor. Sie wies darauf hin, dass es neben hochwertiger Technik auch einfache Hilfsmittel gebe.

In einem praktischen Teil demonstrierten dann Spiekermann und Heller, welche Technik zur Verfügung steht und wie die verschiedenartigen Geräte eingesetzt werden können. Dazu hatte man unterschiedliche „Mustertüren“ bereitgestellt. Die Teilnehmer konnten selbst mit Hand anlegen, und erfuhren, dass auch die Türöffnung geübt sein will.

Zum Abschluss des Workshops dankte Gerd Köbbe den Teilnehmern und Dozenten für die Mitwirkung bei „diesem interessanten Workshop“. Auch die Teilnehmer waren zufrieden und hatten auch Themenvorschläge für den nächsten Workshop.

Text: Lambert Brand

Fotos: Kreisfeuerwehrverband