„Luxemburg im Zweiten Weltkrieg“ – Sonderausstellung in der Gedenkstätte Esterwegen

Esterwegen. Eine Wanderausstellung mit dem Titel „ Luxemburg im Zweiten Weltkrieg: Zwangsrekrutierung – Streik – Umsiedlung“ ist nun in der Gedenkstätte Esterwegen anlässlich des 80. Jahrestages des Kriegsbeginns 1939 eröffnet worden. Für die Station in Esterwegen wurde die luxemburgische Ausstellung eigens um neue Inhalte über die Zwangsrekrutierten in den „Emslandlagern“ erweitert. Die Ausstellung ist bis zum 9. Februar 2020 in der Gedenkstätte Esterwegen zu sehen, der Eintritt ist frei.

Die stellvertretende Landrätin Margret Berentzen und der Chef du Service de la Mémoire de la Seconde Guerre mondiale Jean-Claude Müller aus Luxemburg begrüßten die Gäste und betonten in ihren Eröffnungsreden die enge Verbundenheit zwischen Luxemburg und Deutschland in einem vereinten Europa. Sie unterstrichen zudem die langjährige, aktive Erinnerungsarbeit zwischen luxemburgischen Opferverbänden und dem DIZ Emslandlager e.V. sowie der Gedenkstätte Esterwegen.

Eröffneten gemeinsam die Ausstellung „Luxemburg im Zweiten Weltkrieg“ (v. l.): Dr. Andrea Kaltofen, Dr. Sebastian Weitkamp (beide Gedenkstätte Esterwegen), die stellvertretende Landrätin Margret Berentzen und Jean-Claude Müller- Foto: Landkreis Emsland
Eröffneten gemeinsam die Ausstellung „Luxemburg im Zweiten Weltkrieg“ (v. l.): Dr. Andrea Kaltofen, Dr. Sebastian Weitkamp (beide Gedenkstätte Esterwegen), die stellvertretende Landrätin Margret Berentzen und Jean-Claude Müller- Foto: Landkreis Emsland

Hintergrund der Ausstellung ist, dass am 10. Mai 1940 die Wehrmacht in das neutrale Großherzogtum Luxemburg einmarschierte und Adolf Hitler durch seinen Gauleiter Gustav Simon eine deutsche Zivilverwaltung aufbauen ließ. Die NS-Führung behandelte das besetzte Land später faktisch wie einen Teil des Deutschen Reiches, obwohl es nicht offiziell annektiert wurde.

Die Anordnung der Zwangsrekrutierung luxemburgischer Männer für die Wehrmacht 1942 stieß dann auf deutlichen Widerstand im ganzen Land. Am folgenden Tag kam es zu einem Generalstreik – eine einzigartige Reaktion auf das völkerrechtswidrige Vorgehen des nationalsozialistischen Deutschland. Der Streik wurde erbarmungslos niedergeschlagen. Am Ende standen Todesurteile, Gefängnisstrafen und Umsiedlungen in das Deutsche Reich. Viele der gegen ihren Willen in die Wehrmacht gezwungenen Luxemburger gerieten in die Mühlen der Wehrmachtsjustiz. Weil sie sich der Zwangsrekrutierung widersetzten, wurden sie von deutschen Militärgerichten zu Gefängnisstrafen oder zum Tode verurteilt.

Text und Foto: Landkreis Emsland