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Marianne Fugel mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Marianne Fugel mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet / Saterländerin für jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit gewürdigt

 Landkreis Cloppenburg. Für ihr über drei Jahrzehnte andauerndes vielfältiges Engagement in der Gemeinde Saterland und im Oldenburger Münsterland ist Marianne Fugel mit dem Verdienstorden am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Landrat Johann Wimberg nahm die Auszeichnung stellvertretend für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Rathaus der Gemeinde Saterland vor.

„Die Belange und Sorgen ihrer Mitmenschen hatten einen ganz großen Stellenwert auf Ihrer Prioritätenliste“, betonte der Landrat. Sie gelte als empathische und hilfsbereite Zuhörerin und engagierte Politikerin. Besonders an dieser Verleihung sei auch, dass sich unabhängig voneinander gleich zwei Anreger bei der Niedersächsischen Staatskanzlei gemeldet hätten, um eine Ehrung zu erreichen. „Das ist einmalig in den vergangenen Jahren“, betonte Landrat Wimberg und bedankte sich bei Saterlands Bürgermeister Thomas Otto und dem Landtagsabgeordneten Lukas Reinken für die Initiative.

Jahrzehntelanges Engagement

Marianne Fugel engagierte sich über drei Jahrzehnte hinweg in der Kommunalpolitik und in der Landfrauenarbeit und wirkte dabei langjährig anerkennenswert und verbindend in ihrer Region, sowohl im öffentlichen Leben als auch durch unzählige persönliche Kontakte. Von 1991 bis 2021 war sie ununterbrochen 30 Jahre lang Mitglied im Rat der Gemeinde Saterland und prägte das Leben in ihrer Gemeinde entscheidend mit. Während dieser Zeit war sie nicht nur durchgehend in Ausschüssen tätig, sondern bekleidete stets das Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin. Zudem war sie von 2001 bis 2011 stellvertretende Ratsvorsitzende. Die Belange und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger hatten stets einen hohen Stellenwert auf ihrer Prioritätenliste, wobei sie sich als empathische und hilfsbereite Zuhörerin sowie engagierte Politikerin erwies.

Viele Initiativen aus ihrer aktiven kommunalpolitischen Zeit zeigen in der Gemeinde Saterland bis heute positive Effekte, wie beispielsweise das Angebot und die Koordinierung der Familienpatinnen und -paten, bei dem Ehrenamtliche Familien und Alleinerziehende entlasten. Auch über parteipolitische Grenzen hinweg wurde und wird Marianne Fugel für ihre unvoreingenommene Art sowie ihre lösungs- und zielorientierte Arbeitsweise geschätzt. Ihr Einsatz zum Wohl der Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Saterland wurde durch Auszeichnungen der Gemeinde, des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes und durch die Partnergemeinde SrodaSlaska in Polen mehrfach gewürdigt. Im Jahr 2021 wurde sie zur Ehrenbürgermeisterin der Gemeinde Saterland ernannt. Sie gilt als wichtige Mittlerin zwischen Vereinen, Menschen, Interessensgruppen und Parteien.

Ergänzt wurde ihr politisches Wirken in der Gemeinde Saterland durch eine zehnjährige Zugehörigkeit zum Kreistag des Landkreises Cloppenburg von 2006 bis 2016. Als Abgeordnete des Kreistages war sie in zahlreichen Ausschüssen tätig, darunter fünf Jahre im Jugendhilfeausschuss, fünf Jahre im Schulausschuss sowie zehn Jahre im Ausschuss für Planung und Umwelt und in der Mitgliederversammlung des Verbundes Oldenburger Münsterland. Zudem vertrat sie fünf Jahre den Landkreis in der Strukturkonferenz Osnabrück und von 2011 bis 2016 in der Landschaftsversammlung der Oldenburgischen Landschaft. Von 2006 bis 2016 nahm Marianne Fugel das Amt der stellvertretenden Kreistagsvorsitzenden wahr und erwies sich damit als engagierte Vertreterin nicht nur des Saterlandes, sondern auch des Landkreises Cloppenburg und des Oldenburger Münsterlandes.

Darüber hinaus war Marianne Fugel sowohl in der örtlichen Frauen Union, deren Gründerin und Vorsitzende sie von 1987 bis 2023 war, als auch bei den Landfrauen eine treibende Kraft. Seit der Vereinsgründung 1966 ist sie Mitglied im Landfrauenverein Saterland. Ihre Rolle als Vertrauensfrau im Landfrauenverein Saterland nimmt sie seit über 25 Jahren engagiert und empathisch wahr und steht bei der Planung von Veranstaltungen sowie bei Wünschen oder Problemfragen zur Verfügung.

„Marianne Fugel ist eine wichtige Mittlerin zwischen Vereinen, Menschen, Interessensgruppen und Parteien. Man mag sich im Saterland nicht über alles einig sein, aber doch sicher über die Wertschätzung für Frau Fugel“, erklärte Landrat Johann Wimberg, der in ihr eine wichtige Multiplikatorin sah: „Ich bin mir sicher, dass Sie mit Ihrer Tatkraft und ihrer sympathischen und friedensstiftenden Art ein wesentlicher Faktor dafür waren, dass Menschen in Ihrem Umfeld motiviert worden sind. Viele sind Ihrem Beispiel gefolgt, haben ihre Tätigkeiten gerne und gut ausgeübt, weil sie in Ihnen ein gutes Vorbild gesehen haben.“ Das sei allerhand, was die Saterländerin ehrenamtlich in Ihrer Freizeit geleistet habe. „Sie haben Ihre Gemeinde Saterland, den Landkreis Cloppenburg und das Oldenburger Münsterland mit viel persönlichem Engagement, mit Hingabe und Vernetzungsarbeit bereichert. Dafür danke ich Ihnen aus ganzem Herzen.“ Außerdem dankte er den Angehörigen von Marianne Fugel, post mortem auch Ihrem Mann Hermann. „Hof, Haushalt, Kinder Berufstätigkeit und Ehrenamt – das muss man auch alles unter einen Hut bekommen. Das geht nicht ohne Unterstützung.“

 Verantwortung für das Gemeinwohl übernommen

Bürgermeister Thomas Otto beschrieb ehrenamtliches Engagement als unverzichtbaren Grundpfeiler für die Gemeinschaft. Die Verleihung eines Bundesverdienstkreuzes würdige dieses Engagement als Zeichen des Respekts gegenüber denen, die nicht nur zuschauen, sondern handeln. „Menschen, die sich nicht abfinden oder in der Situation einrichten, sondern Menschen die mutig, tatkräftig und mit Herz zur Verbesserung des Gemeinwohls beitragen. Genau so ein Mensch, liebe Marianne, bist Du – und deshalb gebührt Dir auch heute diese hohe Auszeichnung des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier“, betonte Otto, der sich auf ihre Unterstützung, ihre Zuverlässigkeit und auf das Wort der langjährigen stellvertretenden Bürgermeisterin immer habe verlassen können.

Macherin, Wegbegleiterin und Wortführerin

Landtagsabgeordneter Lukas Reinken lenkte das Augenmerk auf den vollen Saal mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Kirchengemeinde, aus der Politik, von den Landfrauen, aus der Gesellschaft und von vielen Vereinen und Verbänden vor Ort. „Das zeigt, welchen Eindruck die Arbeit von Marianne Fugel über die vielen Jahre auf die Menschen im Saterland und im Landkreis Cloppenburg gemacht hat.“ Fugel arbeite bedacht, zielstrebig und ruhig. Er sei sicher, dass jede Saterländerin und jeder Saterländer bereits von ihrer Arbeit profitiert habe.

Wichtiges Statement für ehrenamtliche Leistung

In ihrer Dankesrede lenkte Marianne Fugel den Blick von Ihrem eigenen Wirken auf ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter. „Meine ehrenamtliche Tätigkeit hätte nicht so lange gedauert, wenn nicht alle mitgearbeitet hätten und es keinen Spaß gemacht hätte“, sagte Fugel. „Man kann verschiedene Meinungen haben – das gehört dazu – aber man kann alles miteinander regeln und zu Kompromissen kommen. Das haben wir hier immer hingekriegt und ich freue mich sehr, dass es so geklappt hat.“ Sie dankte Landrat Johann Wimberg, den Anregern Thomas Otto und Lukas Reinken, den Wählerinnen und Wählern und allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern für die Zusammenarbeit. „Ich stehe hier nur stellvertretend, hier ist kaum jemand im Saal, der nicht ehrenamtlich tätig ist. Hier könnten heute viele vorne stehen, denn der Saal wimmelt vor Ehrenamtlichen. Der Staat kann sich nicht überall kümmern. Man muss schauen, wo jemand ist, der Hilfe braucht und für den ich mich einsetzen kann“, erklärte die Bundesverdienstkreuzträgerin. Als Beispiel nannte sie den von Lukas Reinken angesprochenen Zebrastreifen. „Heute steht dort eine Ampel. Die Leute wollten damals nicht warten müssen. Aber es war gefährlich und viele Eltern brachten ihre Kinder dort über die Straße. Der Zeitpunkt war gekommen und man musste etwas tun“, bekräftigte sie die Entscheidung. 

Ihr Ehrenamt habe sich ausgezahlt: „Ich denke das war zum Wohl der ganzen Gemeinde, für Kleine und Senioren. „Wenn ich als stellvertretende Bürgermeisterin zu einem Seniorengeburtstag gegangen bin und es hieß `schön, dass du dir die Zeit genommen hast, alle anderen hatten keine Zeit´, dann ist man froh, wenn man es gemacht hat.“ Wenn man als Familienpaten höre, wie ein Kind zu seiner Mutter sage „wenn du hierfür so wenig bezahlen musst, kannst du mir mal wieder ein Eis kaufen“, dann freue man sich. „Wir machen das, solange man uns lässt. Ich sage allen die geholfen und mit uns gearbeitet haben vielen Dank.“ Auch ihrer Familie dankte Fugel und erinnerte sich an die Unterstützung ihres Mannes, der ihr den Rücken freihielt: „Er sagte: Mach mal, wenn ich nicht mitmuss, ist das schon in Ordnung.“ Anschließend wartete eine außerordentlich lange Menschenschlange darauf, der Bundesverdienstkreuzträgerin Marianne Fugel zu danken und zu gratulieren. 

Text: LK Cloppenburg