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Mächtige Klänge im Oldenburger Münsterland: Erstes Orgelfestival öffnet Türen für alle Generationen

Landkreis Cloppenburg. Die Orgel verlässt ihre traditionelle Nische und zeigt sich im Oldenburger Münsterland auch von ganz  neuen Seiten. Vom 22. bis zum 28. Juni 2026 präsentiert das erste Orgelfestival „Mächtige Klänge“ die überraschende Vielseitigkeit der „Königin der Instrumente“. 

im gesamten Landkreis Cloppenburg. Für alle Konzerte und Aktionen der Festivalwoche wird kein Ticket benötigt – der Eintritt ist komplett frei, und die Türen der Kirchen stehen allen Interessierten offen. Freiwillige Spenden des Publikums verbleiben in den jeweiligen Kirchengemeinden vor Ort zur Förderung der lokalen Kirchenmusik.

Das abwechslungsreiche Programm startet am Dienstag, 23. Juni, um 17 Uhr in der Löninger St.-Vitus-Kirche mit einer interaktiven Orgelführung durch Regionalkantor Oliver Strauch, der die Technik des Instruments anschaulich erklärt und im Anschluss ein Konzert gibt. Am Mittwoch, 24. Juni, verwandelt sich die Kirche St. Bernhard in Emstekerfeld ab 19 Uhr in ein Klangkino, wenn Michael Schütz bekannte Filmmusiken sowie Hits von Abba, Queen und Harry Potter auf der Orgel präsentiert. Eine außergewöhnliche Kombination erwartet die Besucher am Freitag, 26. Juni, um 19 Uhr in St. Peter und Paul in Garrel, wo Dr. Gabriel Isenberg an der Orgel und Heiko Maschmann am Alphorn im Duett zu hören sind. Zu den Höhepunkten zählt auch die Live-Begleitung des Stummfilm-Klassikers „Safety Last“ mit Harold Lloyd durch die renommierte Orgel-Professorin Christiane Michel-Ostertun am Samstag, 27. Juni, um 19.30 Uhr an der historischen Fleiter-Orgel in der St.-Bartholomäus-Kirche in Essen. Am Sonntag, 28. Juni, stehen schließlich zwei besondere Formate auf dem Plan: Um 10.30 Uhr gibt es in Löningen (St. Vitus) das Familienkonzert „Konferenz der Tiere“ für Kinder ab acht Jahren. Den festlichen und interaktiven Abschluss bildet am Sonntagabend um 18 Uhr das Mitmach-Konzert „Sérénade Royale“ in der Friesoyther St.-Marien-Kirche, bei dem Carlos Reigadas und Heinrich Deboi die „Königin der Instrumente“ erklingen lassen und das Publikum zum aktiven Mitsingen einladen.

Bereits vor den Konzerten startet das Festival mit Schulbesuchen in Altenoythe und Barßel. Regionalkantor Oliver Strauch bringt dabei eine zerlegbare Baukastenorgel direkt in die Grundschulen. „Die Orgel ist sonst oft ein unnahbares Instrument hoch oben auf der Empore“, so Strauch. „Mit dem Baukasten werden die Kinder selbst zu kleinen Orgelbauern und begreifen spielerisch, wie Töne entstehen.“ Anschließend blicken die Schüler in der Werkstatt des Orgelbauers Willehard Schomberg in Kamperfehn hinter die Kulissen des Handwerks.

„Manchmal muss man die Schätze, die man hat, auch heben“, betont Landrat Johann Wimberg. Das Festival setze einen deutlichen regionalen Akzent und öffne Türen, die sonst verschlossen bleiben. Olaf Meenen, Geschäftsführer der unterstützenden LzO-Stiftungen, ergänzt: „Kultur verbindet Menschen. Dieses barrierefreie Angebot baut Berührungsängste gezielt ab.“

Monika Schnetkamp, Vorsitzende der veranstaltenden Dr. Hildegard Schnetkamp Stiftung, sieht im ländlichen Raum eine besondere Pflicht zur Förderung: „In vielen Schulen fehlen heute entsprechende Musik-Lehrkräfte. Hier wollen wir unterstützen und junge Menschen auf ganz neue Weise mit den beeindruckenden Instrumenten unserer Region in Verbindung bringen.“

Dass das Konzept aufgeht, freut auch Birgit Popien von der Schnetkamp Stiftung: „Die Organisten der Region sind sofort mit eigenen Ideen aufgesprungen. Es ist uns gelungen, ein extrem vielfältiges, generationenübergreifendes Programm auf die Beine zu stellen.“

Kirchenmusiker Heinrich Deboi verspricht für das Finale ein Erlebnis auf Augenhöhe: „Es ist für die Zuhörer viel spannender, wenn sie das Orgelspiel hautnah miterleben. Kultur ist nicht weit weg – sie ist hier bei uns zu Hause.“

Weitere Informationen zum Festival sowie das vollständige Programm finden Sie online unter www.dr-schnetkamp-stiftung.de.

Text: LK Cloppenburg