Mysteriöser Unfall auf der B213: Touran rast gegen Baum – Fahrer oder weiterer Insasse flüchtig
Haselünne/Bawinkel (Lingen, Emsland) – Ein spektakulärer und vollkommen mysteriöser Verkehrsunfall hat am heutigen Sonntagmorgen gegen 6:30 Uhr für einen Großeinsatz der Rettungskräfte auf der Bundesstraße 213 zwischen Haselünne und Bawinkel gesorgt.
Ein VW Touran kam aus noch ungeklärter Ursache auf dem Weg von Bawinkel in Richtung Haselünne nach links von der Fahrbahn ab. Das Fahrzeug fuhr über mehrere hundert Meter neben einer Leitplanke entlang, bevor es frontal und mit kolossaler Wucht gegen einen Baum prallte.
Aufwendige Rettung und ungeklärte Umstände
Beim Eintreffen der Einsatzkräfte bot sich ein rätselhaftes Bild: Auf dem Beifahrersitz befand sich ein Mann, der aufgrund der massiven Deformation im Pkw eingeschlossen war. Der Fahrersitz war leer, und die Beifahrerscheibe war heruntergelassen.
Der Stadtbrandmeister Markus Schüler (Freiwillige Feuerwehr Haselünne) erklärte die Schwierigkeiten der Rettung: „Wir haben vor Ort einen Pkw Unfall vorgefunden, in dem der Beifahrer im Pkw eingeschlossen war, das heißt er war nicht eingeklemmt, aber das Fahrzeug so stark deformiert, dass sich keine Türen öffnen konnten.“ Die Rettung war aufwendig, aber routinemäßig: „Mit Schere und Spreizer wurde dann das Dach abgenommen, die Türen entfernt und der Beifahrer aus dem Pkw befreit.“ Er betonte, die Rettung sei schonend, auch wenn sie aufgrund der starken Deformation „etwas gedauert“ habe.
Fieberhafte Suche mit Drohnen
Noch während der komplizierten Rettungsaktion wurde eine groß angelegte Suche nach einer möglichen zweiten Person eingeleitet. Der 19-jährige Patient erklärte den Rettungskräften noch im Rettungswagen, dass er lediglich der Beifahrer gewesen sei.
„Da wir noch aktuell eine Person suchen, haben wir zwei Drohnen im Einsatz aus Haselünne und aus Osterbrock,“ so Schüler. Er erläuterte das Vorgehen: „Die Drohnen sind ausgestattet mit einer Wärmebildkamera, sodass wir natürlich jetzt eine Wärmesignatur wunderbar wahrnehmen können und an Verdachtspunkten dann die Suche durchführen, bislang erfolglos.“
Polizei ermittelt in alle Richtungen
Der Unfall wirft viele Fragen auf. Der 19-Jährige wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort und ermittelt, ob es sich tatsächlich um eine flüchtige zweite Person handelt. „An allen Anscheinen im Moment ist es aber so, dass zwei Personen mindestens im Fahrzeug waren,“ bestätigte Stadtbrandmeister Schüler. Die Ermittlungen sollen nun Hinweise liefern, „wer der Fahrer oder Fahrerin war, ob wirklich eine zweite Person drin ist.“
Die B213 war während der Rettungsarbeiten voll gesperrt
