„Projekt Smarte.Land.Regionen soll bestehende Strukturen im Pflegesektor stärken“

Information und Brainstorming stand am Montag, 7. November 2022, im Zentrum der Auftaktveranstaltung zum Projekt Smarte.Land.Regionen. Rund 20 geladene Gäste waren in den NINO-Hochbau gekommen, um sich über das Digitalisierungsprojekt auszutauschen.

Können digitale Formate dazu beitragen, Herausforderungen im Gesundheits- und Pflegesektor zu meistern? Ja, finden Landrat Uwe Fietzek und Projektmanagerin Mareike Bölle. Sie freuen sich über die Förderzusage in Höhe von 200.000 Euro aus dem Modellvorhaben Smarte.Land.Regionen. Insgesamt 25 Millionen Euro hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zur Verfügung gestellt, um Digitalisierungsprojekte in zwanzig Landkreisen in Deutschland umsetzen zu können.

Im Landkreis Grafschaft Bentheim soll sich das Projekt auf das Handlungsfeld Gesundheit und Pflege konzentrieren. Die Beweggründe erläuterte Landrat Uwe Fietzek in seiner Begrüßungsrede: „Die Ausgangslage, in der wir uns befinden, ist keine, die ausschließlich die Grafschaft betrifft. Dennoch steigt auch hier die durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung, somit auch die Anzahl der Pflegebedürftigen. Gleichzeitig sehen wir uns damit konfrontiert, dass das professionelle Pflegepotential aufgrund demografischer Prozesse sinkt. Hierfür gilt es, Lösungen zu finden.“ Lösungen sieht der Landkreis darin, dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nach einem möglichst langen Verbleib in der eigenen Häuslichkeit nachzukommen. Einen wichtigen Beitrag hierzu konnte der Landkreis mit dem Regionalen Pflegekompetenzzentrum bereits leisten. Seit Oktober 2019 sind mehrere Case Managerinnen mit den Akteuren vor Ort vernetzt und begleiten Pflegebedürftige und deren Angehörige in der eigenen Häuslichkeit (www.rekopflege.de). 

Nun soll das neue Projekt dazu beitragen, die vorhandenen Strukturen im Gesundheits- und Pflegesektor weiter zu stärken. „Zunächst möchten wir mit allen Akteuren des Gesundheits- und Pflegebereiches eine gemeinsame Digitalstrategie erarbeiten“, so Projektmanagerin Mareike Bölle und ergänzt: „Dieser Schritt ist wichtig, damit digitale Anwendungen, die zukünftig für Entlastung sorgen sollen, nachhaltig etabliert werden können.“ Was oder wen es für eine Strategie braucht, ermittelten die Besucherinnen und Besucher der Kick-off-Veranstaltung im Rahmen eines gemeinsamen Brainstormings unter Moderation von Katharina Mehring (pro-t-in GmbH). Kenntnis der Bedarfe, Fachkundige im Gesundheits- und IT-Bereich sowie Weitsicht waren Aspekte, die neben der Bereitschaft zur Zusammenarbeit und weniger Bürokratie genannt wurden. Zu den Teilnehmenden zählten auch die Lenkungsgruppe Pflegetische sowie die Steuerungsgruppe Pflege.

Im nächsten Projektschritt sollen nun die Bürgermeister der Kommunen eingebunden werden, um die individuellen Bedarfe der einzelnen Kommunen zu ermitteln und mit den Akteuren und Betroffenen vor Ort in den Austausch zu kommen. „In der Grafschaft Bentheim finden wir schon jetzt viele gute Verbindungen im Gesundheits- und Pflegesektor vor. Statt Parallelstrukturen aufzubauen, möchten wir dieses Netzwerk weiter stärken“, fasste Gert Lödden, Dezernent für Gesundheit und Soziales im Landkreis Grafschaft Bentheim, zusammen. Bis zum offiziellen Projektende im Dezember 2024 sollen erste Kernaktivitäten umgesetzt werden. „Doch auch danach werden wir das Projektziel weiterverfolgen“, versichert Projektmanagerin Mareike Bölle.

Weitere Informationen zum Modellvorhaben Smarte.Land.Regionen finden sich auf der Website des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft: https://www.bmel.de/DE/themen/laendliche-regionen/digitales/smarte-landregionen/mud-smarte-landregionen.html

Text und Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim