Pflege des öffentlichen Grüns – Informationsveranstaltung für Bauhofmitarbeiter am Meppener Kreishaus

Meppen. Etwa 35 Bauhofmitarbeiter informierten sich über moderne Pflegemethoden von öffentlichem Grün und wie damit Insekten und Pflanzen geschützt werden können. Die Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland und der Zweckverband Erholungsgebiet Hasetal hatten die Informationsveranstaltung für die Mitarbeiter der kommunalen Bauhöfe gemeinsam organisiert.

Unter dem Titel „Wegeränder, Säume, Blühstreifen und ihre Pflege“ startete die Veranstaltung mit der Vorführung einer Maschine, die optimal für die Pflege von Wegeseitenrändern genutzt werden kann und damit eine größere Artenvielfalt ermöglicht. Der INO Boxer, der von Landmaschinenhändler Rolfes aus Löningen – Vehrensande zur Verfügung gestellt wurde, nimmt das Mahdgut direkt auf. Dadurch kommt es zu einem Nährstoffabtrag und nährstoffärmeren Böden, die für zahlreiche Pflanzen optimale Standortbedingungen darstellen.

Maike Hoberg von der Naturschutzstiftung Emsland stellte auf dem „Weg der Vielfalt“, einem 2018 von der Naturschutzstiftung angelegten Biotop direkt am Kreishaus, die für Wegeseitenränder typischen Pflanzen vor. Die auch als Heilkräuter und Gewürzpflanzen bekannten Gewächse wie Schafgarbe, Spitzwegerich und Beifuss stellen einen hohen ökologischen Nutzen dar. Hoberg erläuterte auch, welche Insekten an diesen Pflanzen zu finden sind wie den seltenen Feuerfalter.

Hermann Hüsers, Bauhofleiter der Stadt Haren, machte deutlich wie wichtig die richtige und angepasste Pflege von Flächen und Wegeseitenränder ist, um einen jährlich wiederkehrenden Blühaspekt zu bekommen. Wichtig hierfür seien Geduld und ein Umdenken im Pflegemanagement.

Im Anschluss hielt Marcus Polaschegg von der Landwirtschaftskammer Nienburg einen Vortrag über die Förderung der Biodiversität auf öffentlichen Flächen. Er gab einen Einblick in die Herkunft der Artenvielfalt, beschrieb den jetzigen Zustand der Landschaft und zeigte die Nutzung von Potenzialen in kommunaler Verantwortung auf. Auch Polaschegg erörterte die Wichtigkeit der richtigen Pflege. Um blühende Pflanzen zu erhalten, dürfen die Pflanzen nicht alle zwei Wochen gemäht werden. Andernfalls habe beispielsweise die Margarite keine Chance, einen Blütenkopf auszubilden. Zudem böten verblühte Pflanzenstängel, die auf Flächen stehen gelassen werden, Überwinterungsquartiere für einige Insekten.

Das Resümee der Veranstaltung: Bei der Pflegeumstellung können eigentlich keine Fehler gemachen werden. Das Wichtigste ist es, den ersten Schritt zur Pflegeumgestaltung zu gehen.

AmINO Boxer, der auf einer Fläche hinter dem Kreishaus in Meppen vorgeführt wurde, war zusätzlich eine Eisenstange mit Ketten befestigt, die flugfähige Insekten verscheucht und Laufkäfer durch die Bewegung abwirft, sodass sie beim Mähen nicht verletzt oder getötet werden. (Foto: Landkreis Emsland)
AmINO Boxer, der auf einer Fläche hinter dem Kreishaus in Meppen vorgeführt wurde, war zusätzlich eine Eisenstange mit Ketten befestigt, die flugfähige Insekten verscheucht und Laufkäfer durch die Bewegung abwirft, sodass sie beim Mähen nicht verletzt oder getötet werden. (Foto: Landkreis Emsland)

Text und Foto: Landkreis Emsland