Nordhorner Stadtgeschichte: EGN-Schülerinnen und Schüler erwecken ehemaliges NINO-Areal mit 3D-Modell zum Leben
Rohgewebelager, Kesselhaus und vor allem unzählige langgezogene Hallen mit auffälligen Sägezahndächern: Über viele Jahrzehnte hat das NINO-Areal das Nordhorner Stadtbild geprägt. Mit dem Untergang der Textilindustrie und der Schließung des Unternehmens NINO im Jahr 1996 sind jedoch viele der Bauten mittlerweile verschwunden. Nur noch wenige Gebäude – wie der markante Spinnereihochbau – erinnern an die Orte, an denen einst die Stoffe der weltbekannten Textilmarke gefertigt wurden. Ein großformatiges 3D-Modell erweckt das ehemalige NINO-Gelände im Grafschafter Kreis- und Kommunalarchiv in Nordhorn nun zum Leben. Es zeigt, wie das Areal zur Blütezeit der Textilindustrie in den 1970er Jahren ausgesehen hat. Unter dem Motto „NINO erforschen“ haben Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe des Evangelischen Gymnasiums Nordhorn (EGN) dieses besondere Modell erarbeitet. Die Köpfe hinter dem Projekt sind: Klaus Berkenheide, Jonas Brink, Mena Friebe, Emma Holboer, Charlotte Lambers, Jonna Linow, Enya Mersmann und Emelie Vischer. Begleitet haben sie die Lehrkräfte Elias Hoffmann und Frank Scheele.
Mithilfe des 3D-Modells wollen die Schülerinnen und Schüler die Erinnerung an die Zeit der Nordhorner Textilindustrie bewahren und dieses Kapitel der Stadtgeschichte insbesondere der jungen Generation zugänglich machen. Umgesetzt haben sie das Projekt in Kooperation mit dem Förderprogramm „denkmal aktiv“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Bis zum fertigen 3D-Modell war es allerdings ein langer Weg. Zwei Jahre lang haben die Schülerinnen und Schüler sich mit dem Thema „NINO“ auseinandergesetzt. Für eine historisch korrekte Rekonstruktion des Areals aus den 1970er Jahren nahmen sie alte Bau- und Lagepläne zur Hand, nutzten Fotografien und maßen bei noch bestehenden Gebäuden nach. Auf Basis dieser Daten entwickelten sie mit einer speziellen App digitale 3D-Modelle der einzelnen Gebäude und druckten diese mit einem 3D-Drucker aus. Bevor die einzelnen Gebäude auf einer Platte angebracht werden konnten, mussten sie abgeschmirgelt, zusammengeklebt, grundiert und weiß lackiert werden. Erst dann war das Modell des NINO-Areals im Maßstab 1:250 fertig.
Neben dem Modell bildeten Videointerviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen einen weiteren Bestandteil des Projektes. Ehemalige NINO-Mitarbeitende gaben den Schülerinnen und Schülern Einblicke in ihren damaligen Arbeitsalltag. Die Interviews sollen künftig für wissenschaftliche Arbeiten genutzt, aber auch öffentlich zugänglich gemacht werden.
Während des Forschungsprozesses arbeiteten die Schülerinnen und Schüler des EGN eng mit dem Kreis- und Kommunalarchiv, der Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Nordhorn und dem Stadtmuseum Nordhorn zusammen. Gefördert wurde das Projekt zudem durch den Heimatverein Grafschaft Bentheim, Tischlermeister Ansgar Wocken, Semcoglas und den Förderverein des Evangelischen Gymnasium Nordhorn. Das 3D-Modell des NINO-Areals ist bis zum 16. Mai 2025 im Kreis- und Kommunalarchiv in Nordhorn (NINO-Allee 2) zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis donnerstags von 8:30 Uhr bis 12:30 Uhr und von 14 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr. Weitere Informationen rund um das Projekt finden Interessierte online unter https://egn-nino-erforschen.de/.

Text: Landkreis Grafschaft Bentheim
Foto: EGN