Nach über 44 Jahren im Dienst des Landkreises: Stellvertretende Amtsleitung des Umweltamtes Hildegard Zurborg in den Ruhestand verabschiedet
Landkreis Cloppenburg. Mit einer emotionalen Feierstunde hat der Landkreis Cloppenburg Ende November Hildegard Zurborg in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Nach über 44 Jahren verlässt die stellvertretende Amtsleiterin und Leiterin der Abteilung Naturschutz des Umweltamtes die Kreisverwaltung – ein Abschied, der allen Beteiligten sichtlich schwerfiel.
„Dass ich dich in den Ruhestand verabschieden muss, gefällt mir ganz und gar nicht“, gestand Erster Kreisrat Ansgar Meyer zu Beginn der Feierstunde. Es hätte schon einmal einen Verabschiedungstermin gegeben, der wieder abgesagt wurde. „Ich dachte, du bleibst doch bis 67. Doch ich bekam leider nicht das gewünschte Ergebnis: dass du uns weiter die Treue halten willst. Aber du hast dich entschieden, in den Ruhestand zu treten, und alle, die hier versammelt sind, wollen dir dafür die besten Wünsche mit auf den Weg geben“, betonte Meyer.
Hildegard Zurborg, geboren 1961 in Essen und wohnhaft in Bartmannsholte, begann ihre berufliche Laufbahn beim Landkreis Cloppenburg am 1. August 1981 mit dem Vorbereitungsdienst für die Laufbahn des gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienstes. „Knapp 45 Dienstjahre beim Landkreis Cloppenburg – das werden viele hier nicht erreichen“, betonte Meyer, denn um so eine Dienstzeit zu erreichen, müsse man schon sehr früh einsteigen.
Ihre berufliche Karriere führte sie vom Ordnungsamt mit den Schwerpunkten Gewerbeüberwachung und Immissionsschutz über das Amt für Umweltschutz bis hin zum Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung, wo sie bereits als Abteilungsleiterin Führungsverantwortung übernahm. Nach einer vierjährigen Tätigkeit im Rechnungsprüfungsamt, das ganz andere Aufgaben vorhalte, „Vorgänge der Städte, Gemeinden und des Landkreises zu prüfen“, wie Meyer erläuterte – fand Zurborg 1998 ihre berufliche Heimat: als stellvertretende Amtsleiterin im Umweltamt und Abteilungsleiterin der unteren Naturschutzbehörde.
„Damit hattest du quasi deinen Traumjob gefunden“, resümierte Meyer. „27 Jahre warst du in diesem Bereich tätig und hast viele Entwicklungen im Naturschutz auf den Weg gebracht.“ Besonders hob der Erste Kreisrat den Flächenerwerb in Schutzgebieten hervor: „Du hattest viel Fingerspitzengefühl für die passenden Flächen und hast gut verhandelt. Die Flächenankäufe in den Raddetälern – das geht in weiten Teilen auf deinen Verdienst zurück. Eine herausragende Leistung.“
Weitere Meilensteine ihrer Arbeit waren die Schutzgebietsausweisung, die Mitarbeit an Flora-Fauna-Habitat-Projekten (FFH), die Fördermittelakquise sowie das Gelege- und Kükenschutzprojekt sowie die ökologische Station. „Und dann der Hotspot 23 – ein besonderer Bereich der Projektarbeit, das ist etwas ganz Neues“, ergänzte Meyer. „Du warst stets eine angenehme Gesprächs- und Verhandlungspartnerin, auch für Stellen außerhalb des Kreishauses. Durch dich hat der Naturschutz einen größeren Stellenwert bekommen. Die Naturschutzbehörde wird anerkannt und gerne einbezogen bei Themen in den Städten und Gemeinden“, sagte Meyer abschließend.
Personalrätin Katharina Emke würdigte Zurborgs Engagement: „Du hast die Abteilungsleitung im Bereich Naturschutz mit viel Herz und Leidenschaft ausgefüllt. Dein Einsatz hat Natur und Verwaltung im Landkreis wesentlich geprägt.“ Besonders hob sie Zurborgs menschliche Qualitäten hervor: „Für fachliche Rückfragen, Sorgen und Ideen, auch abseits des Arbeitsalltags, warst du stets präsent. Mit deiner offenen Art hast du jedes Gespräch bereichert.“
Amtsleiter Alexander Thole betonte Zurborgs Verdienste um den Aufbau eines schlagkräftigen Teams. „Du hast zuletzt eine sehr junge Truppe geführt. Viele ältere Kollegen haben uns verlassen, aber du hast es geschafft, dass wir als junges, motiviertes Team gut zusammenstehen und die Aufgaben nun gut weitergeführt werden können.“ Er dankte ihr besonders für die Begleitung technologisch anspruchsvoller Projekte wie Windenergie- und Leitungsbauvorhaben sowie für die erfolgreiche Arbeit beim Grunderwerb naturschutzfachlicher Flächen. Die Kolleginnen und Kollegen überraschten Hildegard Zurborg mit einem eigens verfassten Gedicht und einem Fotobuch, das ihre gemeinsame Zeit dokumentiert.
Sichtlich bewegt bedankte sich Hildegard Zurborg bei ihrem Team: „Mir fehlen die Worte. Ihr seid so jung und doch fachlich so kompetent. Zwischenmenschlich stimmt bei uns die Chemie. Aber was ist schon eine Abteilungsleitung ohne Mitarbeiter, auf die man sich verlassen kann?“ Die Abteilung sei im Laufe der Jahre gewachsen, viele gingen, viele kamen. „Wir haben neue Aufgaben dazubekommen und uns von einer Stellungnahmebehörde zu einer Abteilung entwickelt, die selbst Projekte plant und umsetzt.“
Besonders stolz zeigte sie sich auf Vorzeigeprojekte wie die Soeste- und Letheniederung: „Das waren und sind ganz tolle und auch große Projekte, die oft auch schleppend und mit großen Hindernissen liefen. Aber manches braucht einen langen Atem.“ Wichtig sei ihr dabei immer gewesen, dass sich alle in die Projektplanung einbringen konnten.
„Als ich die Ausbildung angefangen habe, konnte ich mir nichts darunter vorstellen. Ich wollte Jura studieren, aber der NC war mir zu hoch“, erinnerte sich Zurborg an ihre Anfänge in der Kreisverwaltung. Ich kann mich über den Landkreis gar nicht beklagen: Teilzeit, als die Kinder klein waren, und berufliches Fortkommen wurden ermöglicht.“ Ihrem Mann Ludwig dankte sie besonders. Dieser erinnerte sich schmunzelnd: „Sonntags sind wir ihre Projekte abgefahren.“ Nun freut sich die frischgebackene Seniorin auf mehr Zeit für Garten, Fahrrad, Enkel und Kinder.
Zum Abschluss bat Zurborg ihre Kolleginnen und Kollegen, ihre Nachfolgerin Doris Focken zu unterstützen.

Text und Foto: LK Cloppenburg
