Meyer Werft – Statement zur Kundgebung der IG Metall und des Betriebsrates

Zur Kundgebung der IG Metall und des Betriebsrats der Meyer Werft auf dem Werftgelände und insbesondere zur sich anschließenden Auto-Demo vor den Privathäusern der Familien Meyer erklären Landrat Marc-André Burgdorf und der Papenburger Bürgermeister Jan Peter Bechtluft:

„Die Tarifautonomie ist ein hohes Rechtsgut, in das wir als Landrat und Bürgermeister weder eingreifen wollen noch können. Hier müssen die Sozialpartner zwingend zu einer klugen Einigung finden.

Was aber in diesem Zusammenhang gar nicht geht und eine rote Linie eindeutig überschreitet, ist die erfolgte Kundgebung mittels Autokorso und Hupkonzert vor den Privathäusern der Familie Meyer. Auf diese Weise die Familien und das private Umfeld von Bernard Meyer und Dr. Jan Meyer in die arbeitsrechtliche Auseinandersetzung hinein zu ziehen, ist eine Grenzüberschreitung, die wir verurteilen. Es ist durchaus legitim, wenn Arbeitnehmer, die um ihren Arbeitsplatz bangen, demonstrieren, aber das Wie ist die Frage. Auch wenn es für beide Seiten und übrigens auch für uns alle um viel geht und der Streit mit harten Bandagen ausgefochten wird: So etwas macht man nicht!

Nach dieser unnötigen Eskalation können wir nur zum wiederholten Male darum bitten, an den Verhandlungstisch zurück zu kehren, um sich intensiv und unter Ausschluss der Öffentlichkeit den dringenden Fragen von Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplatzerhalt gleichermaßen zu widmen. Nur so kann es zu einer verträglichen Lösung kommen, mit der alle Beteiligten leben können. Die Familie Meyer hat ein Interesse am Erhalt qualifizierter Arbeitsplätze aus dem Willen heraus, den Werftstandort Papenburg und damit die verbleibenden Arbeitsplätze dauerhaft und nachhaltig zu sichern.

Gemeinsam mit dem Land Niedersachsen werden auch wir weiterhin daran arbeiten, dass der Werftstandort Papenburg zukunftsfähig und sicher bleibt.“

Text: Stadt Papenburg