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Mit Äxten durch die Scheibe: Brutaler Einbruch verwüstet Goldschmiede in Haselünne

Mit Äxten durch die Scheibe: Brutaler Einbruch verwüstet Goldschmiede in HaselünneTäter schlagen gezielt zu und erbeuten hochwertigen Goldschmuck – Ermittler sichern erste Spuren

HASELÜNNE. Was die Mitarbeiter am Morgen in der Goldschmiede vorfanden, glich einem Trümmerfeld. Zerstörte Schaufensterscheiben, eingeschlagene Vitrinen und tausende Glassplitter bedeckten den Verkaufsraum. In der Nacht waren bislang unbekannte Täter mit äußerster Gewalt in das Geschäft eingedrungen und hatten gezielt hochwertigen Goldschmuck gestohlen. Nach ersten Erkenntnissen gingen die Einbrecher dabei professionell, vorbereitet und offenbar mit genauer Kenntnis der Örtlichkeiten vor.

Nach Angaben aus dem Betrieb verschafften sich drei mutmaßlich junge Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren Zugang zu dem Geschäft, indem sie mit Äxten auf die Schaufensterfront einschlugen. Erst nach mehreren Schlägen entstand ein ausreichend großes Loch, durch das die Täter ins Innere gelangten.

Spur der Verwüstung innerhalb weniger Minuten

Im Verkaufsraum angekommen, gingen die Einbrecher offenbar ohne Zeitverlust direkt auf mehrere Schmuckvitrinen zu. Mit den mitgebrachten Äxten zerstörten sie gezielt die Auslagen mit hochwertigem Goldschmuck und räumten die darin befindlichen Schmuckstücke aus.

Andere Bereiche des Geschäfts blieben dagegen nahezu unberührt. Weder die Kasse noch die Werkstatt wurden angegangen. Auch hochwertige Uhren, die sich ebenfalls im Verkaufsraum befanden, ließen die Täter zurück.

„Die sind mit Plan hier reingekommen“, sagt Alisha Behnen, Mitarbeiterin der Goldschmiede und Schwiegertochter des Eigentümers. „Die sind wirklich gezielt zu bestimmten Vitrinen gelaufen, haben diese sofort zerschlagen und alles mitgenommen, was sie schnell greifen konnten.“

Nach Einschätzung der Mitarbeiter spricht vieles dafür, dass die Täter das Geschäft möglicherweise bereits vor der Tat ausgespäht haben.

Verdacht auf vorherige Auskundschaftung

Die auffällige Auswahl der angegriffenen Vitrinen wirft Fragen auf. Aus Sicht der Mitarbeiter wussten die Täter offenbar genau, wo sich die wertvollsten Schmuckstücke befanden.

„Ich würde fast behaupten, dass die vor ein paar Tagen schon einmal hier gewesen sind und sich angeschaut haben, wo die wertvollsten Sachen liegen“, berichtet Behnen. „Die Uhren haben sie komplett in Ruhe gelassen. Sie sind nicht bis in die Werkstatt vorgedrungen und haben sich ausschließlich auf bestimmte Vitrinen konzentriert.“

Die Täter nutzten offenbar jede Sekunde aus. Nach Schätzungen aus dem Betrieb dauerte der gesamte Einbruch lediglich wenige Minuten.

Währenddessen löste die Alarmanlage sofort aus. Der Sicherheitsdienst wurde umgehend informiert. Dennoch gelang den Einbrechern die Flucht, bevor Verantwortliche oder Einsatzkräfte am Tatort eintrafen.

Alarmanlage reagierte sofort

Die Schaufensterscheiben des Geschäfts sind mit einer speziellen Sicherungstechnik ausgestattet. Bereits starke Erschütterungen führen zur Auslösung des Alarmsystems.

„Wenn man nur gegen die Scheibe klopft, passiert nichts“, erklärt Behnen. „Aber sobald mit erheblicher Gewalt dagegen geschlagen wird, werden die Vibrationen über Sensoren erkannt und die Alarmanlage löst aus.“

Trotz der technischen Sicherung konnten die Täter ihre Tat durchführen. Die Geschwindigkeit ihres Vorgehens deutet darauf hin, dass sie genau wussten, wie wenig Zeit ihnen bis zum Eintreffen von Sicherheitskräften bleiben würde.

Rote Boxershorts als mögliches Tätermerkmal

Die drei Täter waren nahezu vollständig vermummt. Nach den bisherigen Erkenntnissen trugen sie dunkle Kleidung, schwarze Jogginghosen, Hoodies mit tief ins Gesicht gezogenen Kapuzen sowie Handschuhe.

Ein ungewöhnliches Detail könnte den Ermittlern jedoch bei der Identifizierung helfen.

„Einer der Täter hatte eine rote Boxershorts an“, berichtet Behnen. „Die konnte man erkennen, weil ihm die Jogginghose hinten etwas heruntergerutscht war. Das war eigentlich das einzige auffällige Merkmal.“

Möglicherweise könnte dieses Detail Zeugen helfen, die Männer vor oder nach der Tat beobachtet haben.

Spurensicherung findet erste Hinweise

Die Hoffnung der Ermittler ruht nun auf mehreren Spuren, die am Tatort gesichert werden konnten. An den scharfkantigen Bruchstellen der eingeschlagenen Schaufensterscheibe wurden unter anderem Textilfasern entdeckt.

„An den Glasscheiben konnte man einzelne Fasern erkennen. Die Spurensicherung hat dort bereits Proben entnommen“, berichtet Behnen.

Darüber hinaus liegen Videoaufzeichnungen vor, die den Ermittlungsbehörden bereits übergeben wurden. Die Auswertung der Aufnahmen dürfte in den kommenden Tagen eine wichtige Rolle spielen.

Schaden geht vermutlich in die Zehntausende

Wie hoch der entstandene Gesamtschaden ist, kann derzeit noch nicht beziffert werden. Neben den massiven Beschädigungen an der Schaufensterfront und den zerstörten Vitrinen fehlen zahlreiche hochwertige Schmuckstücke.

Einige der gestohlenen Gegenstände hatten bereits einzeln einen Wert von mehreren tausend Euro.

„Da waren teilweise Schmuckstücke dabei, die alleine schon 4.000 bis 5.000 Euro gekostet haben“, sagt Behnen. „Wir müssen jetzt erst einmal Inventur machen und genau feststellen, was alles fehlt.“

Die tatsächliche Schadenssumme dürfte daher erst in den kommenden Tagen feststehen.

Zwischen Schock und Fassungslosigkeit

Besonders die ersten Minuten nach dem Anruf des Sicherheitsdienstes haben sich bei den Betroffenen eingebrannt.

„Als der Sicherheitsdienst angerufen hat, hatte ich sofort einen Adrenalinschub“, erinnert sich Behnen. „Ich habe zunächst gehofft, dass vielleicht nur die Scheibe beschädigt wurde. Als wir dann hier ankamen, haben uns Anwohner direkt gesagt, dass die Täter tatsächlich im Geschäft waren.“

Als die Verantwortlichen schließlich das Ausmaß der Zerstörung sahen, wich die Hoffnung schnell dem Entsetzen.

„Man ist einfach geschockt. Über Jahre baut man etwas auf und innerhalb weniger Minuten wird so viel zerstört. Überall liegen Scherben, Vitrinen sind kaputt und viele wertvolle Schmuckstücke fehlen.“

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet mögliche Zeugen um Hinweise. Insbesondere Beobachtungen zu drei dunkel gekleideten Männern im Bereich der Goldschmiede oder Hinweise auf verdächtige Fahrzeuge könnten für die Ermittler von Bedeutung sein.

Fest steht bereits jetzt: Die Täter hinterließen nicht nur einen hohen finanziellen Schaden, sondern auch ein Bild der Verwüstung, das die Mitarbeiter der Goldschmiede noch lange beschäftigen dürfte.