Naturgartenwettbewerb: Aktiv für Artenvielfalt und gegen Insektensterben – Anmeldungen bis zum 14. Juni im Fachdienst Umwelt

Lingen. Immer mehr Menschen begreifen, dass die Artenvielfalt auch in den Siedlungsbereichen unterstützt werden muss und auch Insekten für ein funktionierendes Ökosystem wichtig sind. Wenn Insekten fehlen, werden viele Pflanzen nicht mehr bestäubt Ein großer Teil der Nutzpflanzen ist von bestäubenden Insekten abhängig. Ohne sie würde es Ernteausfälle geben, vor allem bei Obst und Gemüse. Vielen Vogelarten und andere Tierarten fehlt ohne Insekten die Nahrungsgrundlage. Dies gilt insbesondere für die junge Brut im Frühjahr. Bereits seit 1987 führt die Stadt Lingen daher regelmäßig einen Naturgartenwettbewerb durch, der für die Anlegung und Optimierung von naturnahen Gärten wirbt.

Eine Blumenwiese leistet einen wertvollen Beitrag für die Artenvielfalt und gegen das Insektensterben. Foto: Stadt Lingen
Eine Blumenwiese leistet einen wertvollen Beitrag für die Artenvielfalt und gegen das Insektensterben. Foto: Stadt Lingen

Leitgedanke des Naturgartens ist das Gärtnern mit der Natur unter Beobachtung und Berücksichtigung der natürlichen Abläufe im Garten. Auch die Kreislaufwirtschaft mit Regenwassernutzung und Kompostierung wird stärker als in herkömmlichen Gärten beachtet. Es werden gezielt Lebensräume für die Pflanzen- und Tierwelt angelegt. Heimische Bäume, Sträucher, Stauden und andere Pflanzen bieten der heimischen Tierwelt einen Überlebensraum und eine bessere Nahrungsgrundlage. Jeder Gartenbesitzer kann einen Beitrag leisten, mehr Lebensräume und ein besseres Nahrungsangebot insbesondere auch für Insekten zu schaffen. Auch viele kleine „Blühflächen“ im Garten haben eine große Wirkung. Es ist wichtig, für eine möglichst große Vielfalt von Blühpflanzen zu sorgen und bevorzugt heimische Blumen, Bäume und Sträucher zu pflanzen. Auch einjährige Blumenmischungen und würzige Küchenkräuter wie Oregano, Salbei und Thymian können einen Beitrag leisten. Einen weiteren Beitrag zur Unterstützung der Artenvielfalt können auch Nisthilfen für verschiedene Vogel-, Fledermaus- und Insektenarten leisten. Diese gibt es im Fachhandel, können aber auch selber gebaut werden. Auch durch das Anlegen von Totholz- und Steinhaufen kann z. B. vielen Tierarten ein Lebensraum geboten werden.

Die Stadt Lingen ruft daher auch in diesem Jahr zur Teilnahme an einem Naturgartenwettbewerb auf. Möglichst viele gute Beispiele sollen verdeutlichen, wie auch in Hausgärten etwas für den Artenschutz, insbesondere für den Insektenschutz, getan werden kann. So sind beispielsweise fruchttragende heimische Gehölze, Rank Gewächse, Bienen- und Insektenweiden, alter Baumbestand, Wildkräuter, artenreiche Wiesen, Teiche, Dachbegrünungen, Nist- und Bruthilfen für Vögel, Insekten und Kleinsäuger und das Einhalten der Kreislaufwirtschaft nur einige Kriterien, die bei der Bewertung der Naturgärten eine Rolle spielen. In die Entscheidung fließt zudem der Gesamteindruck ein, den der naturnahe Garten auf die Betrachter macht. Die Kriterien für die Bewertung der teilnehmenden Gärten wurden auf Beschluss des Umweltausschusses in diesem Jahr an die neuen Schwerpunkte angepasst. Grundstücke mit einer Gesamtfläche bis 600 m² und größere Grundstücke werden getrennt bewertet. Gärten in denen chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden sind ausgeschlossen.

Neben den Preisen, erhalten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Wettbewerbs im Rahmen einer Abschlussveranstaltung Hinweise, Anregungen und Ratschläge für die naturnahe Gartengestaltung. Informationen zum Thema Naturgarten und zum Wettbewerb sind im Rathaus erhältlich. Eigentümer, Mieter, Pächter oder Nutzungsberechtigte von Naturgärten können sich bis zum 14.Juni 2019 beim Fachdienst Umwelt der Stadt Lingen unter Tel. 0591/9144-364 oder online unter www.lingen.de für den Naturgartenwettbewerb anmelden.

Text und Foto: Stadt Lingen