Moorbrandübung in Groß Hesepe – Feuerwehren auf dem Gelände Klasmann – Deilmann im Einsatz

Groß Hesepe Zu einem simulierten Brand auf dem Gelände der Produktionsgesellschaft Klasmann – Deilmann Süd in Groß Hesepe rückten die umliegenden Feuerwehren aus.

Löschangriff beim brennenden Bagger. Das Feuer drohte auf die gesamte Torfmiete (rechts) überzugreifen. Foto: Lambert Brand
Löschangriff beim brennenden Bagger. Das Feuer drohte auf die gesamte Torfmiete (rechts) überzugreifen. Foto: Lambert Brand

Das Übungsszenario sah vor, dass ein Bagger auf einem Gelände zur Torfgewinnung in Brand geraten war. Die zuständige Feuerwehr Groß Hesepe rückte, nachdem sie von Firmenmitarbeitern am vereinbarten Sammelpunkt abgeholt worden war, über befestigte Wege ins Gelände vor. Einsatzleiter Dieter Einhaus erkannte gleich, dass Verstärkung durch die umliegende Feuerwehren erforderlich war. Der Bagger stand abseits von festen Zufahrten rund 500 Meter weit im Torfabbaugelände und war mit Feuerwehrfahrzeugen nicht zu erreichen.

Große Kraftanstrengung erforderte der Einsatz auf dem Moorboden von den Feuerwehrkräften. Foto: Lambert Brand
Große Kraftanstrengung erforderte der Einsatz auf dem Moorboden von den Feuerwehrkräften. Foto: Lambert Brand

Zudem „erkannten“ die ersten zu Fuß vorrückenden Trupps, dass sich das Feuer infolge von Funkenflug bereits auf eine über 1000-Meter lange Torfmiete ausgebreitet hatte. Hier drohten riesige Mengen Torf in Brand zu geratenen. Einhaus ließ Tanklöschfahrzeuge aus Osterbrock und Schöninghsdorf, ein Löschgruppenfahrzeug vom Twist sowie den Einsatzleitwagen aus Osterbrock mit der Flugdrohne nachalarmieren, so dass in kurzer Zeit über 40 Feuerwehrleute mit acht Fahrzeugen zur Verfügung standen.

Die Firma Klasmann-Deilmann stellte Ortsbrandmeister Heinz Grüter einen geländegängigen Trecker mit angehängtem Schlitten zur Verfügung. Damit konnte nicht nur Schlauchmaterial und wasserführende Armaturen, sondern auch eine Tragkraftspritze als Zwischenpumpe ins unwegsame Gelände transportiert werden. Grüter, der im Dezember sein Amt an Dieter Einhaus übergibt, konnte nicht nur die Trupps im Gelände versorgen, sondern sich auch einen Überblick über das Geschehen machen. Seine Geländekenntnisse und Moorbranderfahrung kam vor allem den jungen Einsatzkräften zu Gute. Hilfreich war auch der Einsatz der Flugdrohne bei der Lagebeurteilung.

Mit einem geländegängigen Trecker und angehängtem Schlitten konnte das Schlauchmaterial und eine Tragkraftspritze ins Gelände gebracht werden. Foto: Lambert Brand
Mit einem geländegängigen Trecker und angehängtem Schlitten konnte das Schlauchmaterial und eine Tragkraftspritze ins Gelände gebracht werden. Foto: Lambert Brand

Den Trupps gelang es, den Bagger abzulöschen und das weitere Ausbreiten der Flammen auf der Torfmiete zu verhindert. Dafür waren allerdings große Mengen Löschwasser erforderlich. Während die Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr Wasser heranführen, brachte eine Moorbahn-Lok zusätzlich einen Waggon mit einem 8 000-Liter-fassenden Wassertank zur Einsatzstelle. Die offenen Wasserentnahmestellen im Umfeld führten nicht genügend Wasser, um sie ansaugen zu können. Die Einsatzleitung hatte auch im Auge, dass Erdöl- und Gasförderleitungen durch das Gelände führen. Und auch das blieb den Feuerwehrleuten nicht erspart: Die auf dem nassen schmierigen Moorgrund verdreckten Schläuche mussten vor dem Abtransport grob gereinigt und zusammengerollt werden.

Die Wasserversorgung konnte unter anderem mit einem schienengeführten Wassertank sichergestellt werden. Fotos: Lambert Brand. Foto: Lambert Brand
Die Wasserversorgung konnte unter anderem mit einem schienengeführten Wassertank sichergestellt werden. Fotos: Lambert Brand. Foto: Lambert Brand

Bei der Übungsbesprechung sagte Michael Perschl als Geschäftsführer der Klasmann-Deilmann Produktionsgesellschaft, dass bei der Übung, abgesehen vom Wetter, ein durchaus realistisches Szenario durchgespielt worden sei. Sein Unternehmen habe starkes Interesse, eng mit den Feuerwehren zusammenzuarbeiten. „Wir lernen voneinander, das hilft uns im Ernstfall“, sagte Perschl. Man habe nicht nur einen Brandschutzplan aufgestellt, sondern auch Brandschutzhelfer ausgebildet, viele Maschinen im Gelände mit Selbstlöschanlagen ausgestattet und für Wasservorräte gesorgt. Zufrieden mit dem Übungsverlauf zeigten sich auch Abschnittsleiter Wolfgang Veltrup, Gemeindebrandmeister Günter Keiser sowie der Brandschutzprüfer des Landkreises, Heinz Lübbers, der die Übungsvorlage mit erarbeitet hatte. „Wir haben alle das gleiche Interesse und wollen im Ernstfall Hand in Hand vorgehen“ ,sagte Veltrup. Ruhiges und besonnenes Vorgehen attestierte Gemeindebrandmeister Keiser den Feuerwehrleuten. Für Ortsbrandmeister Grüter und Einsatzleiter Einhaus ist es wichtig, dass man nicht nur das Gelände, sondern auch die zuständigen Mitarbeiter des Betriebs kenne. Grüter appellierte an die Feuerwehrleute, niemals die festen Wege mit den Fahrzeugen zu verlassen.

Text und Fotos: Lambert Brand