Mögliche Sanierung der Nordhorner Eissporthalle: Gutachten liegt auf dem Tisch

Ende August hatte der Landkreis in Abstimmung mit den Betreibern die Eissporthalle schließen müssen, da ein Einsturz des Daches nicht ausgeschlossen werden konnte. Ein Prüfer hatte erhebliche Risse in den Leimbindern der Dachkonstruktion festgestellt. Ein Spezialbüro wurde daraufhin beauftragt, fundierte Einschätzungen über eine mögliche Sanierungsfähigkeit  und damit verbundene Kosten zu erarbeiten. Dieses Sondergutachten liegt nun vor.

Nach Auffassung des Spezialbüros sind tatsächlich zahlreiche alte wie neue Risse in den Leimbindern vorhanden. Größtenteils liegen diese im Grenzbereich der Zulässigkeit. Weiterhin wurden jedoch auch Korrosionsschäden an den Stahlträgern festgestellt. Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass eine Tragwerkssanierung möglich sei. Die Kosten allein für die Dachsanierung würden bei rund 1 Mio. Euro liegen. Zwingend sei es allerdings erforderlich, parallel die Lüftungsanlage zu erneuern, um zukünftige Rissbildungen zu vermeiden. Dieses setzt wiederum voraus, dass gleichzeitig ebenfalls die Heizung und die Kältetechnik ersetzt werden.

„Das Sondergutachten zeigt, dass wir die Sanierung des Daches nicht isoliert betrachten können, sondern nur im Zusammenhang einer umfangreichen Instandsetzung der Eissporthalle“, beurteilt Landrat Uwe Fietzek die Situation. Die Kosten dafür lägen – so nach einer Schätzung der Kreisverwaltung – dann bei mindestens 4 Mio. Euro. Sie stiegen noch auf 5,6 Mio. Euro, wenn daneben weitere sinnvolle Maßnahmen realisiert würden, die in den nächsten Jahren ohnehin durchzuführen seien. Dazu gehört die Sanierung der Sanitäranlagen, der Versorgungsleitungen und der Noppenböden.

Ursprünglich war geplant, dass der Kreistag am 19. September 2019 über eine Ausschreibung entscheiden sollte, mittels derer ein langfristiger Betreiber für die Eissporthalle gefunden werden sollte. Teil dieser Ausschreibung sollte auch die Sanierung der Eissporthalle sein. Anschließend sollte mit der Stadt Nordhorn über eine finanzielle Beteiligung an den Kosten verhandelt werden. Bisher beteiligt sich die Stadt an den Eismieten für die Laufzeiten der Vereine. Bei einer Einigung war vorgesehen, die Ausschreibung mit dem Ziel durchzuführen, zur Saison 2020/2021 einen langfristigen Vertrag mit einem Betreiber abzuschließen.

Dieser angestrebte Zeitplan kann nun nicht mehr eingehalten werden. Bereits jetzt ist davon auszugehen, dass die Eissporthalle auch in der Saison 2020/2021 geschlossen bleiben muss.

Die Verwaltung wird nun die Ergebnisse der Gutachten intensiv prüfen und bewerten.  Am 6. Dezember 2019 ist eine Sitzung des Sportausschusses vorgesehen, in der das Thema ausführlich beraten wird. Danach wird die Verwaltung einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen erarbeiten, der im ersten Quartal 2020 vorliegen und von der Politik behandelt werden soll.

Text: Stadt Nordhorn