Ratsmitglieder reinigten Stolpersteine

Nordhorn. Am Samstag, den 20. Oktober 2018 trafen sich Bürgermeister Thomas Berling, rund 20 Mitglieder des Nordhorner Rates und weitere Interessierte in der Innenstadt, um gemeinsam die Stolpersteine zu reinigen. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde St. Augustinus und deren Gemeindereferent Gerd Wieners schrubbten sie die Messingoberflächen der 40 Gedenksteine an 15 Standorten, die Teil des größten dezentralen Mahnmals der Welt sind.

Ratsmitglieder reinigten Stolpersteine - Sie reinigten die Stolpersteine (von links): Gemeindereferent Gerd Wieners, Bürgermeister Thomas Berling und zahlreiche Ratsmitglieder und Interessierte. - Foto: Stadt Nordhorn
Ratsmitglieder reinigten Stolpersteine – Sie reinigten die Stolpersteine (von links): Gemeindereferent Gerd Wieners, Bürgermeister Thomas Berling und zahlreiche Ratsmitglieder und Interessierte. – Foto: Stadt Nordhorn

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Rund 69.000 Stück hat er bisher produziert und weltweit verlegt. In Nordhorn gibt es seit dem Jahr 2004 insgesamt 15 dieser Steine. Sie tragen die Namen und Lebensdaten von Personen aus Nordhorn, die von den Nationalsozialisten vertrieben oder ermordet wurden, in der Regel, weil sie jüdischen Glaubens waren. Die Steine sind im Boden vor deren ehemaligen Wohn- oder Geschäftshäusern eingelassen. Passanten sollen nicht im wörtlichen, sondern im übertragenen Sinn über die Steine stolpern, und sich das Schicksal dieser Menschen bewusst machen. Beim Lesen der Stolpersteine bückt man sich und verbeugt sich somit, so Demnigs Idee, vor den Opfern.

Im Laufe eines Jahres sind die Steine starken Witterungseinflüssen und natürlich auch zahlreichen menschlichen Fußtritten ausgesetzt. Damit sie und damit die Erinnerung nicht nach und nach verblassen, werden die Steine jährlich von Freiwilligen gereinigt. In diesem Jahr hatte der städtische Arbeitskreis Gedenken angeregt, diese Aufgabe dem Stadtrat anzubieten. Über alle Parteigrenzen hinweg nahmen die Ratsmitglieder den Vorschlag gerne an.

Treffpunkt war das Kirchenschiff der Gemeinde St. Augustinus. Hier teilten sich die Ratsmitglieder in Teams auf und begaben sich zu den verschiedenen Standorten. Bei schönstem Herbstwetter wurde der Straßenschmutz mit Stahlwolle, Putztüchern und Metallreiniger von den Stolpersteinen abgewaschen. Diejenigen, die zum ersten Mal dabei waren, zeigten sich überrascht vom deutlichen Ergebnis: Nach der Behandlung glänzten die Messingoberflächen im Sonnenlicht fast wie neu.

Wer sich für die Nordhorner Stolpersteine und die Schicksale hinter den darauf verzeichneten Namen interessiert, findet auf der städtischen Internetseite eine entsprechende Dokumentation: www.nordhorn.de/stolpersteine

Text und Fotos: Stadt Nordhorn