„meinherzgehörtmir – TERRE DES FEMMES Fahnenaktion in Meppen

Meppen. Am 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Im Rahmen dieses UN-Gedenktages beteiligen sich der Arbeitskreis „Häusliche Gewalt“ des Kommunalen Präventionsrates der Stadt Meppen und Bürgermeister Helmut Knurbein an der Fahnenaktion von Terre des Femmes. Auch in diesem Jahr weht die  Fahne mit der Aufschrift „NEIN zu Gewalt an Frauen – frei leben ohne Gewalt“ am historischen Rathaus der Stadt. In diesem Jahr widmet sich die Aktion schwerpunktmäßig dem Thema Zwangsverheiratung und Frühehen.

Unter dem Motto #meinherzgehörtmir soll ein deutliches Signal für ein freies und selbstbestimmtes Leben gesetzt werden. Zwangsverheiratung und Frühehen sind ein internationales Problem, welches zumeist Mädchen und junge Frauen betrifft. Nach offiziellen Angaben von UNICEF werden jährlich weltweit rund zwölf Millionen Mädchen unter 18 Jahren verheiratet, viele sind noch nicht einmal 16 Jahre alt. Insgesamt kann von derzeit 650 Millionen Frauen ausgegangen werden, die unter 18 Jahren verheiratet wurden. Die Folgen von Frühehen sind vielfältig: häusliche und sexualisierte Gewalt, gesundheitsgefährdende Teenagerschwangerschaften sowie massive soziale und ökonomische Abhängigkeit.

Obwohl Zwangsverheiratung in Deutschland strafrechtlich verfolgt wird und auch die Verheiratung Minderjähriger seit 2017 verboten ist, werden nach wir vor Mädchen und Frauen in Deutschland gegen ihren Willen verheiratet. Auch hier sind die Ausmaße gravierend, die Folgen für die physische und psychische Gesundheit der Betroffenen weitreichend. Eine aktuelle Datenerhebung über die Anzahl der Fälle von Zwangsverheiratung existiert nicht; es ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Die jüngste bundesweite Studie aus dem Jahr 2008 zählte 3.443 Personen, zumeist Mädchen und Frauen.

„Gewalt an Frauen – sie passiert täglich, meist im Verborgenen. Die Opfer schweigen und wahren für ihre Angehörigen den guten Schein der heilen Welt. Wir können nicht hinter diese Fassade blicken und aktive Hilfe leisten; was wir aber können, ist ein sichtbares, deutliches Zeichen gegen Gewalt setzen – in der Hoffnung, dass dieser stille Protest gesellschaftliches Gehör findet“, sagte Bürgermeister Helmut Knurbein.

Seit 1999 ist der 25. November als Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen von den Vereinten Nationen anerkannt. Seit 2001 gibt es die von Terre des Femmes ins Leben gerufene Fahnenaktion. Jedes Jahr hissen Verbände, Organisationen, Verwaltungen, Kirchen und viele andere eine Fahne. Der Arbeitskreis „Häusliche Gewalt“ veranstaltet darüber hinaus seit vielen Jahren um den Aktionstag herum verschiedene Aktionen zum Thema.

Aufgrund der Pandemie muss in diesem Jahr bedauerlicherweise auf einige Veranstaltungen zum Thema verzichtet werden, auch auf die zweitägige Fachtagung für Erzieherinnen und Erzieher in Ausbildung der Marienhausschule Meppen. „Es ist sehr schade, dass wir in diesem Jahr auf Aktionen wie diese verzichten müssen. Gleichwohl geben wir diesem wichtigen Thema eine Stimme“, so Gleichstellungsbeauftragte Elisabeth Mecklenburg und spricht damit unter anderem die Aktion „Posto Occupato“ (= besetzter Platz) an. Dazu werden im Stadtgebiet an verschiedenen Stellen, wie Schaufenstern, Kirchen oder auch dem Stadthaus, ein Stuhl bzw. ein Platz für eine Frau „freigehalten“, die diesen nie wieder einnehmen können wird, da sie durch Partnergewalt getötet worden ist.

Bürgermeister Helmut Knurbein hisst gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Elisabeth Mecklenburg sowie Vertreterinnen und Vertretern des Arbeitskreises „Häusliche Gewalt“ des Kommunalen Präventionsrates der Stadt Meppen die Fahne „frei leben ohne Gewalt“. Foto: Stadt Meppen
Bürgermeister Helmut Knurbein hisst gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Elisabeth Mecklenburg sowie Vertreterinnen und Vertretern des Arbeitskreises „Häusliche Gewalt“ des Kommunalen Präventionsrates der Stadt Meppen die Fahne „frei leben ohne Gewalt“. Foto: Stadt Meppen

Text und Foto: Stadt Meppen